STANDARD-Herausgeber Oscar Bronner: "Unser Job ist notwendiger geworden"

    19. Oktober 2018, 06:00
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    Vor 30 Jahren hat Oscar Bronner den STANDARD gegründet. Heute führt sein Sohn Alexander Mitteräcker das Medienhaus. Im Gespräch mit Chefredakteur Martin Kotynek erzählen sie, wie sich die Zeitung als Medium verändert hat und wie sich der STANDARD künftig finanzieren will

    STANDARD: Ein Jahr ist es her, dass Du Dich aus dem redaktionellen Tagesgeschäft zurückgezogen hast. Fehlt es Dir bisweilen?

    Bronner: Überhaupt nicht. Ich habe mich als Manager schon vor mehreren Jahren aus dem Tagesgeschäft des Vorstandes zurückgezogen und stand dann redaktionell quasi als Aushilfskraft zur Verfügung. Ich habe die Zeitung primär gegründet, um sie lesen zu können – und nicht, um sie zu führen. Führen wollte ich sie nur fünf Jahre lang. Es ist ein bisschen länger geworden. Mittlerweile bin ich ein Leser und genieße das sehr. Meistens jedenfalls.

    foto: matthias cremer
    Vorstand Alexander Mitteräcker (links) und Herausgeber Oscar Bronner (Mitte) im Gespräch mit STANDARD-Chefredakteur Martin Kotynek.

    STANDARD: Was machst Du jetzt mit Deiner freien Zeit?

    Bronner: Ich arbeite mehr als vorher. Vor dem STANDARD habe ich Kunst gemacht und jetzt wieder. Es tut mir leid um die Zeit, die ich nicht damit verbracht habe, Kunst zu machen. Aber ich bin leider nicht in der Lage, gleichzeitig als Künstler und als Blattmacher zu arbeiten.

    STANDARD: Woran arbeitest Du gerade?

    Bronner: Im Moment mache ich Skulpturen. Nach zwei Bilderausstellungen hatte ich nun zwei Skulpturenausstellungen. Meine Skulpturen sind aus Aluminium, inspiriert werde ich derzeit von Bionik, also von den Bauelementen, die die Natur verwendet. Aber ich verwende sie nicht zweckgebunden.

    STANDARD: Warum hast Du vor 30 Jahren den STANDARD gegründet?

    Bronner: Es gab keine unabhängige, liberale Qualitätszeitung, die mit den Leserinnen und Lesern auf Augenhöhe kommuniziert hat. Das existiert jetzt. Das verschafft mir eine große Befriedigung. Außerdem ist mein damals 15-jähriger Sohn zum Zeitpunkt der Gründung gerade in das Alter gekommen, Zeitung zu lesen. Da wollte ich, dass er eine ordentliche Zeitung zum Lesen hat. Auch dieser Teil ist gelungen.

    STANDARD: Warum sollte die Zeitung rosa sein?

    Bronner: Da haben wir uns von der "Financial Times" inspirieren lassen. Es war das Gründungskonzept, dass der STANDARD keine Komplettzeitung war. Es wurde zunächst eine Zeitung für Wirtschaft, Politik und Kultur angeboten. Es ist schwierig bis fast unmöglich, eine ausreichende Zahl von Menschen dazu zu bringen, jene Zeitung, die sie teils seit Jahrzehnten lesen, aufzugeben und zu einer Neugründung zu wechseln. Daher war die Strategie, dass ich diese Zeitung für Wirtschaft, Politik und Kultur gründe, die einfach in diesen Bereichen besser war als alles, was vorhanden war – als Zweitzeitung. Man konnte ruhig bei seiner Stammzeitung bleiben und daneben den STANDARD kaufen. Die Überlegung und die dahinterstehende Kalkulation war: Wir werden am Anfang vielleicht 10.000 Stück verkaufen, und wenn die Auflage dann stabil bei über 30.000 Exemplaren sein wird, dann schalten wir um zur Vollzeitung. Das für uns Überraschende war, dass wir vom Start weg nie weniger als 35.000 Stück verkauft haben. Wir sind beim Ziel, das wir nach fünf Jahren erreichen wollten, aus dem Stand angelangt. Daher haben meine damaligen Partner und ich nach wenigen Monaten beschlossen, voll durchzustarten. Da war die Zeitung schon einmal rosa; da gab es keinen Grund, die Farbe zu wechseln.

