Die Empfindlichkeit des "Teufelslochs"

    27. Oktober 2018, 09:14
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    Innsbrucker Forscher untersuchten, wie sich klimatische Veränderungen auf das Devils Hole in Nevada auswirkten

    foto: ap photo/jae c. hong
    Blick ins "Teufelsloch".

    Innsbruck/Wien – Devils Hole ist der Name eines Höhlensystems unbekannter Größe im US-Bundesstaat Nevada, das mit Wasser geflutet ist. Bekannt wurde es unter anderem dadurch, dass es eine Fischart, die nur dort vorkommt, beherbergt, den Teufelskärpfling. Gegenstand einer neuen Studie von Innsbrucker Forschern war jedoch etwas anderes: Nämlich wie dieses unterirdische Wasserreservoir in einer der trockensten Regionen Nordamerikas als Gradmesser für Niederschlagsmenge und Klima der Region fungieren kann.

    Die Forscher um Kathleen Wendt und Christoph Spötl vom Institut für Geologie der Universität Innsbruck bestimmten das Alter der Kalzit-Ablagerungen in dem bis zu 150 Meter tiefen Reservoir. Daraus konnten sie ermitteln, wie sich die Höhe des Grundwasserspiegels im "Teufelsloch" in den vergangenen 350.000 Jahren verändert hat. Dieses Mineral lagert sich nämlich an den Felswänden an, wenn das Grundwasser langsam durch die Gänge der Höhle fließt, erklärt Wendt.

    Schwankungen spiegeln klimatische Veränderungen wider

    Sie konnten Schwankungen in der Höhe des Grundwassers von bis zu zehn Metern über dem heutigen Niveau erkennen und nachvollziehen, wie sich das Niederschlagsmuster im Südwesten der Vereinigten Staaten in Vorzeiten verändert hat.

    Diese Region bezieht das wenige Wasser von Winterstürmen, die vom Pazifik her über das Land ziehen. Wo und wie heftig sie sich abregnen, ist von vielen Faktoren abhängig, erklärten die Forscher – etwa von der Oberflächentemperatur und den Drucksystemen im Wettergeschehen des Ostpazifiks. Wenn sich diese Faktoren zum Beispiel während der Trockenheit einer Kaltzeit veränderten, hatte dies deutliche Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel im Devils Hole.

    "Die Vergangenheit hat uns damit gezeigt, dass dieser Wasserversorger unglaublich empfindlich auf die globalen Klimaänderungen reagiert", so die Geologin. Und die Anzeichen würden auf eine noch trockenere Zukunft hindeuten, meint sie: "Klimamodelle prognostizieren für diese Region im nächsten Jahrhundert noch höhere Temperaturen und noch weniger Niederschläge". Dieser Trend sei auf eine allmähliche Nordverschiebung der pazifischen Zugbahnen zurückzuführen, was die Niederschlagsmenge, die in Zukunft das Great Basin im Westen Nordamerikas erreicht, reduzieren wird. (APA, red, 27. 10. 2018)

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