Lost in Translation: Beim Halbmarathon-Marathon in Taipeh

Blog31. Oktober 2018, 07:00
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Von einer Reise nach Taiwan, dem Laufen mit Jetlag und der Erkenntnis, dass man anderswo sogar einen Zehnkilometerlauf Marathon nennt

thomas rottenberg

Und dann hat irgendwer den Stecker rausgezogen. Einfach so. Etwa bei Kilometer sechs. Oder war es sieben? Egal. Auf alle Fälle war es ab diesem Augenblick einfach nur noch mühsam. Und es ist müßig, darüber zu philosophieren, ob das am Jetlag und der zu kurzen Akklimatisationszeit, am Klimawechsel, an der Uhrzeit oder sonst etwas lag. Oder ob es eben einfach einer dieser Tage war: Während rund um mich alle strahlten und lachten, war es für mich plötzlich zach. Und so überraschend gut es mir auf den ersten paar Kilometern gegangen war, so elend und mühsam waren die nun folgenden. Aber: Das ist eben so. Und schön war er trotzdem, der Marathon in Taipeh.

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thomas rottenberg

Dass da "Marathon" steht, obwohl es nur ein halber war, irritierte mich nur kurz. Irgendwann im Hochsommer: Da hatte mich die Österreich-PR-Agentin der taiwanesischen Eva Air angerufen. Ob ich Lust hätte, zu dem in Taipeh erstmals abgehaltenen Marathon zu kommen: Die Airline lade aus jedem Land, das sie anfliege, zwei Laufjournalisten ein. Wir wären eine ganze Woche in Taiwan unterwegs – und zum Abschluss gäbe es den 2018 Eva Air Marathon.

Ich zögerte: So kurz nach Chicago? Eine ganze Woche nicht arbeiten können? "Du kannst auch kürzer laufen. Es gibt auch einen Dreikilometerlauf." Wenn schon, dann der ganze. Die Frage, die mir tatsächlich im Kopf herumschwirrte, war eine ganz andere: Kann sich so was rechnen? Welcher Läufer fliegt als zahlender Gast zu einem Lauf nach Taipeh? Da gibt es zig Ziele, die auf jeder "Bucketlist" weiter oben stehen.

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thomas rottenberg/ screenshot app

Zehn Minuten später (wir sind immer noch im Sommer und in Wien) läutete das Telefon wieder: "Tom, wir haben ein Problem." Aha, sie haben wohl auch gerechnet. "Wir sagen immer Marathon – tatsächlich ist es aber nur ein Halbmarathon. Plus Zehner und Dreier. Willst du trotzdem?" Ich lachte, und wir vereinbarten, dass ich nicht die ganze Woche dabei sein würde: Ich habe halt auch einen Beruf.

Zwei Tage später. Harald Fritz, mein Coach, ruft an: "Du, da sucht eine Airline grad heimische Spitzenläufer, die zu ihrem Marathon nach Taiwan kommen sollen. Hat das was mit deiner Reise zu tun?"

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foto: thomas rottenberg

Hatte es: Die Airliner wollten nämlich Nägel mit Köpfen und luden aus jedem Land, aus dem Medienleute kommen würden, auch Läufer ein. Und so saß ich dann mit Christoph Sander und der Olympiastarterin (2016) Jennifer Wenth im Flugzeug. Dass ich sie nach dem Flug nicht mehr traf (und auch keiner der anderen Journalisten wusste, dass auch Läufer aus ihren Ländern eingeladen worden waren oder hätten eingeladen werden sollen), ist ein bissi skurril – aber eine andere Geschichte.

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thomas rottenberg

Taipeh also. Ich war vor etwa 15 Jahren schon einmal mit einer Pressegruppe hier. Stadt, Land und Geschichte sind faszinierend. Und die Reise und das sich Einlesen wert. Diesmal gingen sich Palastmuseum und Co aber nicht aus: Im Palastmuseum sind sämtliche Kunstschätze gelagert, die Chinas Kaiser über 1.000 Jahre angehäuft und in Pekings Verbotener Stadt gelagert hatten. Als Taiwans Gründervater Chiang Kai-shek vor Mao auf das ehemalige Formosa flüchtete, nahm er alles mit – und rettete es so (ungeplant) auch vor der Kulturrevolution. China sieht das heute ein bisserl anders.

