Rapid-Präsident Krammer droht Spielern mit Degradierung

    27. Oktober 2018, 11:33
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    Das Teamgefüge hat für den Klubchef oberste Priorität. Wer nicht bereit sei, alles dafür zu geben, müsse mit ernsthaften Konsequenzen rechnen

    Wien – Sollte es für die Rapid-Spieler in den vergangenen Wochen eine gewisse Schonfrist gegeben haben, so dürfte sie spätestens seit Donnerstag vorbei sein. Präsident Michael Krammer reagierte erzürnt auf den Auftritt beim 0:5 gegen Villarreal und übte heftige Kritik an den Profis, während Trainer Dietmar Kühbauer und Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel volle Rückendeckung genießen.

    Die Spieler hingegen müssen sich am Riemen reißen, betonte Krammer vor dem Fußball-Bundesliga-Heimspiel am Sonntag gegen die Admira. Ob es im Kader Gruppenbildungen gibt oder nicht, interessiert den Clubchef relativ wenig. "Entscheidend ist nicht, dass sie sich lieben, sondern dass sie alles füreinander geben, wenn sie auf dem Platz stehen. Diejenigen, die dieses Prinzip nicht begreifen, werden nicht mehr dabei sein, egal, wie sie heißen, woher sie sind oder wie viel sie gekostet haben."

    Teamgefüge oberte Priorität

    Wer nicht bereit sei, alles für den Verein und das Teamgefüge zu geben, könnte laut Krammer demnächst gravierende Probleme bekommen. "Spieler, die das System blockieren, werden unter Didi (Anm.: Kühbauer) keine Chance haben. Da gibt es einen Karriereknick vom Spieler zum Zuschauer." Außerdem meinte der Niederösterreicher: "Manche glauben, dass sie besser sind, als sie wirklich sind."

    Die Frage nach der Qualität der Spieler ist für Krammer nur schwierig zu beantworten. "Es geht bei einigen nicht um Qualität, sondern um Mentalität. Wobei – was ist eigentlich Qualität? Wenn ich sie nicht auf den Platz bringe, habe ich sie nicht."

    Die Zeiten, in denen sich die Kicker auf den jeweiligen Coach ausreden konnten, seien nun vorbei. "Wie viele Trainer hatte diese Mannschaft in den letzten zwei Jahren? Damit ist jetzt Schluss", erklärte Krammer, der seit Juni 2016 vier Trainerwechsel vornahm.

    Rückendeckung für Bickel

    Zwei davon fielen in die Amtszeit von Sportchef Bickel. Der Schweizer gerät nun selbst bei Teilen der Anhängerschaft immer mehr ins Schussfeld – sehr zum Ärger von Krammer. "Es hilft niemandem, wenn man ständig auf der Suche nach Schuldigen für eine Situation ist, die mehrere oder alle zu verantworten haben", sagte der Rapid-Präsident.

    Nun liegt die Hoffnung bei Neo-Coach Kühbauer. "Man muss dem Trainer Zeit geben, um Mechanismen zu verändern, und diese Zeit bekommt er." Krammer glaubt an eine baldige Trendwende. "Ich habe hundertprozentiges Vertrauen, dass es das Trainerteam mit der Mannschaft schafft." (APA, 27.10.2018)

    • Die Zeiten, in denen sich die Kicker auf den jeweiligen Coach ausreden konnten, seien nun vorbei, sagt Rapid-Präsident Michael Krammer.
      foto: urban

      Die Zeiten, in denen sich die Kicker auf den jeweiligen Coach ausreden konnten, seien nun vorbei, sagt Rapid-Präsident Michael Krammer.

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