    STANDARD: Wenn Du es heute nochmals machen würdest, also jetzt ein neues Medium gründen würdest: Was wäre das?

    Bronner: Ich bin nicht mehr wirklich in dem Alter, in dem man Dinge gründet. Aber: vielleicht eine Zeitschrift, die nur einmal im Jahr erscheint.

    STANDARD: Eine Kunstzeitschrift?

    Bronner: Nicht notwendigerweise, aber es wäre eine sehr elitäre, für die man lange braucht, sie zusammenzubringen. Eine Jahresschrift.

    STANDARD: Auch als nun hauptberuflicher Künstler bist Du ein politischer Mensch geblieben. Was ist Dein Eindruck von der Regierung, ein Jahr nach der Wahl?

    Bronner: Prinzipiell besteht Demokratie unter anderem auch daraus, dass man eine Regierung abwählen kann. Das Problem bei unserer Parteienkonstellation war aber, dass es abgesehen von der großen Koalition keine andere große Konstellation gab, bei der die Freiheitlichen nicht mit in der Regierung gewesen wären. Wenn man nun die Freiheitlichen von der Regierung fernhalten wollte, konnte man die große Koalition schlicht nicht abwählen. Das war frustrierend und hat möglicherweise dazu beigetragen, dass die Freiheitlichen stärker wurden, als sie sonst wären. Es ist nachvollziehbar, dass die Menschen eine andere Konstellation ausprobieren wollten.

    foto: matthias cremer
    Oscar Bronner: "Wir wollen nicht beeinflussen, wir wollen Beeinflussungen aufzeigen. Das hat nichts mit Kampf zu tun. "

    STANDARD: Eine Konstellation, bei der die FPÖ in der Regierung ist.

    Bronner: Eine Partei, die freundschaftlich verbunden ist mit diversen anderen Parteien und Regierungen, in denen illiberale Demokraten oder Autokraten tätig sind. Eine Partei, die einen Kooperationsvertrag mit der russischen Regierungspartei abgeschlossen hat und jetzt alle Geheimdienste unseres Landes kontrolliert. Da darf man sich nicht wundern, dass die Pressefreiheit als gefährdet betrachtet wird. Das sind alles Dinge, die vorhersehbar waren. Es ist traurig, dass manche Befürchtungen, die man vorher hatte, nun bestätigt wurden.

    STANDARD: Was macht die Regierung insgesamt mit diesem Land?

    Bronner: Im Verhältnis zu der Vorregierung zieht sie das Land nach rechts. Jedoch wurde sie gewählt, und deshalb muss man das auch respektieren: Wenn die Bevölkerung in diesem Maße rechts wählt, ist klar, dass man eine dementsprechende Regierung bekommt. Das ist logisch.

    STANDARD: Sind erste Auswirkungen auf die Gesellschaft spürbar?

    Bronner: Da sind schon viele kleine Details: Wie mit Flüchtlingen umgegangen wird, wie sie finanziell schlechtergestellt werden, wie unternehmensfreundliche Gesetze kommen, wie die Interessen der Arbeitnehmer in der Sozialpartnerschaft geschwächt werden. Das stelle ich wertfrei fest. der STANDARD ist auch ein Unternehmen, und daher ist manches auch für uns besser.

    STANDARD: Gibt es Punkte, bei denen Du besonders wachsam bist?

    Bronner: Dort, wo es nicht nur um Interessenverlagerungen geht, sondern wo die Gefahr besteht, dass die demokratischen Institutionen und die Pressefreiheit als wichtige demokratische Institution gefährdet sind. Das, was rund um das BVT passiert ist, verschafft mir ein massives Unbehagen: Eine Partei, die das Wort "Sicherheit" so groß vor sich herträgt, weckt in mir ein gewaltiges Unsicherheitsgefühl.

    STANDARD: Wie wirkt sich die Regierung auf den STANDARD aus?

