Hartberg-Gala gegen Rapid

Video20. Oktober 2018, 19:13
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Taktisch bestens eingestellter Aufsteiger besiegte die Hütteldorfer völlig verdient, der Erfolg hätte sogar deutlicher ausfallen können

Hartberg – Manchmal werden Träume wahr, etwa in Hartberg. Der dortige TSV, eben erst in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen, traf im Samstag in der Fußball-Bundesliga erstmals in einem Meisterschaftsmatch auf Rapid. Die Profertil-Arena war mit 5.100 Menschen bis auf den letzten Platz ausverkauft. Und dann das: Drei Tore von Florian Sittsam (9.), Dario Tadic (17.) und Florian Flecker (65.) spätzer hatte der Aufsteiger mit 3:0 gewonnen und setzte sich in der Tabelle auf Platz sieben. Einen vor Rapid.

Rapids 4-4-2-Formation präsentierte sich im Spiel nach vorne ideenlos und in der Defensive zeitweise außer Rand und Band – so auch in der neunten Minute: Ein Pass von Florian Flecker reichte, um die gesamte Hintermannschaft der Wiener auszuhebeln. Sittsam nahm die Vorlage dankend an und überlistete Richard Strebinger mit einem Schuss ins kurze Eck.

foto: apa/scheriau
Nach dem Treffer von Tadic führte Hartberg nach einer guten Viertelstunde bereits 2:0.

Kein Raum, viele Räume

In der 14. Minute – Rapids Abwehr hatte sich wieder einen Aussetzer geleistet – verhinderte der Teamgoalie bei einer Topchance von Rajko Rep noch Schlimmeres, drei Minuten später aber war Strebinger neuerlich geschlagen. Der möglicherweise knapp aus Abseitsposition gestartete Tadic bezwang den Keeper, nachdem ein Pass von Ivan Ljubic die grün-weiße Viererkette ausgehebelt hatte.

Danach standen die Hartberger tief, gewannen so gut wie alle wichtigen Zweikämpfe und lauerten auf Fehler von Rapid, die haufenweise passierten. Dadurch ergaben sich jene Umschaltsituationen auf die Trainer Markus Schopp spekuliert hatte. Michael Blauensteiner (27.), Ljubic (31./jeweils daneben) und Flecker (37./Strebinger parierte) kamen zu guten Chancen. Die Hütteldorfer hingegen kamen trotz des vielen Ballbesitzes bei einem von Andrija Pavlovic knapp verpassten Murg-Stanglpass (12.) und einem von Hartberg-Tormann Rene Swete abgewehrten Pavlovic-Schuss (15.) gerade einmal zu Halbchancen.

foto: apa/scheriau
Unstimmigkeiten in Grün-Weiß.

In der zweiten Halbzeit nichts Neues

Rapids Dietmar Kühbauer brachte zur Pause Andrei Ivan, der in der 47. Minute die beste Gelegenheit für Rapid ausließ, als er an Swete scheiterte. Der Moment des Kippens kam und ging. Denn Rapid verfiel hernach wieder in denselben Trott wie vor dem Seitenwechsel, rannte planlos gegen eine clevere Hartberg-Defensive an und kassierte in der 65. Minute sogar noch das dritte Gegentor. Boli Bolingoli hob das Abseits auf, der kurz zuvor eingewechselte Zakaria Sanogo zog auf und davon und legte für Flecker auf, der aus kurzer Distanz erfolgreich war.

Danach traf Ivan noch das Außennetz (79.) und Stefan Schwab scheiterte an Swete (86.). Das änderte allerdings nichts an einem überaus enttäuschenden Rapid-Auftritt, der für das Europa-League-Auswärtsspiel am Donnerstag gegen Villarreal Schlimmes befürchten lässt. Die Hartberger hingegen jubelten über ihren höchsten Saisonsieg. (APA, red – 20.10. 2018)

Bundesliga – 11. Runde:

TSV Hartberg – SK Rapid Wien 3:0 (2:0). Hartberg, Profertil-Arena, 5.100 (ausverkauft), SR Muckenhammer

Tore: 1:0 ( 9.) Sittsam, 2:0 (17.) Tadic, 3:0 (65.) Flecker

Hartberg: Swete – Blauensteiner, Huber, Siegl, Rasswalder – Flecker, Ljubic, Sittsam, Kröpfl (81. Ilic) – Rep (89. Rotter), Tadic (65. Sanogo)

Rapid: Strebinger – Potzmann, Sonnleitner, Dibon, Bolingoli – Murg, D. Ljubicic, Schwab, Knasmüllner (46. Ivan) – Pavlovic (72. Thurnwald), Alar

Gelbe Karten: Ljubic bzw. Schwab

Stimmen

Markus Schopp (Hartberg-Trainer): "Wir haben das Spiel anders, ein wenig defensiver als sonst, angelegt. Wir haben auf unsere Chance gewartet, diese bekommen und auch verwertet. Ich darf der Mannschaft gratulieren, sie hat sich mit drei verdienten Punkten belohnt. Es sind bereits viele Dinge, die wir angesprochen haben, positiv umgesetzt worden."

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Wir sind nach Hartberg gefahren, um drei Punkte zu holen. Das wäre heute natürlich absolut unverdient gewesen. Wir haben dem Gegner geholfen, waren zu statisch und 41 Prozent gewonnene Zweikämpfe sind einfach viel zu wenig, um Hartberg zu fordern. Ich habe aber auch keinen Zauberstab. Mir bleibt aufgrund der vielen Spiele in nächster Zeit wenig Zeit zu trainieren."

  • orf

    Video: Hartbergs Volksfest gegen Rapid.

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