ERC-"Synergy Grant" an Forscher der MedUni Wien

    23. Oktober 2018, 21:20
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    Forscher aus Wien, Genua und London wollen mit zehn Millionen Euro neue Bionik-Prothesen entwickeln.

    Wien/Klosterneuburg – 27 Forschungsgruppen erhalten einen mit jeweils bis zu zehn Mio. Euro dotierten "Synergy Grant" des Europäische Forschungsrat (ERC). An einem dieser Kooperationsprojekte ist die Medizinische Universität Wien beteiligt. Mit italienischen und britischen Kollegen wollen sie neue Bionik-Prothesen entwickeln. Neuen Zahlen zufolge hat das IST Austria die europaweit höchste Erfolgsquote beim ERC.

    Der ERC hatte die Förderschiene "Synergy Grant" 2013 eingestellt und im Vorjahr wieder ausgeschrieben. Beim Comeback wurden nun insgesamt 250 Mio. Euro an 27 Gruppen mit jeweils zwei bis vier Forschungsteamleitern vergeben. Ziel ist die Unterstützung von Projekten, die ohne die enge Zusammenarbeit in diesen kleinen Gruppen nicht möglich wäre. Durch die Kombination von einander ergänzenden Fähigkeiten und Ressourcen sollen dabei ambitionierte wissenschaftliche Problemstellungen im Grenzbereich zwischen Disziplinen bearbeitet werden.

    Neuartige Prothesen

    Aus Österreich ist Oskar Aszmann, Leiter des Christian Doppler-Labors für Wiederherstellung von Extremitätenfunktionen an der Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie der Medizinuni Wien, gemeinsam mit Kollegen des Instituts für Technologie in Genua (Italien) und des Imperial College London (Großbritannien) an einer erfolgreichen Gruppe beteiligt. Die Fördersumme von zehn Mio. Euro wird gedrittelt.

    Ziel des Projekts ist es, Patienten, die eine ihrer Extremitäten verloren haben, mit einem neuen Konzept zu behandeln. Sie sollen ihre Prothese als natürlichen Teil des Körpers empfinden. Dafür sollen Nervensignale zur Steuerung einer weichen Prothese nach dem "Soft Robotics"-Prinzip herangezogen werden und eine natürliche, intuitive Interaktion mit der Umwelt ermöglichen.

    Europaweit höchste Erfolgsquote

    ERC-Präsident Jean-Pierre Bourguignon gab am Montag bei einer Veranstaltung des Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg (NÖ) neue Daten über die Erfolgsquote von Forschungseinrichtungen beim ERC bekannt. Für die Statistik wurden nur Institutionen mit mindestens 30 ERC-Grants berücksichtigt – das sind europaweit 65 Einrichtungen. Demnach führt das IST Austria – an das mittlerweile 40 ERC-Förderpreise gingen – mit einer Erfolgsquote von 48 Prozent vor dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) mit 37 Prozent und dem israelischen Weizmann-Institut mit knapp 35 Prozent und schlägt auch Einrichtungen wie die ETH Zürich (29 Prozent), die Universitäten Cambridge (23) und Oxford (19) oder die Max-Planck-Gesellschaft (22). Die durchschnittliche Erfolgsquote beim ERC liegt demnach bei rund 13 Prozent. (APA, 23.10.2018)

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