    Mitteräcker: Eine der ersten Amtshandlungen von einigen Ministern, die dem FPÖ-Lager zuzurechnen sind, war, das Werbebudget für den STANDARD komplett zu streichen. Da stellt man sich dann schon die Frage, mit welcher Absicht so etwas geschieht. Man könnte dahinter Versuche vermuten, uns gefügig zu machen. Es ist sichtlich nicht gelungen, wenn ich unsere kritische Berichterstattung betrachte. Aber das sind schon Methoden, die einem zu denken geben, wie hier mit Macht umgegangen wird. Und ob sich daraus nicht ein generelles Bild ableiten lässt, wie hier auch jenseits der Medienbranche vorgegangen wird.

    foto: matthias cremer
    Alexander Mitteräcker: "Wir binden die User ein, wir nutzen den Rückkanal, und wir sind fasziniert, was sich für Möglichkeiten damit auftun. "

    STANDARD: Vermutlich war der österreichische Medienmarkt schon bei der Gründung des STANDARD recht seltsam.

    Bronner: Er ist es geblieben. Mein Bemühen war, das Niveau der Medienlandschaft zu heben. Ich bilde mir ein, dass es auf dem Qualitätssektor gelungen ist. Im Hintergrund fördert aber die Politik mit Unmengen an öffentlichen Geldern die Gründung und Weiterentwicklung von Boulevardmedien, die dafür gesorgt haben, dass das Niveau der Medien insgesamt weiter gesunken ist. Was Boulevardmedien bewirken und was für eine Volksverblödung damit erreicht wird, kann man am besten in England beobachten – siehe die Brexit-Entscheidung. Die dortige Boulevardisierung des Medienmarktes hat zu einer dramatischen Fehlentscheidung geführt.

    Mitteräcker: Eine aktuelle Aufstellung zeigt, in welcher Intensität die österreichische Polizei auf einmal beworben wird und in welchen Medien das stattfindet. Dann sieht man, dass Werbegelder stark in Richtung Boulevard fließen. Das sind ganz eigene Methoden, mit Medien umzugehen. Auf der anderen Seite muss man auch anerkennen, dass jetzt gerade von Medienminister Gernot Blümel diverse begrüßenswerte Initiativen gesetzt werden, den Medienstandort Österreich überlebensfähig zu machen. Es ist eine Tatsache, dass sich das ganze Refinanzierungsmodell von Medien geändert hat. Die Werbeausgaben, die eine wesentliche Einnahmequelle waren, landen in einem hohen Maße bei wenigen US-Unternehmen wie Facebook und Google – etwa 50 bis 60 Prozent. 90 Prozent des Wachstums werden von diesen Unternehmen vereinnahmt. Überlegungen, wie damit umzugehen ist, haben früher bei der Politik nicht stattgefunden.

    STANDARD: Ihr seht für den STANDARD also auch positive Effekte durch die Regierung?

    Bronner: Ich glaube, dass ein liberales Medium in einem solchen Umfeld an Bedeutung gewinnt. Wir bemerken auch, was in den USA durch die Trump-Regierung registriert worden ist: Die Reichweiten der großen liberalen Medien wie der "New York Times" und der "Washington Post" sind stark gestiegen. Ähnliches findet nun auch hier statt. In der Reichweite tut uns diese Regierung gut, wenn man es sehr zynisch nimmt.

    Mitteräcker: Wir sind in Print auf sieben Prozent und online auf 39 Prozent Reichweite gewachsen. Das sind Rekordwerte, online sind wir das größte österreichische Angebot verlegerischer Herkunft.

    STANDARD: Abseits vom Geschäftlichen: Ändert sich durch diese Regierung unsere Rolle als liberales Medium auf inhaltlicher Ebene?

    Bronner: Wir sollten nichts ändern. Wir sollten weiterhin das machen, was wir uns bei der Gründung als Aufgabe gesetzt haben: unabhängig berichten, analysieren und kommentieren, was vorfällt. Wir haben es damals so definiert: Wir wollen nicht beeinflussen, wir wollen Beeinflussungen aufzeigen, und das gilt weiterhin. Das hat nichts mit Kampf zu tun, auch wenn es manche jetzt als kämpferisch interpretieren. Es ist unser normaler Job, den wir weitermachen müssen und der notwendiger geworden ist.