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thomas rottenberg

Unser Fokus lag aber auf dem modernen Taipeh. Etwa dem Taipei 101, einem 508 Meter hohen Turm mit 101 Stockwerken. Bei seiner Eröffnung 2004 war er das höchste Gebäude der Welt: Einflugschneisen und Flugkorridore mussten seinetwegen geändert werden.

Heute firmiert der 101 nur unter den Top Ten der höchsten Gebäude der Welt. Manchen Taiwanesen tut dieses Überholtwerden tatsächlich weh – obwohl es beim Blick vom Turm auf die nächtliche Metropole (2,7 Millionen Einwohner) vollkommen egal ist, ob irgendwo anders ein höheres Haus steht: Von hier aus sieht man es ja nicht.

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thomas rottenberg

Aber Nationalstolz hat mit Ratio ja nicht zwingend viel zu tun. Gerade weil sich Taiwan von China gelöst hat (China sieht das anders), werden Erfolge, Technologie, Fortschritt und Fleiß in einem für Europäer oft leicht grotesk anmutenden Ausmaß inszeniert und gefeiert: Um das zu erleben, muss man gar keine wirtschaftspolitischen Debatten führen. Ein Morgenlauf durch Taipeh genügt: Flaggenparaden oder das "westerners" unentwegt begeistert entgegengeschleuderte "Welcome to Taiwan" (sogar an der Kasse des omnipräsenten 7-Eleven) erzählen Bände. Oder eben dass man Europäer zum "Marathon" einfliegt: einerseits, um der Welt zu zeigen, was man draufhat und auf die Beine stellen kann.

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thomas rottenberg

Andererseits (und vermutlich viel relevanter) aber auch, weil es da um Binnenkommunikation geht: Dass nach Berichten in deutschen, französischen und britischen Laufmagazinen (etwa www.laufen.de und www.coachmag.co.uk/) oder dem niederländischen "De Telegraph" und Insta-Posts der niederländischen Bloggerin Laura Brijde (im Bild) nicht Horden an Läuferinnen und Läufern nach Taipeh fliegen werden, ist auch den Airlinern klar. "Es geht auch um das Signal nach innen: Dass ausländische Medienleute und Läufer hier sind, wird im Inland sehr bewusst wahrgenommen", bekam ich eine Antwort auf die nie gestellte Frage "Kann sich das für euch überhaupt rechnen?".

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foto: vincent kyly

Eine andere Frage, die zu stellen den asiatischen Gastgebern eher unhöflich gewesen wäre, beantwortete einer der deutschen Kollegen, der schon öfter in Fernost bei Laufevents war, als ich in den Eventunterlagen den "10-KM-Marathon" fand: "In Asien sieht man vieles pragmatisch: Da ist alles, was ein längerer Lauf ist, automatisch ein Marathon. Deshalb muss man die Distanz dazuschreiben."

Eigentlich eh nicht blöd: Für jemanden, der zum ersten Mal eine längere Distanz läuft, kann sich ja ein Zehner wirklich heftiger anfühlen als für einen Ultraläufer ein (nach europäischer Sicht) "echter" Marathon. Und die elende Diskussion, ob man bei dem Ding in Wien dann nicht endlich das "-veranstaltung" hinter "Marathon" weglassen kann. Aber das ist ein adere Kiste.

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Der Halbmarathon-Marathon-Tag beginnt früh. Start ist um 5.30 Uhr. "Die spinnen ja", dachten wir zuerst. Falsch: Tags zuvor, am Samstag, war ich um 6.40 Uhr laufen gegangen. Die Kombination aus dampfiger Schwüle, rasant steigenden Temperaturen ab sieben Uhr und der schlagartig kaum atembaren Luft entlang der Straßen, sobald Moped-Armeen und Armadas teils steinalter Diesel-Lkws und Busse die Straßen übernehmen, hätte mich beinahe umgenietet.

