Erste Tests des iPhone XR: Was Apple unter "preiswert" versteht

    23. Oktober 2018, 13:49
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    Lob für flottes Smartphone mit wenig Kompromissen zum iPhone XS – Abstriche bei Display und Kamera

    Wer sich ein iPhone XS oder XS Max kaufen möchte, muss zumindest 1.150 Euro ausgeben. Hat man so ein Budget nicht zur Verfügung oder will schlicht nicht so viel Geld in die Hand nehmen, musste man vor kurzem noch auf ein älteres Modell der Reihe zurückgreifen.

    Nun landet aber bald das beim Event im September vorgestellte iPhone XR am Markt. Mit einem Einstiegspreis von hierzulande 849 Euro ist es die Hoffnung für alle, die ein günstigeres, aktuelles Apple-Smartphone besitzen wollen. Nun sind erste Rezensionen erschienen. Sie stellen dem Handy ein gutes Zeugnis aus. Für die Zusammenfassung berücksichtigt wurden die Tests von Wired, Tom’s Guide und The Verge.

    Neue Front, bekannte Rückseite

    Mit einem 6,1 Zoll-Display besetzt das XR die Mitte zwischen dem iPhone XS und XS Max. Allerdings kommt kein OLED zum Einsatz, sondern ein "Liquid Retina"-LCD-Panel. Dieses bietet naturgemäß etwas weniger kontrastreiche Farbdarstellung, was im direkten Vergleich auch auffällt. Allerdings: Bei seitlicher Neigung sind recht schnell ein leichter Rotstich und eine Verdunkelung. Ein Phänomen, das beim iPhone 8, das ebenfalls mit einem LCD ausgestattet ist, in dieser Form nicht auftritt. Lob gibt es für die gute Helligkeit.

    Das Gerät folgt auf der Frontseite der neuen Designlinie. Der Fingerabdruckscanner wurde abgeschafft und durch Face ID ersetzt. Die Selfie-Kamera und der Dot-Projektor für die Gesichtserkennung sitzen in einem großen "Notch". Im Vergleich zu den XS-Modellen fallen die Ränder aber deutlich dicker aus.

    Die Verarbeitung ist herstellertypisch sehr gut, zum Einsatz kommt eine gläserne Hülle mit Aluminiumrahmen. Die Rückseite erinnert mehr an ältere iPhone-Ausgaben. Bei den Farbvarianten stehen sechs Optionen, inklusive "Koralle", zur Auswahl. Dank IP67-Rating überlebt es in Süßwasser bis zu 30 Minuten bei einer Tiefe von maximal einem Meter. Das iPhone XS kann 30 Minuten lang bei bis zu 1,5 Meter Wassertiefe aushalten.

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    Die wichtigsten Fakten zu den neuen iPhones.

    Haptic Touch statt Taptic Engine

    In puncto Performance überzeugt das Handy. Das ist wenig verwunderlich, steckt doch ebenfalls Apples A12 "Bionic" darin, der auch in den XS-Modellen zum Einsatz kommt. Der von vier auf drei GB abgespeckte RAM fällt nicht wahrnehmbar ins Gewicht.

    Auch DualSIM wird über eine normale SIM und eine eSIM unterstützt. Gigabit-LTE gibt es jedoch nicht – allerdings gibt es auch noch nicht viele Telekomanbieter, die derlei Geschwindigkeiten überhaupt anbieten.

    Apple hat die "Taptic Engine" für 3D Touch ausgespart. Stattdessen gibt es eine Softwarelösung namens "Haptic Touch". Da es eine Druckerkennung gibt, muss man nun etwas länger auf den Sperrbildschirm tippen, um die Kamera zu starten. Das braucht Umgewöhnung, letztlich ist die Funktionalität aber beinahe gleichwertig.

    "Exzellente" Kamera mit Abstrichen

    Das XR und XS teilen sich auch die 12-MP-Hauptkamera, einen zweiten Sensor hat man beim günstigeren Gerät aber ausgespart. Für Features wie den Porträtmodus springt Künstliche Intelligenz ein. Apple hat diese aber explizit auf menschliche Gesichter trainiert. Versucht man diesen Modus an anderen Motiven, verweigert dieser mitunter den Dienst. Wenngleich die Kantenerkennung beim XS besser funktioniert, liefert das XR bei weniger Licht öfters schönere Fotos, weil die Hauptkamera lichtempfindlicher ist, als das zusätzliche Telefoto-Modul des iPhone XS. Dafür bietet das XS fünf statt nur drei Beleuchtungseinstellungen in diesem Modus.

    Verzichten muss man in Ermangelung desselben aber auf den hybriden Zoom-Modus. Bei normalen Fotos soll der Unterschied kaum feststellbar sein, einzig bei der Verwendung von "Smart HDR" würden Bilder manchmal seltsam überbelichtet und "flach". Insgesamt wird die Kamera des iPhone XR als "exzellent" angesehen.

    Starker Sound und lange Laufzeit

    Sehr gut soll auch die Soundwiedergabe über das Stereosystem des Smartphones sein. Auch bei hoher Lautstärke wird diese als, für ein Handy, recht klar beschrieben. Verzichten muss man allerdings auch hier auf eine 3,5mm-Audioklinke.

    In einem Punkt erweist sich das iPhone XR den beiden XS-Modellen als spürbar überlegen. Nämlich bei der Akkulaufzeit. Diese übertrifft die teureren Handys nicht nur am Papier. Auch in der Praxis hielt es länger durch. Berichtet wird von etwa 13 Stunden bei recht regelmäßiger Nutzung und sechs Stunden eingeschaltetem Display.

    Beim Fazit sind sich die Tester ziemlich einig. Das iPhone XR ist ein sehr gutes Smartphone. Die Abstriche zum iPhone XS fallen relativ gering aus. Am spürbarsten sind sie wohl beim Bildschirm. Insgesamt attestiert man dem billigsten der neuen Apple-Handys das beste Preis-/Leistungsverhältnis. (gpi, 23.10.2018)

    • Wer ein aktuelles iPhone zum bestmöglichen Preis-/Leistungsverhältnis will, muss zum iPhone XR greifen.
      foto: afp

      Wer ein aktuelles iPhone zum bestmöglichen Preis-/Leistungsverhältnis will, muss zum iPhone XR greifen.

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