3D-Computergrafik erlaubt Schauspielern eine Karriere nach dem Tod

    10. Dezember 2018, 14:10
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    Zahlreiche Filmstudios scannen zusehends die großen Stars ihrer Filme. Die Beweggründe sind vielseitig und scheint beiden Seiten nützlich zu sein

    Weder das Alter und nicht mal der Tod hält Schauspieler und Sänger zusehends davon ab, in Filmen mitzuwirken oder bei Konzerten aufzutreten. Die Fortschritte bei Computer Generated Imagery (CGI) erlaubten nicht nur der 2016 verstorbenen Carrie Fisher in "Rogue One: A Star Wars Story" als junge Prinzessin Leia mitzuwirken, sie brachten auch 2012 den bereits 1996 verstorbenen US-Rapper Tupac Shakur via Hologramm zurück auf die Bühne. Im kommenden Jahr wird sogar ein Amy-Winehouse-Hologramm auf Tour gehen um Geld für den guten Zweck zu lukrieren.

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    Tupac performte am Coachella 2012 mittels CGI zusammen mit Snoop Dog

    Was wie eine Zukunftsutopie klingt ist schon längst Wirklichkeit. Das Star Wars Franchise scannt mittlerweile alle ihre Schauspieler in führenden Rollen, wie ein Visual Effects-Supervisor bereits im vergangenen Jahr bestätigte. Man wisse schließlich nicht ob man sie später noch braucht. Was für die Produktionsfirmen im Falle des plötzlichen Todes eines Schauspielers eine Art Risikoversicherung ist, ist für die Schauspieler oft schnell und einfach verdientes Geld. Zudem ist es für sie eine Möglichkeit für ihre Nachkommen zu sorgen und auch an nach dem Tod an ihrem künstlerischen Vermächtnis zu "arbeiten".

    Bis zu eine Million Dollar pro Scan

    Das führende Unternehmen im Bereich der Körper-Scans, Digital Domain, hat bereits in zahlreichen Filmen – beispielsweise bei "Avengers: Infinity War" – seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Mittels hunderter, in Kugelform angebrachter, LED-Lichter scannen sie ein Gesicht aus jedem Winkel und versuchen möglichst viele der Mimiken und Gesichtszüge eines Schauspielers zu erfassen. Auch Bewegungsabläufe und Gehmuster werden gescannt. Die LED-Lichter sind zugleich in der Lage verschiedenste Outdoor-Wetterlagen zu simulieren, um so die Gesichtszüge bei Regenwetter oder aber auch strahlendem Sonnenschein möglichst realitätsnah abzubilden.

    foto: reuters/clodagh kilcoyne
    Mittels CGI spielte im 2016 erschienenen "Rogue One"-Film nochmals die junge Carrie Fisher mit.

    Bis alle markanten Frisuren, Outfits und Posen einwandfrei "im Kasten" sind, kann es bis zu zwei Tage dauern. In der Regel verbraucht dieser Prozess rund fünf bis zehn Terabyte an Daten und kann bis zu einer Million US-Dollar kosten. Zwischen 50 und 60 Menschen wurden von Digital Domain bereits vollständig gescannt. Schauspieler die es sich leisten können, könnten auf diese Weise natürlich auch selbst eine lukrative Investition machen, wenn sie in der Lage sind Filmstudios auch ein jüngeres "Ich" von sich anbieten zu können. Samuel L. Jackson wird im kommenden "Captain Marvel" Movie beispielsweise dank CGI deutlich jünger wirken als er tatsächlich ist.

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    Carrie Fisher glaubte offenbar tatsächlich mit ihr gedrehtes Material anzusehen, als sie das erste Mal die 3D-Computergrafik von ihr als junge Prinzessin Leia sah.

    Ganz ausgereift ist die Technik freilich noch nicht. Gerade an den Bewegungen der Mundwinkel lässt es sich immer wieder erkennen, dass kein realer Schauspieler eine Szene gedreht hat. Dennoch schreiten die Entwicklungen unaufhaltsam voran und schon bald wird es kaum erkennbar sein, ob der Schauspieler auf der Leinwand tatsächlich die Rolle als lebender Akteur gespielt hat. Ein Visual Effects-Produzent bei Digital Domain ist sich sicher, dass die Zuschauer den Wandel gar nicht bemerken werden. Immerhin merkt es heute schon kaum jemand mehr, wenn er einen Kopf eines berühmten Schauspielers auf den Körper des Stunt-Doubles setzt. (red, 24.10.2018)

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