Ist Rauchen in Serien gesundheitsschädlich, John Lüftner?

    19. Oktober 2018, 07:00
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    In der Amazon-Serie "Deutschland 86" wird gepofelt ohne Ende. Warum rauchen in Serien mehrheitlich die Bösen? Der Superfilm-Chef mutmaßt

    Geheime Treffen, finstere Geschäfte, dunkle Verschwörungen: Die letzten Jahre der DDR sind geprägt von aberwitzigen Rettungsversuchen der Führung. Es geht um skrupellose Waffengeschäfte, wahllose Bespitzelung und verzweifelte Bemühungen, den vor dem Bankrott stehenden Staat noch irgendwie zu retten.

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    So erzählt das Deutschland 86, ab heute, Freitag, auf Amazon abrufbar, in einem dichten, wendungsreichen Spionagestück in zehn Folgen. Die Fortsetzung von Deutschland 83 von RTL bringt Hauptdarsteller wie Maria Schrader, Sylvester Groth, Fritzi Haberlandt, Jonas Nay, Anke Engelke, vor allem aber: ausnehmend viel blauen Dunst. Genebelt wird hier ohne Ende, besonders prägnant in diesem Spiel ist, dass hier ausschließlich die Bösewichte zur Zigarette greifen, dies aber so gut wie ständig.

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    "In Österreich rauchen eh alle"

    DER STANDARD fragte Superfilm-Produzent John Lüftner (Braunschlag, Willkommen Österreich), ob das Rauchen in Serien gesundheitsschädlich ist – oder anders gefragt: Werden hier wirklich Nikotinzigaretten geraucht – oder wie in den USA üblich Kräuterzigaretten? Lüftner – derzeit am Finalisieren der Serie M in der Regie von David Schalko – überlegt kurz, zündet sich eine Zigarette an und antwortet:

    "Die Frage stellt sich in Österreich nicht, weil eh alle rauchen. Als Produzent kam ich erst einmal in die Situation, dass wir für einen Schauspieler falsche Zigaretten besorgen mussten. Bei M spielt Christian Dolezal den Kommissar. Er raucht pro Tag sowieso ein Packerl, also ist es kein Thema. Die Gewohnheiten bei uns sind ohnehin anders, hier kriegst du keine Sitzung durch, ohne dass das Rauchverbot aufgehoben wird. In Deutschland ist es komplett anders, da raucht keiner mehr."

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    Und warum rauchen hauptsächlich die Bösewichte?

    "Ich habe die Serie noch nicht gesehen, aber ich denke, dass es um die Darstellung einer Zeit geht – und in den 1980er-Jahren wurde eben noch viel mehr öffentlich geraucht als heute. Es geht darum zu wissen, dass man nicht im gesunden Hier und Heute ist. In M rauchen die Guten viel mehr als die Bösen. Die letzte Serie, in der wir alle haben rauchen lassen, war Braunschlag. Da gibt es keine Guten und keine Bösen, da rauchen alle wie die Blöden." (Doris Priesching, 18.10.2018)

    • Superfilm-Chef John Lüftner über das Rauchen in Serien.

      Superfilm-Chef John Lüftner über das Rauchen in Serien.

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