Thiem kämpft in Paris um dritte Masters-Teilnahme

    30. Oktober 2018, 18:50
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    Nur Nishikori und Isner können Thiem vor London noch überholen – Zum Auftakt gegen Simon – Großes Fragezeichen hinter Del Potro-Antreten in O2-Arena

    Paris – Sechs Plätze sind belegt, die restlichen zwei werden voraussichtlich diese Woche vergeben: Die Jagd um die Qualifikation für die ATP World Tour Finals in der Londoner O2-Arena spitzt sich beim mit 5,44 Mio. Euro dotierten Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy zu. Die Ausgangslage für den derzeit im Race to London achtplatzierten Dominic Thiem ist gut, doch fix ist sein London-Hattrick noch nicht.

    Rafael Nadal, Novak Djokovic, Roger Federer, Juan Martin Del Potro, Alexander Zverev und seit Sonntag Wien-Sieger Kevin Anderson haben ihre Plätze für den ATP-Saison-Showdown vom 11. bis 18. November gebucht. Doch hinter zwei zuletzt verletzten Spielern steht ein Fragezeichen: Während Nadal diese Woche erstmals seit einer bei den US Open erlittenen Knieverletzung in Paris-Bercy antritt und den Zweikampf mit Djokovic um die Nummer-eins-Position annimmt, fehlt Del Potro.

    Der Argentinier hatte sich am 11. Oktober in Shanghai eine Kniescheiben-Fraktur zugezogen. Allerdings soll es sich um eine "mildere" Fraktur handeln. Der 30-jährige US-Open-Finalist hat jedenfalls sein Antreten noch nicht gecancelt und versucht offenbar alles, um erstmals seit 2013 beim Turnier der besten acht Spieler dabeizusein.

    Wie sieht nun die Ausgangslage für Dominic Thiem aus? Als aktuell Achter startet der French-Open-Finalist mit 3.535 Race-Punkten am Mittwochabend gegen Gilles Simon (FRA) ins Turnier. Der Franzose setzte sich am Dienstag gegen seinen Landsmann Lucas Pouille mit 6:3, 6:4 durch. Simon unterlag zuletzt in Basel im Viertelfinale dem späteren Sieger Roger Federer in drei Sätzen. Gegen Thiem hat der 33-jährige Weltranglisten-31. von neun Duellen sieben verloren. Die sechs jüngsten Vergleiche gewann allesamt der Österreicher.

    Auf seinen schärfsten Verfolger, Wien-Finalist Kei Nishikori, hat Thiem 325 Punkte Vorsprung. Und auf John Isner (Race-10.) sind es 470. Sollte Thiem nach seinem Freilos gleich zum Auftakt ausscheiden, müsste Nishikori zumindest ins Halbfinale kommen, wofür er 360 Punkte erhalten würde.

    Dabei könnte es davor allerdings zur Wiederholung des Wien-Finales mit Anderson kommen, der Südafrikaner könnte Thiem also im Fall des Falles gleich ein zweites Mal "helfen". Denn der Stadthallensieg über den Japaner hat Nishikoris Ausgangslage um 200 Punkte verschlechtert. Isner müsste, ebenfalls ein Auftakt-Aus von Thiem vorausgesetzt, schon mindestens das Endspiel (600 Zähler) erreichen, um Thiem noch abzufangen. Isner würde im Paris-Viertelfinale bei setzungsgemäßem Verlauf auf Alexander Zverev (GER-4) treffen.

    Was beim letzten Masters-1000er-Event des Jahres aber alles möglich ist, hat man vor einem Jahr gesehen: Damals hatte sich der US-Amerikaner Jack Sock im Überraschungs-Endspiel gegen Filip Krajinovic (SRB) im letzten Moment sein London-Ticket gesichert.

    Für Thiem wäre es freilich am besten und sichersten, wenn er selbst gut abschneidet. Dreimal in Runde zwei und im Vorjahr ein Achtelfinale lauten die bisherigen Resultate Thiems im Osten der Seine-Stadt. Allein ein Sieg zum Auftakt beschert ihm 45 Zähler, was für Nishikori schon bedeuten würde, dass er dann gar schon ins Finale einziehen müsste. "Ich habe dort in den vergangenen Jahren sehr schwach gespielt. Ich hoffe, dass ich in Paris ein bisserl eine Trendwende schaffe", hatte Thiem noch in Wien gemeint.

    Trendwende war natürlich auch auf die gesamte Masters-1000-Serie bezogen, denn abgesehen vom Madrid-Endspiel und dem Viertelfinale in Monte Carlo hat er diesbezüglich wenig aufzuweisen. "Ich hatte auch ein bisschen Pech. Ich habe mich in Indian Wells verletzt, habe deshalb Miami verpasst und in Toronto und Cincinnati war ich krank. Ich habe also praktisch vier Masters 1000-Events verpasst und bei zwei, drei weiteren schlecht gespielt", sagte Thiem in Paris.

    Spannend wird natürlich auch der Kampf um die Nummer eins, auch wenn wohl erst in London das letzte Wort gesprochen wird. Die besseren Karten hat der noch zweitplatzierte Djokovic in der Hand. Nadal kehrt von einer Verletzung zurück, hat in Paris-Bercy noch nie gewonnen und der Serbe hat in Bercy schon viermal triumphiert. Wer von den beiden in Paris weiter kommt, ist ab 5. November Nummer eins. Verlieren beide in der zweiten Runde, bleibt Nadal Leader.

    Unter bestimmten Voraussetzungen – eigenes Abschneiden so wie jenes der Gegner – könnten übrigens Oliver Marach und Mate Pavic schon in Paris vorzeitig Platz eins im Doppel-Team-Ranking per Jahresende sichern. Der Steirer und der Kroate führen 1.600 Punkte vor den Kolumbianern Juan Sebastian Cabal/Robert Farah bzw. 2.180 vor Lukasz Kubot/Marcelo Melo (POL/BRA). In Paris werden 1.000 Zähler vergeben, ein ungeschlagener ATP-Finals-Champion kann 1.500 Punkte holen. (APA; 29.10.2018)

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    • Gerade noch in Wien, schon auf der Showbühne in Paris: Dominic Thiem.
      foto: imago/panoramic

      Gerade noch in Wien, schon auf der Showbühne in Paris: Dominic Thiem.

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