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Müde und fertig war ich auch so: Ich war am Freitag in der Frühe nach einem Zwölfstundenflug angekommen und hatte ab der ersten Minute am Programm teilgenommen. Samstag: Morgenlauf. Dann Programm bis spätabends.

Sonntag war dann um vier Uhr Abfahrt. Das ist zwar Jammern auf höchstem Niveau, aber: Ausschließlich leiwand ist das auch nicht.

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Am 2018 Eva Air Taipeh Marathon nahmen, obwohl der Lauf heuer zum ersten Mal stattfand, über 18.000 Menschen teil. Rund 5.000 beim Halbmarathon. Angeblich waren Läufer aus 43 Nationen gemeldet. Irgendwo standen wohl auch Jennifer Wenth und Christoph Sander am Start – aber weil Presse und Athleten von unterschiedlichen Teams betreut wurden, hatte niemand den Überblick. Auch ob aus anderen Ländern Elite-Athleten da, aber gut versteckt waren, ließ sich nicht eruieren.

Ich wollte nicht auf persönliche Bestzeit laufen, stellte mich aber trotzdem in den ersten Block: Der war nämlich für all jene Läufer reserviert, die den Halbmarathon-Marathon in weniger als 1:50 laufen zu können glaubten. Der britische Kollege sah, als er das hörte, leicht fassungslos drein.

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Es war stockdunkel, als es losging. Ich hatte mir vorgenommen, nicht zu früh aufs Gas zu steigen, und mich etwa in der Hälfte von Block eins platziert. Ein Fehler: Ich steckte fest in einem mehrere hundert Nasen umfassenden Pulk, der hinter den Zweistunden-Pacern (die wie selbstverständlich im ersten Block gestanden waren) gemächlich dahintrabte. Andere Länder, andere Laufsitten: Hier laufen nicht ein oder zwei Pacer pro Vorgabezeit, sondern ein ganzes Rudel. Und zwar so, dass sie die Strecken komplett ausfüllen: Vorbeikommen ist da nicht einfach.

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Na gut, dachte ich, mache ich halt einen Sitejog draus: Der erste Teil der Strecke geht ja durch die Innenstadt. Der Haken an der Sache war sonnenklar: Es war halt noch Nacht.

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Aus der City raus kommt man, es dämmert da bereits, auf einer Stadtautobahn. Zwischen Wohntürmen geht es ein paar Kilometer dahin. Eintönig, aber gut, um einen Rhythmus zu finden. Mir ging es fein. Ich lief nach Gefühl und ohne geplante Zielzeit und rasch konstant unter fünf Minuten pro Kilometer. Passt.

Knapp vor Kilometer sechs holte mich dann Christian Ermert ein. Der Chefredakteur von laufen.de und ehemalige deutsche 800-Meter-Spezialist zog strahlend an mir vorbei: "Ich lass es mal laufen. Mal sehen, wie lange das gutgeht." Weg war er.

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Kurz bevor hinter uns die Sonne aufging, kam aber die Keule: so als hätte jemand den Stecker gezogen. Fast schlagartig war da nichts Leichtes, Fröhliches oder Fliegendes in meinem Laufen mehr. Die Füße waren plötzlich tonnenschwer – und aus weichem Blei. Es ging zwar, aber eben zäh und freudlos. Und während rings um mich alle dieses leicht dämlich-zufriedene Grinsen von Läuferinnen und Läufern auflegten, die wissen, dass das ein guter Tag werden wird, verfluchte ich meine Überheblichkeit: Einen Halbmarathon ohne Druck und Ehrgeiz schaffe ich normalerweise ohne Gel oder Salztabletten. Ich hatte also nix eingesteckt. Jetzt und hier aber …

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Zum Glück kommt man dann aber recht rasch ans Ufer des Keelung. Das Überschwemmungsgebiet von Taipehs Stadtfluss ist eine riesige, grüne Freizeitzone. Rad- und Spazierwege, weitläufige Wiesen, schöne Blicke auf die Stadt, die plötzlich ganz weit weg und ganz leise ist.

