Verstappen siegt, Hamilton ist Weltmeister

    28. Oktober 2018, 21:57
    133 Postings

    Dem Briten reicht ein vierter Platz beim GP von Mexiko zu seinem fünften Titel, Rang zwei ist für Verfolger Vettel zu wenig

    Mexiko-Stadt – Lewis Hamilton ist zum fünften Mal Formel-1-Weltmeister. Der 33-jährige Brite wurde am Sonntag im drittletzten Saisonrennen in Mexiko beim Sieg von Red-Bull-Pilot Max Verstappen, der vor den beiden Ferraris von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen gewann, Vierter. Damit ist der Brite nicht mehr von der Spitze der Fahrerwertung zu verdrängen.

    Hamilton steht mit seinen fünf Titeln (2008, 2014, 2015, 2017, 2018) nun auf einer Stufe mit Argentiniens Formel-1-Ikone Juan Manuel Fangio. Nur der siebenfache Champion Michael Schumacher steht noch vor Hamilton. Für den 21-jährigen Niederländer Verstappen, der schon im Vorjahr in Mexiko gewonnen hatte, war es der fünfte Grand-Prix-Sieg seiner Karriere, der zweite in diesem Jahr nach jenem im Red-Bull-Heimrennen in Spielberg. Teamkollege und Polesetter Daniel Ricciardo fiel zehn Runden vor Schluss mit einem technischen Defekt aus.

    Hamilton machte schon beim Start klar, dass er nichts mehr anbrennen lassen wollte. Während Vettel, verdammt zum Siegen, seinen vierten Startplatz lediglich halten konnte, schob sich Hamilton auf den 890 Metern bis zur ersten Kurve auf Rang zwei vor. Vorjahressieger Verstappen übernahm die Führung und gab sie dann auch nicht mehr ab.

    Auf rohen Eiern

    Im Autodromo Hermanos Rodriguez entwickelte sich vor über 100.000 Fans die erwartete Reifenschlacht, alle Fahrer versuchten, die empfindlichen Pneus so gut es ging zu schonen. An der Reihenfolge an der Spitze änderte sich nach den ersten Boxenstopps nichts. Während Hamilton nicht zum Vollgas gezwungen wurde, überholte Vettel während einer Überrundungsphase Ricciardo.

    Kurze Zeit später ging der Deutsche auch an Hamilton vorbei, doch der 33-Jährige konnte es verschmerzen und wehrte sich nicht. Vettel hätte die WM-Entscheidung nur durch einen Sieg noch einmal vertagen können – falls Hamilton nicht über Platz acht hinausgekommen wäre.

    Der Brite, dessen Pneus immer mehr abbauten, musste nach einem Verbremser dann auch Ricciardo vorbeilassen. "Ich habe verdammt noch mal nichts zuzusetzen", funkte Hamilton: "Da läuft etwas schief." Doch eigentlich passierte dann nicht mehr viel. Vettel profitierte vom erneuten Ausfall Ricciardso, Hamilton cruiste dem Titel entgegen.

    Fahrerische Klasse

    Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte Hamilton in Mexiko Titel Nummer vier gefeiert. Er pilotierte in diesem Jahr auf dem Höhepunkt seines Schaffens, im Gegensatz zu Vettel unterlief ihm auch unter Druck kaum ein Fehler. Umso höher ist dieser Titel einzuschätzen, da der Brite noch im Sommer nicht als Favorit galt. Erstmals seit langer Zeit steuerte er nicht das schnellste Auto, doch Hamilton blieb in diesem lange heißen Duell cool, legte wie Mercedes noch einmal zu und unterstrich so seinen Status, einer der besten Rennfahrer der Geschichte zu sein.

    "Wir haben diesen Titel nicht hier gewonnen", sagte Hamilton nach einem aus seiner Sicht "fürchterlichen", durch große Reifenprobleme gekennzeichneten Grand Prix. "Ich bin seit ich 13 Jahre alt war bei Mercedes. Heute hier zu stehen und das zu schaffen, was Fangio geschafft hat, ist ein ganz besonderer Moment."

