Reporter ohne Grenzen: Bombendrohung gegen CNN ist Drohung gegen alle Medien

    25. Oktober 2018, 15:45
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    Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich fordert ein Ende der Hetze gegen Journalisten

    Wien – Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen Österreich verurteilte die Bombendrohung gegen den Nachrichtensender CNN. In den vergangenen Tagen waren in den USA Briefbomben aufgetaucht, die unter anderem an CNN, Barack Obama und Hillary Clinton adressiert waren.

    "Donald Trump schürt zielgerichtet Hass gegen Journalisten. Diese Bomben sind die direkte Konsequenz davon", sagt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. "Der US-Präsident trägt Verantwortung für Medienhass und Gesellschaftsspaltung, wenn er fortwährend gegen Journalisten und politisch anders Denkende hetzt."

    Möhring: Trump toleriert Gewalt gegen Journalisten

    Trump hatte den Akt des Bombenversands zwar verurteilt, schob die Schuld für ein Klima des Hasses aber auf die Medien. "Ein sehr großer Anteil des Zorns, den wir heute sehen, wird durch die absichtlich falschen und inkorrekten Berichte der etablierten Medien hervorgerufen, die ich als Fake News bezeichne", schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter.

    Trump toleriere Gewalt gegen Journalisten, schreibt Reporter ohne Grenzen in einer Aussendung, seit seiner Angelobung hätten Morddrohungen gegen Journalisten zugenommen. "Bei der Bombendrohung handelt es sich um einen versuchten Massenmord. Wären sie explodiert, wären viele Menschen gestorben. Wir fordern die gründliche Suche nach dem oder den Tätern und ein Ende der Hetze gegen Journalisten", appellierte Möhring. "Die Bedrohung von Journalisten ist nicht nur eine Gefahr für die Medienschaffenden selbst, sie ist vor allem eine Gefahr für die Demokratie. Es ist auch ein Angriff auf das Recht aller Bürger auf Information."

    Die USA liegt auf der Rangliste der Pressefreiheit 2018 von Reporter ohne Grenzen auf Platz 45 von 180 Ländern, eine Verschlechterung von zwei Plätzen gegenüber dem Vorjahr. (red, 25.10.2018)

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