Lasst uns doch über Sex reden: "Wanderlust" auf Netflix

Ansichtssache23. Oktober 2018, 08:00
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Was tun, wenn die Lust eingeschlafen ist? Zunächst darüber reden, ohne Wenn und Aber und ohne den heißen Brei zu umschiffen, würden wohl Sexualtherapeuten raten

"Der Sex mit dir macht keinen Spaß mehr": Dieser Satz, egal ob man Absender oder Adressat ist, bedeutet wohl für viele Paare eine tiefe Krise oder gar das Ende der Beziehung. Nicht so für Joy (Toni Collette, bekannt aus "Muriels Wedding" oder "Hereditary") und Alan (Steve Mackintosh) in der sechsteiligen Serie "Wanderlust", abrufbar derzeit auf Netflix.

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Aber was tun, wenn die Lust eingeschlafen ist? Zunächst darüber reden, ohne Wenn und Aber und ohne den heißen Brei zu umschiffen, würden wohl Sexualtherapeuten raten.

Wie das geht, machen Joy (sie ist passenderweise Therapeutin) und Alan (von Beruf Lehrer) vor. Nüchtern und ehrlich sezieren sie ihre Situation, erzählen, wie es ihnen geht. Und überlegen, was zu tun ist. Joy will mehr Abwechslung und mal was anderes ausprobieren. Und wenn das mit ihrem Mann nicht geht, dann eben mit anderen.

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Trennung ist – zumindest vorerst – kein Thema. Joy und Alan geht es nämlich gut miteinander, sie verstehen sich, lieben einander, haben großartige Kinder und auch sonst ein feines Leben, mit dem sie zufrieden sind. Wenn eben nicht diese Langeweile im Bett wäre.

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Der Deal lautet also: Außerehelicher Sex ist für beide erlaubt und erwünscht, darüber reden auch. So gehen sie unbeschwert ihre Seitensprünge an, haben es weiter spaßig miteinander und mit anderen.

Aber schon bald ahnt man: Ganz so geschmeidig bleibt es nicht. Alan verliebt sich in seine Kollegin Claire. Und Joy, nach außen die gutgelaunte Ulknudel, hat einiges aus ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten.

Nahtlos wird aus der anfangs humorigen Serie ein Beziehungsdrama, das vor allem wegen seiner Hauptdarsteller sehenswert ist. Empfehlung. (Astrid Ebenführer, 23.10.2018)

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