Neue Gesichter in der Regierung? Scheubas Blick in das Jahr 2038

    Kolumne21. Oktober 2018, 13:57
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    Kolumnist Scheuba vermutet, dass es zum 50. Geburtstag des STANDARD auch buchstäblich neue Gesichter an der Spitze der Regierung geben wird

    Mit Freude begehen wir im heurigen Jahr 2038 – neben zahlreichen anderen Jahrestagen, wie "125. Geburtstag von Heinz Conrads", "75 Jahre ZDF-Mainzelmännchen", "25 Jahre Wahl der Gebänderten Flussköcherfliege zum Insekt des Jahres" sowie der Gedenkveranstaltung im Österreichischen Parlament zum Thema "Nach 100 Jahren ist jetzt aber endlich eine Ruhe" mit der denkwürdigen Festrede von Andreas Gabalier – auch das Jubiläum "50 Jahre der STANDARD". Wir haben zu diesem Anlass ein paar der wichtigsten Repräsentanten unseres Landes von einst und heute um Wortspenden gebeten:


    foto: reuters/heinz-peter bader

    "Obwohl der STANDARD meiner Regierung voll kritisch gegenübersteht und schon ziemlich eine Zeitung für Leute ist, die was Shakespeare-Zitate in fünf Sprachen auswendig können, schreibt er auch immer wieder über meine Rapid, was eigentlich ganz okay ist."

    – Hans Peter Doskozil,
    Bundeskanzler



    foto: apa/georg hochmuth
    "Als stramme ÖVP-Parteizeitung hat der STANDARD von Anfang an gegen die FPÖ/SPÖ-Regierungskoalition angeschrieben. Er will einfach nicht wahrhaben, wie gut Nationale und Sozialisten zusammenpassen. Soll sein, aber seine Kampagne gegen meine jüngsten Initiativen ,Beschleunigungstest statt Führerscheinprüfung' und 'Keine Richtungstrennungen auf der Autobahn – stattdessen eine 15 bis 20 Meter breite Fahrbahn mit freier Richtungswahl' ist wirklich letztklassig."

    – Norbert Hofer,
    Vizekanzler



    "Der STANDARD steht für das andere Österreich. Das Österreich einer mutigen Zivilgesellschaft. Diesem Österreich verdanke ich meine Wahl zum Bundespräsidenten. Und natürlich auch der Unterstützung durch Grüne, Neos, Liste PilzInnen/Sternspritzer und Teile der ehemaligen Volkspartei sowie indirekter Unterstützung der SPÖ durch die Nominierung von Doris Bures."

    – Othmar Karas,
    Bundespräsident



    "Nach der für uns alle überraschenden Entscheidung unseres Parteivorsitzenden Gernot Blümel, für die EU-Wahl zu kandidieren, befinden wir uns in einer Neuorientierungsphase, in der wir auf moralische Unterstützung durch den STANDARD hoffen, um weiterhin kantige Oppositionspolitik zu machen."
    – Maria Großbauer,
    designierte Vorsitzende der "Wahren Volkspartei –die Oliv-Khaki-Beigen"


    "Was sind schon 50 Jahre? Zeitungen kommen und gehen. Genauso wie Parteien. Oder Regierungen. Ewig sind nur die Bundesländer."
    – Markus Wallner,
    Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz und Obmann der "Außerparlamentarischen ÖVP"

    foto: apa/afp/christof stache
    "Ich werde dazu nichts sagen."
    – Sebastian Kurz,
    Prokurist bei KTM in Mattighofen


    "Zur Feier des Tages spendiere ich euch eine Wohnbaubeilage (Thema: 'Finden Sie Ihr Traumbüro in den Speculator-Towers auf den Semmelweis-Gründen') und zwei Inserate vom Presseinformationsdienst der Stadt Wien (Sujets: 'KH Nord – Ihre Gesundheit ist uns unbezahlbar', sowie 'Wien ist super – und gusch!'). Mahlzeit!"
    – Michael Ludwig,
    Bürgermeister von Wien und Ehrenvorsitzender der Eva-Dichand-Werner-Faymann-Privatstiftung "Heute, Kinder, wird's was geben"


    "Natürlich war die Berichterstattung des STANDARD rund um den 'Ideenschmiede-Skandal' für mich sehr unangenehm, sowohl davor als auch während des Prozesses. Ich muss aber anerkennen, dass ich seine Blattlinie bezüglich der Themen 'humaner Strafvollzug' und 'Resozialisierung' mit der Zeit zu schätzen gelernt habe."
    – Herbert Kickl,
    Stable-Facility-Management-Assistent in der geschützten Projektwerkstätte "Pferdekoppel Neustart"

    foto: ap photo/ronald zak
    "Ich will euch ja nicht die Feierlaune verderben, aber bei mir fragt nur sehr selten wer nach dem STANDARD."

    – Heinz-Christian Strache,
    Trafikant in Wien-Landstraße



    "Der STANDARD ist seinen einmal eingeschlagenen Weg konsequent weitergegangen. So wie ich."

    – Eva Glawischnig,
    Corporate-Responsibility-Sprecherin der Hells Angels



    "Ich gratuliere herzlich, auch im Namen meiner Gattin!"

    – Helmut Schüller,
    Vorsitzender der Österreichischen Bischöfe- und Bischöfinnenkonferenz


    "Tri Tra Trallala, der STANDARD ist noch immer da!"

    – André Heller,
    Artdirector und Poet in Residence der "Krawuzinisch-kapuzinischen Erlebniswelt Urania Wien"



    "In all den Jahren hat der STANDARD stets über meine Ablöse spekuliert. Ihr habt mich unterschätzt. Und wenn ihr geschrieben habt, ich hätte im Umgang mit den Wünschen der Politik einen Beistrich in der Hose, habe ich mich immer gefragt: Wieso glauben die, dass ich noch eine Hose anhabe?"

    – Alexander Wrabetz,
    ORF-Generaldirektor



    "Jetzt wäre es an der Zeit, lieber STANDARD, einmal vom hohen moralischen Ross herunterzusteigen und ein bissl mehr ans Geldverdienen zu denken. Wenn ihr diesbezüglich Beratung braucht, stehe ich gerne zur Verfügung."

    – Alfred Gusenbauer,
    persönlicher Berater von Kim Jong-un, Ramsan Kadyrow und Bashar al-Assad sowie Kassier der Agent-Orange-Zyklon-BContergan-Novomatic-Gaston-Glock- Heal-the-World-Charity-Foundation


    "Selbstverständlich wird es weiterhin eine STANDARD-Printausgabe geben. Erst heute habe ich mich bei allen unseren Printlesern für ihre jahrelange Treue bedankt. Die Printleser bedankten sich wiederum bei mir für meinen Anruf."

    – Alexander Mitteräcker,
    Präsident der STANDARD-Media-Holding, Mountain View, Kalifornien



    "Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut."

    – Oscar Bronner,
    Oscar Bronner

    Florian Scheuba ist Kabarettist, Autor und Schauspieler. Seit 2011 schreibt er wöchentlich eine Kolumne im STANDARD.

    • Wir haben Norbert Hofer, Sebastian Kurz, Heinz-Christian Strache und Hans Peter Doskozil durch die App Agingbooth, eine digitale Alterungsmaschine, geschickt.
      collage: der standard

      Wir haben Norbert Hofer, Sebastian Kurz, Heinz-Christian Strache und Hans Peter Doskozil durch die App Agingbooth, eine digitale Alterungsmaschine, geschickt.

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