Ehemals oberster Internetwächter Chinas gesteht Korruption

    19. Oktober 2018, 16:29
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    Umgerechnet vier Millionen Euro Bestechungsgeld angenommen

    Chinas früherer oberster Internetwächter Lu Wei hat gestanden, umgerechnet vier Millionen Euro Bestechungsgeld angenommen zu haben. Dem 58-Jährigen Lu Wei wurde am Freitag vor einem Mittleren Volksgericht in Ningbo in der ostchinesischen Provinz Zhejiang wegen Korruption der Prozess gemacht.

    Der einst mächtige Aufseher über die weltweit größte Internetgemeinschaft in China, der strenge Kontrollen umgesetzt hatte, war Ende 2017 gestürzt worden.

    Vorteile verschafft

    Der Staatsanwalt warf Lu Wei vor, seine verschiedenen Positionen von 2002 bis 2017 ausgenutzt zu haben, um anderen Vorteile zu verschaffen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Im Gegenzug habe er persönlich oder über andere Geld und Eigentum im Wert von 32 Millionen Yuan (4 Millionen Euro) angenommen. In seiner Schlusserklärung habe Lu Wei die Taten gestanden und sich entschuldigt, schrieb Xinhua.

    Lu Wei personifizierte wie kein anderer die strenge chinesische Internetzensur, gefiel sich aber gleichzeitig bei Treffen mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Apple-Chef Tim Cook oder Amazon-Gründer Jeff Bezos. Bis 2016 führte der heute 57-Jährige die mächtige Cyber-Verwaltung, blieb aber Vize-Propagandachef und hielt noch einen Sitz im Zentralkomitee.

    "New York Times" gesperrt

    In keinem Land der Erde herrsche so wenig Internetfreiheit wie in China, stellte die US-Organisation Freedom House fest. Die Behörden sperren nicht nur soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, YouTube und Instagram, sondern blocken auch Googledienste sowie Tausende Webseiten wie von der "New York Times", dem "Wall Street Journal" oder von Amnesty und Human Rights Watch. Ein Heer von Zensoren kontrolliert chinesische soziale Medien wie Weibo oder WeChat. (APA, 19.10. 2018)

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