Hartberg hält Sturm mit 2:0 in Schach

27. Oktober 2018, 19:00
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Beide Tore von Rep – Aufsteiger überholt in der Tabelle die Grazer, welche mit drei Aluminiumtreffern hadern dürften

Hartberg – TSV Hartberg hat in der Fußball-Bundesliga den nächsten Coup geliefert. Eine Woche nach dem 3:0-Sieg gegen Rapid gewann der Aufsteiger am Samstag das Steirerderby gegen Vizemeister Sturm Graz mit 2:0 (0:0), Rajko Rep war mit einem Doppelpack (57., 89.) Matchwinner. Sturm traf dreimal nur Aluminium.

Hartberg schob sich mit dem dritten Sieg hintereinander auf Rang sechs vor und befindet sich damit überraschend mitten im Kampf um einen Platz im oberen Play-off. Sturm ist dagegen bereits fünf Runden sieglos und fiel aus den Top 6.

Hartberg-Trainer Markus Schopp ließ dieselbe Elf einlaufen, die Rapid gedemütigt hatte. Bei leichtem Nieselregen und mit Rückenwind machte zunächst aber Sturm das Spiel. Die Grazer attackierten früh und konsequent und stellten die Gastgeber im Spielaufbau damit vor Probleme. In der 20. Minute kam Sturm mit Hartberger Unterstützung fast zur Führung: Thomas Rotter fälschte eine Hereingabe von Lukas Grozurek ab, der Ball landete an der Stange.

Danach wurde der Aufsteiger vor den Augen von Teamchef Franco Foda aber stärker. Das Passspiel wurde präziser und über die Flanken sorgte Hartberg mehrmals für Gefahr. Innerhalb von zwei Minuten vergaben die Gastgeber aber zwei Riesenchancen. Nach schöner Kombination legte Dario Tadic auf Florian Sittsam auf, der das offene Tor aber verfehlte (25.). Eine Minute später traf Tadic in bester Position den Ball nicht. Danach hatte Hartberg aber auch Glück, als Schiedsrichter Markus Hameter einen Ellbogencheck von Rajko Rep nicht ahndete.

Es trifft allein der Aufsteiger

Nach der Pause sahen die knapp über 5.000 Zuschauer viele rassige Szenen auf beiden Seiten. Otar Kiteishvili fehlten in der 51. Minute nur Zentimeter zu seinem ersten Bundesliga-Tor, sein Schuss klatschte von der Latte zurück. Auf der Gegenseite parierte Jörg Siebenhandl einen Schuss von Siegfried Rasswalder (53.), der eine Minute später auf der eigenen Torlinie einen Treffer verhinderte. In der 57. Minuten schlugen die Heimischen aber zu. Rep startete einen Konter aus der eigenen Hälfte, wurde bei seinem Lauf über das halbe Feld nicht attackiert und schlenzte den Ball vom Sechzehner ins lange Eck.

Sturm erhöhte danach den Druck, kämpfte mit drei Stürmern gegen die Niederlage an, erspielte sich auch einige Chancen, blieb aber im Abschluss erfolglos. Die größte Ausgleichschance vergab der eingewechselte Emeka Eze, dessen Kopfball an der Latte (70.) landete. Im Finish machte Rep mit einem Schuss von der Strafraumgrenze alles klar. (APA, 27.10. 2018)

Bundesliga, 12. Runde:

TSV Hartberg – SK Sturm Graz 2:0 (0:0). Profertil Arena Hartberg, 5.024, SR Hameter.

Tore: 1:0 (57.) Rep, 2:0 (89.) Rep

Hartberg: Swete – Blauensteiner, Huber (10. Rotter), Siegl, Rasswalder – Ljubic, Sittsam – Flecker, Rep, Kröpfl (81. Sanogo) – Tadic (72. Schubert)

Sturm: Siebenhandl – Koch, Spendlhofer, Maresic, Schrammel – Lovric (61. Eze) – Huspek (65. Lema), P. Zulj, Kiteishvili, Grozurek (72. Hosiner) – Pink

Gelbe Karten: Rasswalder, Rep, Sittsam, Ljubic bzw. Zulj, Kiteishvili

Stimmen:

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): "Die Mannschaft ist stets fokussiert, richtig hungrig. Es waren turbulente erste 20 Minuten. Wir waren zu passiv, haben den Gegner zu viel Ballbesitz eingeladen, hatten aber bereits in der ersten Halbzeit zwei klare Möglichkeiten. Mit dem Tor von Rajko (Rep) haben wir die Partie dann zu unseren Gunsten gedreht. Die Mannschaft wollte heute das Ergebnis gegen Rapid bestätigen, weil nach dem 3:0 wurde vor allem über die Schwäche von Rapid gesprochen, das hat die Mannschaft ein bisschen gewurmt."

Heiko Vogel (Sturm-Trainer): "Gratulation an Hartberg, deren Sieg in Ordnung geht. Hartberg hat es geschickt gemacht, mit viel Leidenschaft und Engagement. Wir hatten zu viele Nachlässigkeiten im defensiven und im offensiven Bereich. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Den so langen Lauf von Rep beim ersten Tor muss man einfach unterbinden. Wir machen fatale Fehler. Natürlich verspüren wir Druck, unsere Jungs müssen lernen, damit umzugehen. Uns fehlt natürlich auch das Erfolgserlebnis."

Rajko Rep (zweifacher Torschütze): "Am Ende finde ich das 2:0 verdient. Ich war beim ersten Tor überrascht über die geringe Gegenwehr. In letzter Zeit spielen wir sehr gut und wir sind alle sehr glücklich."

  • Rajko Rep steigt himmelwärts.
    foto: apa/scheriau

    Rajko Rep steigt himmelwärts.

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