Da es sich hier technisch um eine Hochwasserschutzanlage handelt, liegt das Grün hinter einem massiven Damm: Ich lief reichlich desperat zwischen den nicht wirklich ansprechenden Häusern. Dann die Rampe auf den Damm hinauf: bumm, voll in den Sonnenaufgang hinein. Jetzt konnte sogar ich wieder lachen.

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Die Taiwanesen sind sportlich. Zumindest wirkt es so: Noch im dichtesten Citysmog kommen einem Rennradfahrer und Läufer entgegen. Basketball und Baseball wird an jedem Eck gespielt. Golfplätze gibt es auch. (Fußballplatz sah ich keinen). Power- und Nordicwalker kreuzten unentwegt (und ohne sich durch das Läuferfeld in ihrer Spurwahl irritieren zu lassen) über die Laufroute.

Und dann sah ich diesen Herrn: Gemeinsam mit anderen Senioren stand er in der Wiese und spielte Krocket. Weiter den Fluss hinunter taten das dann noch etliche Partien. Ich habe Krocket als Kind geliebt – aber seit Jahrzehnten nicht gespielt. Kurz überlegte ich, einfach hier zu bleiben.

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Natürlich lief ich dann, nachdem die Senioren mich ebenfalls fotografiert und ausführlich, ohne ein einziges Wort Englisch zu sprechen, freundlich verhört hatten ("Welcome to Taiwan!" meets "Lost in Translation"), weiter. Nicht wirklich fröhlich. Nicht locker. Nicht besonders gleichmäßig. Aber auch wenn es mir nicht besonders super ging, war ich doch in der Lage zu erkennen, dass dieser Lauf und diese Strecke eigentlich sehr schön sind. Dass da jemand die Route geplant hat, der wirklich eine Ahnung davon hat, wie ein Halbmarathon funktioniert: Den Fluss runter ging es etwa bis Kilometer 16. Der Sonne entgegen – und mit Blick auf die Skyline des Stadtzentrums.

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Schön. Aber wichtiger war, dass man am gegenüberliegenden Ufer die schnellen Läuferinnen und Läufer auf ihren letzten Kilometern sehen konnte: Wenn die schon fast da waren, würde ich … und so weiter.

Über den Fluss ging es über eine Brücke. Die Rampe war schmal, die Kurve auf den Lauf- und Gehweg oben scharf. Aber das Feld war mittlerweile schon so weit auseinandergezogen, dass das glatt ablief. Zumindest in meinem Tempobereich: Auch wenn ich mich langsam fühlte, war ich deutlich vor dem wirklich großen Pulk. Bei dem würde es hier wohl eng werden.

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Jetzt nur noch den Fluss hinauf. Ein paar Kilometer. Ich hängte mich an die Fersen von ein paar jungen Männern, die ich schon mehrfach überholt hatte. Bei meinen Fotostopps waren sie jedes Mal wieder an mir vorbeigezogen.

Jetzt war ihre Wohlfühlpace mein Kampftempo. Sie lachten und winkten: "Welcome to Taiwan!" An den Labungsstellen (alle drei Kilometer) griff ich seit Kilometer 15 zu Energydrinks. Einmal, zum ersten Mal überhaupt bei einem Lauf, sogar zu Red Bull: Den Zuckerschock und die Koffein-Explosionen brauchte ich jetzt. Normalerweise komme ich durch einen Halbmarathon problemlos ohne Gel und Zaubertrank. Aber das hier war eben ein Habmarathon-Marathon.

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Die Strecke, die Landschaft ist hier schmaler als auf der anderen Flussseite. Kajakfahrer machten sich für ihre Sonntagsausfahrten bereit. Ältere Herrschaften walkten nordisch. Weil der Weg näher an der Hochwasserschutzmauer vorbeiführt, gibt es hier mehr Graffitis: Auch Sprayer wollen ihr Publikum erreichen.

Ich brauchte Ablenkung – und fand sie an der Wand.