    STANDARD: Manche sehen den STANDARD dabei als linkes Medium.

    Bronner: Ja gut, das mit dem Links, Rechts ist natürlich immer relativ. Wenn die Regierung nach rechts rückt, dann ist klar, dass wir als liberales Medium, also als Medium der Mitte, links davon stehen. In dieser liberalen Mitte sollten wir weiterhin bleiben. Und während wir eine Regierung, die weiter rechts von der Mitte steht, kritisch begleiten – genau so, wie wir das immer getan haben, auch bei anderen Konstellationen -, dürfen wir auch nicht außer Acht lassen, dass es auch andere Missstände in diesem Land gibt, die nicht von dieser Regierung kommen. Wenn sich die Opposition lächerlich macht, müssen wir auch das beschreiben.

    STANDARD: Nicht nur durch die neue Regierung haben sich Veränderungen ergeben, auch die Art, wie sich Menschen informieren, verändert vieles. der STANDARD wird online inzwischen mehr als die Hälfte der Zeit am Handy genutzt. Was heißt das für uns?

    Bronner: Wir müssen damit umgehen, dass die "Breaking News" unseren Print-Abonnenten bekannt sind, wenn sie die Zeitung in die Hand nehmen. Somit geht es darum, Wege zu finden, die Geschichten so zu präsentieren, dass sie über die reine Nachricht hinaus für die Leserinnen und Leser interessant sind. Es gilt, nicht mehr jeder Nachricht hinterherzuhecheln, sondern sich darauf zu konzentrieren, die Zusammenhänge dahinter zu erklären.

    Mitteräcker: Für die Print-Zeitung fällt die Pflicht weg, alles abzubilden, was als irgendwie wichtig gesehen werden könnte. Mittlerweile kann man davon ausgehen, dass die Nachricht den Konsumenten bereits erreicht haben wird, wenn die Zeitung erscheint.

    foto: matthias cremer

    STANDARD: Wie spielt da Deine Vision hinein, den STANDARD "zum relevantesten Diskursmedium im deutschsprachigen Raum zu machen", wie Du immer sagst?

    Mitteräcker: Mit 40.000 Userkommentaren am Tag sind wir schon einmal die größten. Das Wesentliche ist, dass wir die Interaktion mit unseren Leserinnen und Lesern als Teil unserer Mission sehen. Ich kenne zumindest kein anderes deutschsprachiges Medium, das das so klar artikuliert. Im Gegenteil, die meisten mögen ihre Community nicht, reduzieren sie auf das Notwendigste, beklagen sich teilweise über den Umstand, dass man sich mit den Meinungen und Wünschen der Leser auseinandersetzen muss, und interessieren sich nicht dafür. Für uns ist klar: Wir binden die User ein, wir nutzen den Rückkanal, und wir sind fasziniert, was sich damit für Möglichkeiten auftun.

    STANDARD: Nicht jeder in der Branche teilt Deine Begeisterung für Nutzerkommentare.

    Mitteräcker: Es ist unbestritten, dass sich da auch Probleme auftun, aber wir sehen es als unsere Aufgabe, diese zu lösen. Wir merken, dass wir großen Zuspruch auch außerhalb unserer Landesgrenzen bekommen. Ich sehe hier eine kontinuierliche Möglichkeit, unsere Reichweite über Österreich hinaus auszuweiten.

    STANDARD: Zugleich gibt es vor allem rund um Social Media Kritik an Hasspostings. Manche glauben, dem Problem am besten mit der Pflicht zu begegnen, im Netz unter seinem echten Namen auftreten zu müssen.

