Leicester-Besitzer Srivaddhanaprabha starb bei Hubschrauberabsturz

    28. Oktober 2018, 23:27
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    Das Unglück ereignete sich am Samstagabend in unmittelbarer Nähe des Stadions. Insgesamt gab es fünf Todesopfer

    Leicester – Vichai Srivaddhanaprabha, thailändischer Besitzer des englischen Fußball-Erstligisten Leicester City, ist bei dem Hubschrauberabsturz am Samstagabend unweit des Stadions ums Leben gekommen. Das bestätigte der Verein am Sonntag. Srivaddhanaprabha wurde 60 Jahre alt.

    Insgesamt starben bei dem Unglück fünf Personen, darunter die beiden Piloten. Das Unglück ereignete sich nach dem Heimspiel gegen West Ham United (1:1). Srivaddhanaprabhas Hubschrauber war wie gewohnt vom Rasen des King Power Stadium gestartet.

    Nach Angaben seines Unternehmens soll ein technisches Problem unmittelbar nach dem Start zu einem Brand an Bord geführt haben. Da hatte der Agusta Westland AW169 gerade erst das Stadiondach überflogen. Augenzeugen berichteten von einem plötzlichen Stillstand des Heckrotors. Die Maschine sei daraufhin unkontrolliert abgestürzt und völlig ausgebrannt.

    Srivaddhanaprabha, Vater von vier Kindern, hatte Leicester im August 2010 um 39 Millionen Pfund gekauft und im Februar 2011 auch die Präsidentschaft übernommen. Unter seiner Führung stieg Leicester 2014 in die Premier League auf und schrieb zwei Jahre später mit dem Gewinn des Meistertitels ein modernes Fußballmärchen.

    Srivaddhanaprabha wurde als Gründer des Duty-Free-Konsortiums King Power zum Milliardär. In der Geldrangliste des Magazins "Forbes" liegt er mit einem geschätzten Vermögen von rund 4,3 Milliarden Euro in Thailand auf Platz fünf.

    foto: reuters/nicholls
    Gedenken an Vichai Srivaddhanaprabha beim Stadion von Leicester City.

    "Gebrochenes Herz"

    "Mit tiefstem Bedauern und gebrochenem Herzen bestätigen wir, dass unser Klubchef unter den Opfern ist, die auf tragische Weise ihr Leben verloren haben. Die Welt hat einen großartigen Mann verloren. Einen Mann voller Freundlichkeit und Großzügigkeit. Er hat Leicester geführt wie seine Familie", teilte der Klub am Sonntagabend mit.

    "Das ist eine Tragödie für den Klub, ich bin verdammt traurig", sagte Teammanager Claude Puel am Nachmittag. Augenzeugen zufolge soll Torhüter Kasper Schmeichel zum Unfallort geeilt und beim Betrachten der dramatischen Szene in Tränen ausgebrochen sein. Tormannlegende Peter Shilton erlebte das Unglück auf dem Weg nach Hause mit seiner Frau Stephanie hautnah mit. "Ich bin am Boden zerstört", sagte er.

    Am Tag nach dem Unglück legten Fans legen Blumen, Trikots und Schals am Stadion ab. Srivaddhanaprabha und seine Familie erfreuen sich großer Beliebtheit in Leicester – auch wegen ihres großen sozialen Engagements. Srivaddhanaprabha trat in der Öffentlichkeit stets bescheiden auf und pflegte eine gute Beziehung zu Leicesters Anhängern. An seinem Geburtstag spendierte er den Fans stets Bier und Kuchen – und pumpte Millionen in den Klub. Erst vor wenigen Tagen wurde die Errichtung eines 100 Millionen Pfund teuren neuen Trainingskomplexes genehmigt. (sid, red, 29.10.2018)

    • Mit dem völlig überraschenden Gewinn der englischen Meisterschaft 2016 schrieb Srivaddhanaprabhas Leicester eine der großartigsten Geschichten der Sporthistorie.
      foto: reuters/silva

      Mit dem völlig überraschenden Gewinn der englischen Meisterschaft 2016 schrieb Srivaddhanaprabhas Leicester eine der großartigsten Geschichten der Sporthistorie.

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