Antiwaffenlobby in USA bei Wahlkampfspenden voran

    28. Oktober 2018, 11:56
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    Die Waffengegner liegen vor der Kongresswahl mit 20,2 Millionen Dollar vorne. Gruppen wie die NRA spendeten nur 14,1 Millionen

    New York – Erstmals seit mindestens zwei Jahrzehnten haben die Befürworter von strengeren Waffengesetzen im US-Wahlkampf mehr Geld ausgegeben als die Waffenlobby um die National Rifle Association (NRA). Bis zum 17. Oktober hätten "Gun Control"-Gruppen 20,2 Millionen Dollar (17,8 Millionen Euro) an Abgeordnete gespendet, teilte die US-Wahlkommission (FEC) am Freitag mit.

    Die "Pro Gun"-Seite, angeführt von der NRA, habe dagegen 14,1 Millionen Dollar ausgegeben. Die FEC wird vor der Abstimmung am 6. November keine weiteren Daten zu dem Thema vorlegen. Ihren Angaben zufolge könnte die NRA die Lücke in dieser Zeit aber noch schließen: Sie habe 8,9 Milliarden Dollar in Reserve, ihre Gegner 2,1 Millionen.

    Pro-Gun-Gelder fast ausschließlich an Republikaner

    Die NRA ist für etwa 85 Prozent der Ausgaben der "Pro Gun"-Gruppen verantwortlich. Das Geld geht fast ausschließlich an die Republikaner von Präsident Donald Trump. Zu der Gegenseite gehören Organisationen wie Giffords und Everytown for Gun Safety, die ihrerseits so gut wie nur Demokraten fördern. Ein Löwenanteil ihres Geldes in diesem Jahr stammt von dem Milliardär Michael Bloomberg, der Gründer der gleichnamigen Wirtschaftsagentur, die mit der Nachrichtenagentur Reuters konkurriert. Er hatte 2014 Everytown ins Leben gerufen und gilt als Kandidat für die Präsidentenwahl 2020.

    "Millionen von kleinen Spenden"

    Eine NRA-Sprecherin erklärte per E-Mail, das Geld eines Milliardärs aus New York werde nicht die Unterstützung der Bevölkerung für das in der US-Verfassung garantierte Waffenrecht kippen. Die NRA werde im Gegensatz dazu von "Millionen von kleinen Spenden" finanziert. Dagegen sprach der Exekutivdirektor von Giffords, Peter Ambler, von einem Wandel im öffentlichen Bewusstsein. Es sei erst einige Jahre her, dass strengere Waffengesetze in der Politik als ein viel zu heißes Eisen galten. "Jetzt ist das Gegenteil der Fall."

    Das Thema dürfte seit dem Wochenende wieder eine größere Rolle im Wahlkampf spielen: Bei einem Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh wurden elf Menschen getötet. Den Behörden zufolge setzte der mutmaßliche Täter dabei unter anderem ein Sturmgewehr ein. (APA, 28.10.2018)

    • Der Besitz von Waffen ist in den USA ein Grundrecht.
      foto: reuters

      Der Besitz von Waffen ist in den USA ein Grundrecht.

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