    Mitteräcker: Eine Fehlannahme. Facebook hat bewiesen, dass Hasspostings nicht weniger werden, wenn man Klarnamen vorschreibt. Klarnamen schränken die Möglichkeiten einer Community ein. Man würde feststellen, dass Menschen mit generischen Namen wie "Hans Müller" eher bereit sind, ihrer Stimme öffentlich Gehör zu verschaffen, da sie quasi anonym agieren, als Leute mit Namen, die selten sind, wie es beispielsweise bei ethnischen Minderheiten der Fall ist. Es spricht einfach sehr viel dafür, weiterhin Pseudonyme im Netz einzusetzen. Man muss solche Diskussionen im Netz einfach gut moderieren, damit sie konstruktiv verlaufen. Das machen bei uns 13 Moderatorinnen und Moderatoren. Gleichzeitig gilt es zu akzeptieren, dass wir noch immer am Anfang sind im Umgang mit diesem Rückkanal. Seine Möglichkeiten sind aber definitiv zum Vorteil der demokratiepolitischen Aufgabe, die ein Medium wie das unsere verfolgt.

    STANDARD: Moderatoren, Redakteure, Verlagsmitarbeiter – wir alle kosten Geld. Wie finanzieren wir uns in Zukunft, wenn die Werbeumsätze sinken?

    Mitteräcker: Das stimmt, der ganze Wahnsinn kostet Geld. Man kann momentan auch trotz Digitalisierung nicht feststellen, dass man weniger Leute braucht. Im Gegenteil, man braucht immer mehr Leute mit unterschiedlichen Fähigkeiten, und man muss viel mehr experimentieren als in der Vergangenheit. Experimentieren muss man auch was die Erlösströme betrifft.

    STANDARD: Was heißt das genau?

    Mitteräcker: Es stellt sich doch die Frage, wie man sich vom Werbemarkt unabhängiger machen kann und für die Finanzierung unseres Journalismus auf die Leserinnen und Leser zugeht. Es gibt die Möglichkeit von Paywalls, also Bezahlangeboten. Mit dem "Pur"-Abo haben wir dieses Jahr ein Angebot gestartet, das die Nutzung des STANDARD online frei von Werbung und Tracking macht. Ich glaube, auch in diesem Bereich ist die Innovation noch am Anfang. Eines wird immer stimmen: Je mehr sich die Leser für ein Medium interessieren und je qualitativ hochwertiger die Inhalte sind, desto eher sind sie bereit, dafür zu zahlen. Die Zeit, die die Menschen in Summe auf unseren digitalen Inhalten verbringen, ist die höchste von allen heimischen Medien verlegerischer Herkunft. Das Interesse an unserem Produkt ist einfach höher. Insofern bin ich auch zuversichtlich bei der Wahrscheinlichkeit der Refinanzierung.

    STANDARD: Heißt das, der STANDARD bekommt eine Paywall, wird also online kostenpflichtig?

    Mitteräcker: Ich würde es eher so ausdrücken: Wir werden unseren Leserinnen und Lesern mehr Angebote machen, für das Nutzererlebnis, das sie bei uns haben, zu bezahlen.

    STANDARD: Wann?

    Mitteräcker: Wir haben dieses Jahr das erste Produkt gestartet. Ich gehe davon aus, dass weitere nun zügig folgen werden.

    STANDARD: In fünf Jahren feiern wir wieder Jubiläum, 35 Jahre STANDARD. Was soll sich bis dahin geändert haben?

    Mitteräcker: Wenn ich einen Herzenswunsch äußern könnte: Ich würde mir wünschen, dass die Stimmen verstummen, die das vereinte Europa in Zweifel stellen. Wir sollten das Gemeinsame in den Vordergrund stellen, womöglich schaffen wir es dann auch bei Themen wie der digitalen Entwicklung, gestalterisch tätig zu sein, statt auf Trends zu reagieren, die woanders gestartet werden.

    Bronner: Was mich im Moment beschäftigt, ist, dass gewisse demokratische Spielregeln in diesem Land in Zweifel gezogen werden. Ich hoffe, dass in fünf Jahren dieser Spuk vorbei sein wird. (Oscar Bronner, Alexander Mitteräcker, Martin Kotynek, 19.10.2018)

    Oscar Bronner ist Herausgeber des STANDARD, den er 1988 gegründet hat. Sein Sohn Alexander Mitteräcker arbeitet seit 1998 beim STANDARD. Seit 2000 war er Geschäftsführer und dann Vorstandsmitglied von derStandard.at; seit 2017 ist er alleiniger Vorstand der STANDARD-Verlagsgruppe.

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