Kundenverlust: A1 hat Glück, dass Hot keinen unlimitierten Datentarif hat

    18. Oktober 2018, 11:11
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    Der Marktführer verliert Kunden im Prepaid-Bereich, kann aber Vertragskunden gewinnen

    A1 hat Glück, dass der Mobilfunkdiskonter Hot keine unlimitierten Datentarif anbietet. Während der Marktführer scharenweise Kunden im Billigsegment verliert, kann er mit seinen Datenangeboten punkten, wie die aktuellen Geschäftszahlen der Telekom Austria zeigen. Das Unternehmen verlor binnen eines Jahres rund 143.000 Kunden im Prepaid-Bereich – der Vertragsbereich hingegen konnte ein Plus von 91.000 Nutzern verzeichnen, von denen eine große Menge sich einen Datentarif zulegte. Insgesamt zählt A1 über 5,3 Millionen Kunden.

    Im Verbund mit Hofer

    Von der Kundenabwanderung profitiert hauptsächlich der Diskonter Hot, der seit seinem Start im Jahr 2015 weit über 800.000 Kunden gewinnen konnte. Dabei hilft ihm die enge Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelhändler Hofer, der seinen Mobilfunker in Sachen Werbung massiv unterstützt.

    Pläne auf Eis gelegt

    Hot wollte im Lauf dieses Jahres mit einem unlimitierten Breitbandtarif den nächsten großen Schritt im Mobilfunk machen. Die Pläne wurden allerdings auf Eis gelegt. Firmenchef Michael Krammer hoffte im Mai rund um die Übernahme von UPC durch T-Mobile auf Auflagen der Wettbewerbsbehörde, die es ihm ermöglichen würden, ein billiges Datenangebot an den Start zu bringen. Daraus wurde nichts. Es liegt aber auf der Hand, dass der Diskonter im Verbund mit Hofer in der Lage ist, den Markt aufzumischen. Vorerst bietet Hot nur einen Datentarif mit 5 GB Daten an.

    Nummer 4

    Zwar bieten andere Diskonter wie Spusu und Mediamarkt Mobile unlimitierte Datentarife an, allerdings können sie nicht wirklich mit den Angeboten der großen Handynetzbetreiber und ihrer Billigmarken mithalten. So verkaufen etwa A1 und "3" mobile Router zu durchaus moderaten Preisen. Marktführer im Bereich des mobilen Internets ist "3" mit 35,6 Prozent Marktanteil, gefolgt von A1 (33,1 Prozent), T-Mobile (23,4 Prozent) und Hot mit 4,8 Prozent. (sum, 18.10.2018)

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      foto: sum
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