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Plötzlich lag das Ziel vor mir. Fast unvermittelt und überraschend. Klar: Die Kilometertafeln und meine Uhr hatten brav mitgezählt. Doch normalerweise "spürt" man das Ziele eines Laufes. Da ist Musik Lärm, Aufregung. Leute: Zuseher, Freunde, Verwandte.

Nick Harris-Fry, der Redakteur des britischen "Coachmag", stand hier und feuerte mich und alle anderen auf der Strecke an. 20 Meter vor dem Ziel, völlig allein. Der Lauf bietet zwar ein mehr als tolles Panorama, hat aber kein Publikum: Die ersten Zuschauer waren ungefähr bei k 9 gestanden. Sechs oder sieben. Dann nochmal etwa bei k 11 und k 18: Wenn da insgesamt 50 Personen waren, ist das optimistisch geschätzt. Andererseits ist das auch nachvollziehbar: Würden Sie um 5.30 Uhr in der Früh zu einem Lauf zuschauen gehen? Eben.

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foto: thomas rottenberg

Endlich da. 1:47:55 las ich über dem Zielbogen. 1:47:32 sagte meine Garmin. Im offiziellen Klassement bin ich auf dem 547. Rang von 5.070 gewerteten Läuferinnen und Läufern (485. Mann von 3.793) und 162. von 1.214 Läufern meiner Altersklasse.

Wobei das Ranking nicht ganz stimmt: Gereiht wurde nämlich nach Einlauf-, also Bruttozeiten (bei mir offiziell 1:47:56 nach dem Startschuss). Nur ist es weltweit Standard, bei Hobbyläufern nach jenen Zeiten zu reihen, die man unterwegs war – es kommen ja nicht alle gleichzeitig über die Startlinie. Meine offizielle Nettozeit: 1:47:29. Etliche Läufer, die später starteten und deutlich schneller waren, finden sich auf Plätzen hinter mir. Umgekehrt gibt es auch.

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Wirklich tragisch ist das nicht: Bei mir geht es geschätzt wohl um vier oder fünf Plätze im Kampf um die silberne Erdbeere. Anderen, insbesondere wenn sie weit hinten gestartet sind und richtig super liefen, ist das aber vielleicht wichtig: Es ist eines dieser Details, die zeigen, dass es der erste Lauf der Airliner war. Dass da "Luft nach oben" ist.

Tatsächlich schade war etwas anderes: Die Finishermedaillen sind wirklich schön, weil massiv und beidseitig gestaltet. Das ist selten.

Blöderweise bekam man sie nicht unmittelbar hinter der Ziellinie umgehängt, sondern in Plastik eingepackt tief im Finishersackerl (mit einer für Europäer grandios-rätselhaften Befüllung mit 1.001 Seltsamkeiten) vergraben.

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Läufern, die alle paar Wochen irgendwo einen Halbmarathon runterspulen, mag das egal sein.

Aber für das Gros der Hobbyläufer ist auch ein Halbmarathon eine wirklich große Sache. Sie sind (vollkommen zu Recht) euphorisch und stolz, wenn sie es über die Ziellinie schaffen. Ihnen da die Medaille dann tatsächlich umzuhängen zeugt von Wertschätzung und Respekt. Und wird wie eine kleine, individuelle und persönliche Siegerehrung wahrgenommen. Erst recht, wenn die Veranstaltung "Marathon" heißt: sicher keine böse Absicht – aber eben "Luft nach oben".

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Nach dem Lauf stürzten sich lokale Medien auf uns: Binnenoptik, die durch "internationale Fachpresse" besser wirkt eben.

Natürlich lobt man da. Zu Recht: Der Lauf war und ist wirklich schön. Aber als mich dann der zweite oder dritte Reporter fragte, ob ich eventuell nächstes Jahr wieder kommen wolle, gab ich (ohne Absprache) ziemlich die gleiche Antwort, die auch die Kolleginnen und Kollegen gegeben hatten: "Sehr gerne – aber noch lieber, wenn es auch wirklich ein Marathon ist."

Mehr Bilder gibt es auf Tom Rottenbergs Facebook-Account

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Reise und Lauf waren eine Einladung von Eva Air und Taiwan Tourismus.

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