"Der Körperkult in sozialen Medien" auf ORF 2: Nie schön genug

22. Oktober 2018, 06:00
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Filmemacherin Rezny lässt junge Frauen zu Wort kommen, die durch Instagram, Facebook & Co scrollen und mit einer wachsenden Unzufriedenheit mit ihrem eigenen Aussehen kämpfen

Man wird das Gefühl nicht los, alles schon einmal gehört und gesehen zu haben: Der Frauenkörper ist ein Politikum, über das Werte und Identität verhandelt werden. In der Öffentlichkeit wird der weibliche Körper einem Schönheitsideal unterworfen, das kaum Abweichungen zulässt.

Doch wir erleben nun eine Intensivierung des Problems: In Zeiten von Social Media erreicht jede Frau eine Flut von perfekt getrimmten Bildern, die durch Filter und Bearbeitungsprogramme verfälscht sind, aber trotzdem einen Eindruck von spontaner Natürlichkeit evozieren sollen.

Nie genug. Der Körperkult in sozialen Medien heißt der Dokumentarfilm der Wiener Filmemacherin Jennifer Rezny, der am Sonntag, dem 21. Oktober, in ORF 2 TV-Premiere feierte. Rezny lässt junge Frauen zu Wort kommen, die durch Instagram, Facebook & Co scrollen und mit einer wachsenden Unzufriedenheit mit ihrem eigenen Aussehen kämpfen. Sie disziplinieren den eigenen Körper und optimieren ihren Alltag, um das Abbild des eigenen Lebens "likeable" zu mache. Zwischen den Erfahrungsberichten beschreiben Expertinnen die Auswirkungen des Schönheitskults auf Psyche und Gesellschaft.

Zu Wort kommen auch "Rebellinnen" wie die Fotografin Alexandra Stanic und die Rapperin Esra. Alexandra fotografiert junge Frauen und hinterfragt das gängige Schönheitsideal der weißen, westeuropäischen Frau. Die türkischstämmige Esra weicht von den Klischees der Mehrheitsgesellschaft, aber auch jenen der Migranten-Community ab und schöpft daraus ihre kreative Kraft. Eine Doku über ein altes Problem mit neuen Mutmacherinnen. (Olivera Stajic, 22.10.2018)

  • Fitnessmodel Eva beim Trainieren.
    foto: orf/feuer und flamme film

    Fitnessmodel Eva beim Trainieren.

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