Saudischer Kronprinz verurteilt nun doch Khashoggi-Mord

    Video24. Oktober 2018, 19:34
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    US-Präsident Trump schließt Mitwisserschaft Mohammed bin Salmans nicht mehr aus: "Er hat das Sagen" – London verhängt Einreiseverbote

    Washington/Istanbul – Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman hat die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi als "abscheulichen Vorfall" verurteilt. Bei einem Wirtschaftsforum in Riad sagte der Kronprinz am Mittwoch zu, den Fall aufzuklären: "Die Gerechtigkeit wird siegen." Es waren die ersten öffentlichen Äußerungen des Thronfolgers seit Khashoggis Tod.

    US-Präsident Donald Trump schließt unterdessen nicht mehr völlig aus, dass der saudische Kronprinz über den Mord informiert war. Der Prinz führe derzeit in Saudi-Arabien in zunehmendem Maße die Regierungsgeschäfte, sagte Trump in einem am Dienstagabend veröffentlichten Interview mit dem "Wall Street Journal".

    foto: apa/afp/smialowski
    Donald Trump hat Zweifel an der Version der Saudis.

    "Er hat das Sagen, und wenn es also irgendjemand gewesen wäre, dann er", betonte Trump. Er glaube aber nicht, dass König Salman vorher über die Tötung informiert worden sei.

    Khashoggi war am 2. Oktober in das Istanbuler Konsulat seines Landes gegangen, um ein Dokument für seine anstehende Hochzeit abzuholen, aber nicht wieder herausgekommen. Saudi-Arabien gestand am vergangenen Samstag seinen Tod im Konsulat ein, erklärte aber, er sei bei einer Schlägerei ums Leben gekommen. 18 saudische Staatsangehörige wurden festgenommen. Mohammed bin Salman bestreitet jede Verantwortung.

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    "Ich will ihnen wirklich glauben"

    Trump sagte am Dienstagabend, er habe am Vortag mit dem Kronprinzen gesprochen. Dieser habe nachdrücklich gesagt, dass er damit nichts zu tun gehabt habe. Die Sache habe sich auf einer niedrigeren Ebene abgespielt. Trump wolle dem Glauben schenken, zitierte ihn das "WSJ": "Ich will ihnen wirklich glauben."

    Die USA leiteten unterdessen erste Strafmaßnahmen ein. Das Außenministerium teilte mit, dass 21 saudischen Verdächtigen im Fall Khashoggi entweder ihr Visum entzogen werde oder sie zu Personen erklärt werden, die nicht mehr für ein Einreisevisum in die USA infrage kommen. Laut Außenminister Mike Pompeo werden weitere Maßnahmen sondiert, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

    Großbritannien verhängt Einreisesperren

    Auch Großbritannien verhängte Einreiseverbote über die saudischen Verdächtigen. Ihnen werde das Visum entzogen, erklärte Premierministerin Theresa May am Mittwoch. "Wenn diese Personen derzeit über ein Visum verfügen, dann wird es ihnen heute entzogen."

    CIA-Chefin informiert

    Laut einer türkischen Zeitung hat sich inzwischen CIA-Chefin Gina Haspel über die Ermittlungen vor Ort ein Bild gemacht. Die regierungsnahe Zeitung "Sabah" berichtete am Mittwoch, der türkische Geheimdienst MIT habe Haspel bei einem Besuch in Ankara "Video- und Audioaufnahmen" gezeigt und die bei der Durchsuchung des saudischen Konsulats und der Residenz des Konsuls gesammelten Beweise mit ihr geteilt.

    Türkische Medien berichten seit Wochen, dass die Ermittler über Ton- und Bildaufnahmen aus dem Konsulat verfügen, die die Ermordung des "Washington Post"-Kolumnisten belegen. Die türkische Regierung hat das bisher aber nicht bestätigt, und auch Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die Existenz solcher Aufnahmen in seiner Rede zum Fall Khashoggi am Dienstag nicht erwähnt. Sollten solche Aufnahme existieren, so ist dabei unklar, wie die Ermittler daran gelangt sind. (APA, 24.10.2018)

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