100 ORF-Programmstunden erinnern an 100 Jahre Republik

    23. Oktober 2018, 15:22
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    "Menschen & Mächte" "ZiB Spezial"-Sendung am 11. November live aus Studio vor dem Parlament

    Wien – Nicht vor dem Eingang zu dem am 10. November mit der Ausstellung "Aufbruch ins Ungewisse – Österreich seit 1918" eröffnenden Haus der Geschichte Österreich, sondern vor der in der Neuen Burg einen Stock höher gelegenen Sammlung Alter Musikinstrumente präsentierte der ORF am Dienstag seinen großen Zeitgeschichteschwerpunkt "1918 – Die Geburt der Republik": 100 Programmstunden für 100 Jahre.

    Mit dem trimedialen Schwerpunkt schließe man an die umfangreichen Programmaktivitäten im März rund um "80 Jahre 'Anschluss'" an, sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz: "Es ist wichtig, auf die Anfänge unserer Republik zurückzublicken, um unsere Zeit besser zu verstehen." Anders als der März 1938 sei der 12. November 1918, das Datum der Ausrufung der Republik Deutschösterreich, deutlich geringer im kollektiven Gedächtnis des Landes verankert.

    Tarek Leitner meldet sich aus dem "Glaskobel-Studio"

    Für eine "ZiB Spezial"-Sendung hat man sich jedoch den 11. November ausgesucht. Dies sei aus zwei Gründen geschehen, sagte ORF-TV-Zeitgeschichteredaktionsleiter Andreas Novak: "An diesem Tag hat Kaiser Karl auf die Regierungsgeschäfte verzichtet, und im Wald von Compiegne wurde die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet." Moderator Tarek Leitner meldet sich aus dem "Glaskobel-Studio" direkt vor dem Parlament, wo vor 100 Jahren die Republik proklamiert wurde. Studiogäste sind u. a. Hugo Portisch, Altbundespräsident Heinz Fischer und der Historiker Manfried Rauchensteiner. Dabei wird es auch eine Live-Schaltung nach Paris geben, wo an diesem Tag zu großen Gedenkfeiern anlässlich der Beendigung des Ersten Weltkriegs zahllose europäische Politiker erwartet werden.

    Das von Franz Welser-Möst geleitete "Friedenskonzert der Wiener Philharmoniker" im Schloss Versailles überträgt ORF 3 am 11. November live-zeitversetzt um 20.15 Uhr. Rund ein Fünftel der an die 100 zu dem Schwerpunkt angesetzten Sendungen auf ORF III sei neu produziert, sagte ORF-3-Programmgeschäftsführer Peter Schöber, der auch auf den Doku-Vierteiler "Auf den Spuren der Republik" mit Heinz Fischer sowie neue Ausgaben des Formats "Baumeister der Republik" verwies. Den Staatsakt anlässlich der 100. Wiederkehr des Jahrestages der Gründung der Republik am 12. November (11 Uhr) in der Wiener Staatsoper überträgt ORF 2 live. Festrednerin ist die Autorin Maja Haderlap.

    "Kriegsgetöse und Demokratielabor"

    Insgesamt versuche man dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Tage vor 100 Jahren von "einer Melange aus Kriegsgetöse und Demokratielabor" gezeichnet gewesen seien, sagte Novak. "Um diese beiden Punkte dreht sich auch unser Schwerpunkt." ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner verwies insbesondere auf die Fortführung der "historischen Vignetten", die sich bereits im März bewährt hätten, und bei denen Schauspielschüler in Kurzspots Ausschnitte aus historischen Tagebüchern, Briefen oder Zeitungen lesen.

    Im Zeichen des 100-jährigen Bestehens der Republik stehen weiters ein "Report Spezial" zum Thema "100 Jahre Republik – wie stark ist unsere Demokratie?", die neuen "Menschen & Mächte"-Dokus "1918 – Depression und Jubel" und "Viktoria Savs, die Soldatin des Kaisers" sowie alle neun Folgen der "Universum History"-Serie "Unser Österreich", "Im Zentrum" und der "Kulturmontag". Ö1 bietet ebenfalls einen eigenen Schwerpunkt. (APA, 23.10.2018)

    Info:
    Alle Sendungen sind unter https://oe1.ORF.at/100jahrerepublik abrufbar

    • Josef Fritzenwanker, geboren 1918 in Saalbach, mit Kameramann Martin Gerhartl in einer Ausgabe von "Menschen & Mächte"
      foto: orf / robert gokl

      Josef Fritzenwanker, geboren 1918 in Saalbach, mit Kameramann Martin Gerhartl in einer Ausgabe von "Menschen & Mächte"

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