Jobchancen-Berechnung: Testen Sie einen der 96 AMS-Algorithmen

    30. Oktober 2018, 13:55
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    Wir haben den Algorithmus nachgebaut, mit dem das Arbeitsmarktservice kurzfristige Jobchancen berechnen will – testen Sie selbst

    Vor kurzem hat das AMS einen Teil der Dokumentation eines Algorithmus veröffentlicht, der künftig die Chancen Arbeitssuchender einschätzen soll, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Diese Dokumentation hat uns erlaubt, eine von zahlreichen Schätzfunktionen (fast vollständig) nachzubauen, und zwar jene, die die kurzfristige Integrationschance von Arbeitssuchenden berechnet. Das ist jene Chance, mit der Arbeitssuchende innerhalb der ersten sieben Monate nach Beginn des Tätigwerdens des AMS zumindest 90 Tage in einem Arbeitsverhältnis landen.

    Was dieser Algorithmus besagt – und was nicht

    Das AMS will mit dem Algorithmus künftig Arbeitssuchende in die Kategorien A, B und C einteilen. Jobsuchende der Kategorie A sind solche mit sehr guten Chancen, sich kurzfristig wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Der hier programmierte Test gibt wie erwähnt nur Auskunft darüber, wie die kurzfristigen Chancen sind: Wer im Test über 66 Prozent schafft, gehört in Kategorie A, alle anderen nicht.

    Daneben gibt es ab 2019 ein weiteres algorithmisches Modell beim AMS: Es verwendet dieselben Variablen wie dieses Modell, jedoch mit anderer Gewichtung. Dieses Modell gibt Auskunft über die langfristigen Perspektiven am Jobmarkt, also wie die Integrationsperspektive für die kommenden zwei Jahre aussieht. Die Annahmen für dieses Modell hat das AMS nicht veröffentlicht.

    Wer langfristig eine schlechte Perspektive hat, gehört in die Kategorie C. Alle anderen Jobsuchenden gehören dem mittleren Segment B an – hier sieht das AMS das meiste Potenzial für Förderungen.

    Fehlende Kategorisierung der Wohnbezirke

    Bei unserer Rekonstruktion konnten wir eine Variable nicht nachvollziehen: die Kategorisierung des jeweiligen Wohnbezirks. Im Papier sind zwar fünf verschiedene Kategorien angegeben, wir konnten aber nicht in Erfahrung bringen, welche Wohnbezirke welchen Kategorien angehören.

    Sie sehen als Resultat der unten aufgeführten Berechnung also eine Spanne von Chancen: Die niedrigere verwendet die für die (kurzfristige) Jobchance ungünstigste Bezirkskategorie, die höhere die günstigste. In manchen Fällen können Sie jedoch eine grobe Einschätzung vornehmen: Wohnen Sie in einem westösterreichischen Bezirk, sind Ihre Chancen wohl am oberen Ende des Intervalls angesiedelt, als Wienerin oder Wiener am unteren.

    Aber sehen Sie hier selbst, wie die einzelnen Parameter die Chancen beeinflussen:

    (Sebastian Kienzl, András Szigetvari, 30.10.2018)

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