Brasiliens Polizei untersucht vor Wahl Manipulation auf Whatsapp

    21. Oktober 2018, 08:50
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    Linker Präsidentschaftskandidat Haddad wirft rechtem Kontrahenten Bolsonaro Kampagne vor

    Brasiliens Bundespolizei hat Ermittlungen zur großangelegten Verbreitung von Falschinformationen in den sozialen Medien anlässlich der Präsidentschaftswahl angekündigt. Die Polizei werde Desinformationen untersuchen, welche zu den beiden verbleibenden Kandidaten im Umlauf seien, sagte Sicherheitsminister Raul Jungmann am Samstag.

    Die Ermittlungen erfolgen demnach auf die Empfehlung des Büros des Bundesstaatsanwalts, Online-Falschmeldungen gegen beide Kandidaten auf mögliche Straftaten hin zu untersuchen.

    Nachricht an 120 Millionen Nutzer

    Zuvor hatte die angesehene Tageszeitung "Folha de Sao Paulo" berichtet, Unternehmen hätten vor der ersten Wahlrunde am 7. Oktober ein massenhaftes Verschicken von Whatsapp-Nachrichten an viele von Brasiliens 120 Millionen Whatsapp-Nutzern finanziert, in denen der linke Präsidentschaftskandidat Fernando Haddad angegriffen wurde.

    Haddad wirft seinem rechtspopulistischen Kontrahenten Jair Bolsonaro vor, hinter der "verleumderischen" Messengerdienst-Kampagne zu stecken. Die Vorwürfe wiegen schwer: In Brasilien ist eine Wahlkampffinanzierung durch Unternehmen verboten.

    Das Facebook-Unternehmen Whatsapp hat bereits angekündigt, Unternehmen künftig davon abhalten zu wollen, den Dienst für das massenhafte Versenden von Nachrichten zu nutzen.

    Bolsonaro hatte die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 7. Oktober klar gewonnen: Er kam auf rund 46 Prozent und landete damit weit vor dem Zweitplatzierten Haddad mit rund 29 Prozent. Für die Stichwahl in eineinhalb Wochen ist der Rechtspopulist klarer Favorit, aktuelle Umfragen sehen ihn bei 59 Prozent. (APA, 21.10.2018)

    • "Er lügt auf Whatsapp", heißt es auf dem Schild einer Demonstrantin über Bolsonaro
      foto: reuters/doce

      "Er lügt auf Whatsapp", heißt es auf dem Schild einer Demonstrantin über Bolsonaro

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