Wiener Tierhaltegesetz: Grüne fordern Novelle der Novelle

    24. Oktober 2018, 15:18
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    Die Maulkorbpflicht für Listenhunde wurde bereits gestrichen, Tierschutzsprecher Rüdiger Maresch will jetzt den Hundeführschein für alle

    Wien – Noch bevor die zwölfte Novelle des Wiener Tierhaltegesetzes am Donnerstag in den Landtag geht, fordern die Wiener Grünen, die das neue Gesetz mitverhandelt haben, eine erneute Novellierung. "Wir wollen keine Schnellschüsse", sagte der grüne Tierschutzsprecher Rüdiger Maresch bei einem Hintergrundgespräch am Mittwoch.

    Was man aber wolle, sei ein verpflichtender Führschein für alle Hundebesitzer – nicht wie bisher nur für die von Listenhunden, also jene zwölf Rassen, die im Gesetz als besonders gefährlich gelten. Maresch argumentiert damit, dass es nicht die Listenhunde seien, die die Beißsstatistik anführen, sondern Schäferhunde und Dackel.

    Prinzip Listenhund veraltet

    Dazu will der grüne Tierschutzsprecher diskutieren, ob die geplante Alkoholobergrenze für die Führer von Listenhunden für alle Hundeführer gelten sollte. Das Prinzip Listenhund sei "veraltet", sagt Maresch. Prüfer sollten festlegen können, welche Hunde einen Maulkorb tragen müssen. Auch regelmäßige Kontrollen könne man sich vorstellen, die 27 Prüfer, die es derzeit in Wien gibt, könnten das stemmen.

    Tierschutzstadträtin Ulli Sima (SPÖ) kann diesem Vorschlag wenig abgewinnen. "Ich sehe nicht die Notwendigkeit, dass man jeden Chihuahua-Besitzer durch eine für Kampfhunde gedachte Schulung schickt", sagt sie im Gespräch mit der APA. Sie versuche zudem weiter ihren Koalitionspartner von der Maulkorbpflicht für Listenhunde zu überzeugen – diese wurde auf Wunsch der Grünen aus dem Gesetz gestrichen. "Das sind die Hunde mit der stärksten Bisskraft", sagt Sima.

    Auch Niederösterreich will Änderung

    Auch in Niederösterreich denkt man nach dem Expertengipfel vom Mittwoch, initiiert von Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ), an eine Reform. Angedacht werden Änderungen bei der Ausbildung von Hundehaltern, eine Maulkorbpflicht an öffentlichen Plätzen sowie eine Datenbank zur Registrierung auffälliger Hunde. (APA, elas, 24.10.2018)

    • Der Schäferhund steht nicht auf "der Liste". Dennoch ist er einer, der oft für Beißunfälle verantwortlich ist.
      foto: der plankenauer/cl

      Der Schäferhund steht nicht auf "der Liste". Dennoch ist er einer, der oft für Beißunfälle verantwortlich ist.

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