Prozess wegen Angriffs auf Radtouristen in Tadschikistan begonnen

    23. Oktober 2018, 18:47
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    Zwei US-Bürger, ein Schweizer und ein Niederländer Ende Juli umgebracht

    Duschanbe – Nach dem tödlichen Angriff auf vier ausländische Radtouristen in Tadschikistan hat am Dienstag der Prozess gegen den Hauptverdächtigen begonnen. Der 33-jährige Hussein Abdusamadow muss sich wegen Mordes an den Urlaubern aus der Schweiz, den Niederlanden und den USA verantworten, teilte der Oberste Gerichtshof der Ex-Sowjetrepublik in der Hauptstadt Duschanbe mit.

    Abdusamadow, der sich zur Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte, hat die Tat gestanden. Zusammen mit mehreren Komplizen hatte Abdusamadow Ende Juli eine Gruppe Radfahrer im Bezirk Danghara rund hundert Kilometer südöstlich von Duschanbe zunächst mit dem Auto angefahren. Anschließend attackierten die Angreifer die Touristen mit Messern und Schusswaffen. Die beiden US-Touristen Geoghegan und Jay Austin, der Schweizer Markus Hummel und der Niederländer René Wokke wurden getötet.

    Die IS-Miliz veröffentlichte anschließend ein Video, in dem die Täter den Jihadisten die Treue schwören. Vier Verdächtige wurden nach der Tat bei einer Verfolgungsjagd von der Polizei erschossen.

    Hinter verschlossenen Türen

    Die tadschikische Regierung machte trotz des Bekennervideos jedoch nicht den IS, sondern die islamistische Partei IRPT für den Angriff verantwortlich. Kritiker halten diese Anschuldigung für politische motiviert. Zahlreiche Anführer der 2015 verbotenen Partei verbüßen derzeit lange Haftstrafen.

    Der Prozess gegen Abdusamadow findet hinter verschlossenen Türen in einem Hochsicherheitsgefängnis statt. 16 weitere Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten, weil sie Informationen über den bevorstehenden Angriff nicht an die Polizei weitergegeben hatten. (APA, 23.10.2018)

    • Die US-Botschaft in Duschanbe hat nach den tödlichen Angriffen ein Kondolenzbuch aufgelegt.
      foto: afp/str

      Die US-Botschaft in Duschanbe hat nach den tödlichen Angriffen ein Kondolenzbuch aufgelegt.

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