Kein Sieger im Spitzenspiel LASK gegen Salzburg

28. Oktober 2018, 19:17
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Der LASK fordert Salzburg beim 3:3 alles ab, doch der Tabellenführer bleibt ungeschlagen

Pasching – Red Bull Salzburg ist gewankt, hat die erste Saisonniederlage aber noch abwenden können. Der überlegene Tabellenführer erkämpfte sich in einem packender Schlager der zwölften Bundesliga-Runde beim LASK am Sonntag ein 3:3 und hielt den ersten Verfolger zehn Punkte auf Distanz. Für die Bullen war es die zweite sieglose Ligapartie in Folge nach dem 1:1 gegen Wacker Innsbruck.

Für die Salzburger lief dank Toren des Liga-Toptorschützen Munas Dabbur (12./Elfmeter), der zum achten Mal in der laufenden Saison traf, und Amadou Haidara (27.) in der mit 6.100 Zuschauern ausverkauften TGW-Arena in Pasching zunächst alles nach Plan. Nach der vermeintlichen LASK-Wende durch Treffer von Gernot Trauner (30.), Thomas Goiginger (45.) und Yusuf Otubanjo (58.) rettete der eingewechselte Smail Prevljak (84.) den Gästen aber noch einen Punktgewinn. Salzburg ist damit auch nach dem 21. Saison-Pflichtspiel weiter unbesiegt. Die zu Hause weiter ungeschlagenen Linzer hingegen warten in der Liga schon vier Partien auf einen vollen Erfolg, lösten aber St. Pölten auf Rang zwei ab.

Neuformierte Salzburger zunächst am Drücker

Salzburg-Trainer Marco Rose nahm im Vergleich zum 3:0-Erfolg in der Europa League am Donnerstag gegen Rosenborg Trondheim fünf Änderungen vor. Cican Stankovic (für Alexander Walke), Jerome Onguene (Andre Ramalho), Xaver Schlager (Diadie Samassekou), Reinhold Yabo (Zlatko Junuzovic) und Takumi Minamino (Fredrik Gulbrandsen) kamen ins Team. Beim LASK meldeten sich die zuletzt angeschlagenen Christian Ramsebner und Peter Michorl rechtzeitig fit, die Hausherren konnten also aus dem Vollen schöpfen.

"Sie sind ein sehr unangenehmer Gegner, der uns alles abverlangen wird", hatte Rose vor der Partie erklärt. Die Oberösterreicher unterstrichen das auf dem Platz, machten dem Titelverteidiger das Leben sehr schwer. Ihre Offensivambitionen untermauerten sie schon in der dritten Minute, bei einem Otubanjo-Schuss war Stankovic aber auf dem Posten. Sein Gegenüber Alexander Schlager musste hingegen bei der ersten Möglichkeit der Salzburger hinter sich greifen. Philipp Wiesinger ließ im Duell mit Hannes Wolf im Strafraum den Fuß stehen und Dabbur verwertete den zurecht verhängten Elfmeter souverän.

Die Gäste hatten deutlich mehr Ballbesitz und waren an Effizienz nicht zu überbieten. Die zweite Chance führte zum zweiten Treffer. Dabbur leitete einen Yabo-Freistoß glücklich zu Haidara weiter, der den Ball aus seitlicher Position ins Eck knallte. Schlager war chancenlos.

Linzer Mentalität passt

Der LASK ließ die Köpfe aber nicht hängen und zeigte eine tolle Reaktion. Einen Michorl-Eckball brachte Trauner per Kopf via Innenstange im Tor der Salzburger unter. Für den 26-jährigen Neu-Internationalen war es der Premierentreffer in der laufenden Saison. Der gab den Linzern enormen Auftrieb, die Partie war völlig offen, die Hausherren kamen vermehrt in die gegnerische Hälfte.

Der Ausgleichstreffer unmittelbar vor dem Pausenpfiff war der Lohn dafür. Goiginger kam im Strafraum sehr glücklich an den von Yabo abgelenkten Ball und untermauerte in der Folge sein enormes Selbstvertrauen. Der 25-Jährige hämmerte das runde Leder aus sehr spitzem Winkel via Unterkante der Latte ins Netz. Er besserte seine Pflichtspiel-Saisonbilanz damit auf sieben Tore und neun Assists auf.

Die Gastgeber nahmen den Schwung auch in die zweite Hälfte mit, waren aggressiv und mutig. Der Führungstreffer war deshalb nicht überraschend. Stankovic' Faustabwehr bei einem Michorl-Freistoß fiel zu kurz aus und Otubanjo donnerte den Ball Volley ins Eck. Salzburg versuchte in der Folge alles, um die erste Saisonniederlage noch abzuwenden. Bei einem Freistoß von Junuzovic fehlten nur Zentimeter (78.). Sechs Minuten später hatten die Gäste das nötige Glück. Prevljak traf nach Ulmer-Hereingabe aus knapper Abseitsposition zum Ausgleich.

Hektik zum Schluss

Am Schluss wurde es nochmals hektisch. Trauner kam nach einem rüden Einsteigen gegen Gulbrandsen mit Gelb davon. Die Salzburger Bank war aufgebracht und auch die Spieler auf dem Feld. Marin Pongracic sah nach Schlusspfiff wegen Schiedsrichterkritik noch die Rote Karte, er, er hatte Referee Grobelnik nach Auskunft von Trainer Rose die Befähigung abgesprochen, in der Bundesliga ein Fußballspiel zu pfeifen. (APA, 28.10. 2018)

Bundesliga, 12. Runde, Sonntag

LASK – Red Bull Salzburg 3:3 (2:2)
Pasching, TGW-Arena, 6.100 Zuschauer, SR Grobelnik

Torfolge:
0:1 (12.) Dabbur (Elfmeter)
0:2 (27.) Haidara
1:2 (30.) Trauner
2:2 (45.) Goiginger
3:2 (58.) Otubanjo
3:3 (84.) Prevljak

LASK: A. Schlager – Ramsebner, Trauner, Wiesinger – Ranftl, Holland, Michorl, Ulmann – Goiginger (92. Tetteh), Otubanjo (81. Frieser), Joao Victor

Salzburg: C. Stankovic – Lainer, Onguene, Pongracic, Ulmer – Haidara, Wolf (83. Gulbrandsen), X. Schlager, Yabo (67. Junuzovic) – Minamino (73. Prevljak), Dabbur

Rote Karte: Pongracic (Schiedsrichterkritik nach Schlusspfiff)

Gelbe Karten: Holland, Michorl, Trauner bzw. Onguene, Prevljak

Stimmen:

Oliver Glasner (LASK-Trainer): "Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung, es war schwierig am Anfang und nach dem 0:2. Es hat mir imponiert, dass sich die Mannschaft nicht aufgegeben und nach dem 1:2 wieder zum Glauben zurückgefunden hat. Es waren schöne Tore dabei, alles in allem top für österreichische Verhältnisse."

Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Es war das erwartete Spitzenspiel, unglaublich intensiv, jeder wollte ein Zeichen setzen. Wir waren in den ersten 20 Minuten extrem dominant. Nach dem 2:3 war es schwierig für uns, aber ich freue mich, dass die Mannschaft wieder Moral bewiesen hat. Sie hat sich das 3:3 verdient. Ich fahre mit einem guten Gefühl nach Hause."

  • Nach Haidaras 0:2 hatte so mancher den LASK wohl schon abgeschrieben.
    foto: apa/expa/eisenbauer

    Nach Haidaras 0:2 hatte so mancher den LASK wohl schon abgeschrieben.

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