Früherer EU-Kommissar Fischler hat wenig Hoffnung auf Brexit-Deal

    25. Oktober 2018, 11:53
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    "Schlechte Voraussetzungen" im britischen Parlament – Jeder Vertrag, der für die EU gute Bedingungen schafft, dürfte auf Widerstand in London stoßen

    Wien – Der frühere EU-Kommissar Franz Fischler blickt pessimistisch auf die Schlussphase der Verhandlungen über einen Austritt Großbritanniens aus der EU. "Die Chance, dass wir eine halbwegs vernünftige Verhandlungslösung am Ende des Tages auch in Kraft sehen werden, die sind zurzeit nicht einmal bei 50 Prozent", sagte Fischler am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Business Circle in Wien.

    "Es ist zwar so, dass intern auf der Fachleuteebene die Verhandlungen gar nicht so schlecht laufen, aber das eigentliche Problem ist die britische Seite", meinte der Präsident des Europäischen Forums Alpbach. Bei einer "halbwegs guten Lösung", mit der auch Brüssel leben könne, werde es nämlich sofort heißen, die britische Regierungschefin Theresa May sei "über den Tisch gezogen worden". Das sei eine "schlechte Voraussetzung" für eine Zustimmung des britischen Parlaments, das einen Deal absegnen müsste. "Die Anhänger des harten Brexit sind im britischen Parlament noch immer ziemlich zahlreich", sagte Fischler. "So, wie die Dinge zurzeit liegen, schaut es alles andere als gut aus." (red, APA, 25.10.2018)

    • Franz Fischler gilt als liberaler Konservativer.
      foto: apa/expa/jakob gruber

      Franz Fischler gilt als liberaler Konservativer.

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