    Vettel ging durchaus selbstkritisch mit sich ins Gericht. "Wenn Ferrari und ich weniger Fehler machen, können wir das Tandem Mercedes/Hamilton besiegen", sagte er jüngst. In Zukunft müsse man dafür "einen besseren Job machen." Dieser Tag sei für ihn kein einfacher. (sid, APA, 28.10.2018)

    GP von Mexiko, Sonntag
    (71 Runden, 305,354 km)

    1. Max Verstappen (NED) Red Bull 1:38:28,851
    Schnitt: 186,038 km/h

    2. Sebastian Vettel (GER) Ferrari +17,316

    3. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari +49,914

    4. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes +1:18,738

    5. Valtteri Bottas (FIN) Mercedes +1 Runde

    6. Nico Hülkenberg (GER) Renault +2 Runden

    7. Charles Leclerc (MON) Sauber +2 Runden

    8. Stoffel Vandoorne (BEL) McLaren +2 Runden

    9. Marcus Ericsson (SWE) Sauber +2 Runden

    10. Pierre Gasly (FRA) Toro Rosso +2 Runden

    11. Esteban Ocon (FRA) Racing Point Force India +2 Runden

    12. Lance Stroll (CAN) Williams +2 Runden

    13. Sergej Sirotkin (RUS) Williams +2 Runden

    14. Brendon Hartley (NZL) Toro Rosso +2 Runden

    15. Kevin Magnussen (DEN) Haas +2 Runden

    16. Romain Grosjean (FRA) Haas +3 Runden

    Ausgeschieden:
    Fernando Alonso (ESP) McLaren, Sergio Perez (MEX) Racing Point Force India, Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull, Carlos Sainz jr. (ESP) Renault

    Schnellste Runde:
    Valtteri Bottas (FIN) Mercedes 1:18,741 Min. (Schnitt: 196,776 km/h)


    WM-Stände (nach 19 von 21 Rennen)

    Fahrerwertung:

    1. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 358

    2. Sebastian Vettel (GER) Ferrari 294

    3. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 236

    4. Valtteri Bottas (FIN) Mercedes 227

    5. Max Verstappen (NED) Red Bull 216

    6. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 146

    7. Nico Hülkenberg (GER) Renault 69

    8. Sergio Perez (MEX) Racing Point Force India 57

    9. Kevin Magnussen (DEN) Haas 53

    10. Fernando Alonso (ESP) McLaren 50

    11. Esteban Ocon (FRA) Racing Point Force India 49

    12. Carlos Sainz jr. (ESP) Renault 45

    13. Romain Grosjean (FRA) Haas 31

    14. Pierre Gasly (FRA) Toro Rosso 29

    15. Charles Leclerc (MON) Sauber 27

    16. Stoffel Vandoorne (BEL) McLaren 12

    17. Marcus Ericsson (SWE) Sauber 9

    18. Lance Stroll (CAN) Williams 6

    19. Brendon Hartley (NZL) Toro Rosso 4

    20. Sergej Sirotkin (RUS) Williams 1


    Konstrukteurswertung:

    1. Mercedes 585

    2. Ferrari 530

    3. Red Bull 362

    4. Renault 114

    5. Haas 84

    6. McLaren 62

    7. Racing Point Force India 47

    8. Sauber 36

    9. Toro Rosso 33 10. Williams 7

    Nächstes Rennen: Grand Prix von Brasilien am 11. November in Interlagos/Sao Paulo

    • Am Ende eines unspektakulären Rennens freute sich Lewis Hamilton über einen weiteren Titel.
      foto: reuters/romero

      Am Ende eines unspektakulären Rennens freute sich Lewis Hamilton über einen weiteren Titel.

    • Zuvor hatte der Brite einen unterlegenen Mercedes ins Ziel gebracht – das reichte.
      foto: apa/afp/getty images/istiten

      Zuvor hatte der Brite einen unterlegenen Mercedes ins Ziel gebracht – das reichte.

    Share if you care.