Brutal ehrlich: Mexiko von A bis Z

    6. November 2018, 06:00
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    Der Reiseautor Andreas Altmann hat ein brutal ehrliches, lustiges Buch über Mexiko geschrieben. Wir haben zusammengefasst, wie er das Land von A wie Acapulco bis Z wie Zapatisten sieht.

    Acapulco

    Ein Seebad für Gangster, Ausbeuter und gekaufte Politiker. Das war die gute alte Zeit. Nach 2000 mauserte sich Acapulco sogar einmal zur Mord-Welthauptstadt.

    Barranca del Cobre

    oder "Kupferschlucht" in der Sierra Madre Occidental: viermal tiefer und verzweigter als der Grand Canyon in Arizona! "Überwältigungsästhetik" nennt man das.

    Chihuahua

    Eine Theorie besagt, die gleichnamige Hunderasse stamme aus diesem Bundesstaat – weil die Azteken meinten, dass diese Köter die Toten ins Jenseits führen.

    Drogen

    sowie Amphetamine, Feuerwerkskörper und Glasflaschen sind an Bord der mexikanischen Überlandbusse verboten, erfährt man beim Einchecken.

    El Pendulo

    Die Buchhandlung in Mexiko-Stadt ist eine kleine Sensation, weil so großzügig ausgestattet. Gedanken aus der hintersten Ecke der Welt kann man hier lesen.

    Fernsehen

    - wie weltweit nicht anders auch in Mexiko eine Hirnzertrümmerungsmaschine. Die nationale Spezialität sind Telenovelas, endlose Serien aus dem "echten Leben".

    Gigantes de Luz

    Die Giganten des Lichts arbeiten ehrenamtlich und schwirren überall im Land herum. Ihre einzige Aufgabe: anderen einen Moment der Freude zu bescheren.

    Huerta, Efraín

    Ein Dichter (1914-1982). Er schrieb frei nach Descartes: "Ich denke nicht, also bin ich." Also: Man muss hie und da das Hirn ausschalten, um das Leben zu spüren.

    Indigene

    Rund 60.000 indigene Familien leben heute selbstverwaltet in den Dörfern des Bundesstaats Chiapas. Weder Polizei noch Militär haben dort etwas zu suchen.

    Jesús García Corona

    - der " Held von Nacozari". Er lenkte einen brennenden Zug voll Dynamit in den Abgrund und rettete damit viele Menschenleben. Der 7. November ist sein Feiertag.

    Kalifornien

    Dort wurde Anthony Quinn ab den 1950ern und 1960ern bekannt. Eigentlich hieß er Antonio Rodolfo Quinn Oaxaca und wurde 1915 in Chihuahua, Mexiko geboren.

    Los Mochis

    Kleine Großstadt im Bundesstaat Sinaloa, 20 Kilometer vom Pazifik entfernt. Hinweis: Man darf sterben, ohne vorher Los Mochis gesehen zu haben.

    Mexiko-Stadt

    Die Stadt ist ein Moloch, aber meist ist man zu müde, um sich gegen sie zu wehren. Etwa wegen der U-Bahn-Fahrten mit täglich fünf Millionen anderen Menschen.

    Nueva Generación

    Die neue Generation des Drogenkartells Jalisco. Rivalisiert erbittert mit dem Sinaloa-Kartell um "la plaza", den Umschlagplatz Cancún.

    Oaxaca

    ist eine Stadt östlich von Acapulco mit einer umwerfenden Altstadt. Die Spanier kamen hierher, um Gold zu suchen – und fanden glücklicherweise nichts.

    Playa del Carmen

    Entlang der langen Fußgängerzone verläuft der Touristenstrich. Die Verkäufer bellen in Richtung Kundschaft: "Hey, amigo, you pay one beer and get one for free."

    Quintana Roo

    wird von den Einheimischen kurz "Quinta" genannt. In diesem Bundesstaat lässt sich Massentourismus studieren – etwa Animateure, die Maya-Krieger mimen.

    Rauchen

    ist auch auf vielen Terrassen verboten. So will man des enormen Smogs in und um Mexiko-Stadt Herr werden. Fahrverbote für Autos sind dagegen kein Thema.

    San Cristóbal de las Casas

    Stadt mit knapp 200.000 Einwohnern mit romantischen Ecken und uraltem Kopfsteinpflaster, mit vielen dicken SUVs, Bettlern und fliegenden Händlern.

    Tarahumara

    Eine der geschundensten Volksgruppen des Landes. Sie lebte überwiegend im Norden Mexikos, heute gehören ihr noch rund 50.000 Menschen an.

    Unesco-Weltkulturerbe

    ist in Mexiko bald etwas. Auch der Zócalo alias Plaza de la Constitución in Mexiko-Stadt – einer der größten urbanen Plätze der Welt, ein Abbild von Größenwahn.

    Villahermosa

    heißt wörtlich übersetzt "hübsche Kleinstadt". Tatsächlich ist die Hauptstadt des Bundesstaats Tabasco eher unansehnlich und moskitoverseucht.

    W-LAN

    funktioniert auch auf Busbahnhöfen perfekt, aber gratis ist es nicht. Man wirft Geld in eine Maschine, um das Passwort zu erhalten. Jeder bekommt ein neues.

    X-Beliebig

    scheint der Buchstabe x ausgesprochen zu werden. Häufig ist ein "h" oder "ch" zu hören. Der Maisschnaps Pox wird aber Posch ausgesprochen.

    Yucatán

    An der Spitze dieser Halbinsel liegt Cancún – das Ergebnis mexikanischer Überlegungen, wohin man Millionen amerikanische Touristen verfrachten könnte.

    Zapatisten

    Revoluzzer, benannt nach Emiliano Zapata. Treten auch mit Krawatte auf, woran die Bewegung nicht scheitern soll, wie eine Krawattenverkäuferin versichert. (Sascha Aumüller, RONDO, 6.11.2018)

    • Andreas Altmann, "In Mexiko. Reise durch ein hitziges Land". 20,60 Euro / 288 Seiten. Verlag Piper, 2018
      cover: piper

      Andreas Altmann, "In Mexiko. Reise durch ein hitziges Land". 20,60 Euro / 288 Seiten. Verlag Piper, 2018

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