Der Drive der Vienna Capitals

17. Oktober 2018, 18:03
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Den Vienna Capitals fehlen zwei Siege auf den Startrekord – Coach Cameron denkt bis Freitag, Klubchef Schmid an den Titel

Wien – "Am ehesten wirst du besser, wenn du gegen bessere Gegner spielst." Sagt Dave Cameron, der Coach der Vienna Capitals, die in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) überlegen an der Spitze liegen. Bessere Gegner fanden die Caps in dieser Saison allein in der Champions Hockey League, hier kam in der Gruppenphase das Aus, das von einer 2:6-Heimniederlage gegen die ZSC Lions Zürich besiegelt wurde.

foto: apa/georg hochmuth
Besserwerden.

Die Konkurrenz daheim mag das europäische Scheitern der Caps als gefährliche Drohung auffassen. Schließlich können sich die Wiener jetzt voll auf die Titeljagd konzentrieren. Cameron wäre dennoch "gerne aufgestiegen". Das Besserwerden, sagt er, muss nun anders gelingen. "Im nächsten Training, im nächsten Spiel. Wir wollen jeden Tag besser werden." Für Capitals-Präsident Hans Schmid ist das eine klassische Traineraussage. "Ein guter Coach redet meistens nur über das nächste Spiel, also über kurzfristige Ziele."

Im Kopf

Präsidenten haben stets auch die Mittel- und die Langfristigkeit im Kopf. "Mittelfristig", sagt Schmid, "ist der erste Platz nach dem Grunddurchgang unser Ziel, langfristig der Meistertitel – wobei ich schon das Erreichen des Finales als Erfolg einstufen würde." In der Vorsaison sind die Caps als regierender Meister im Halbfinale am späteren Triumphator Bozen gescheitert, auch da hatten sie dem Grunddurchgang ihren Stempel aufgedrückt, nicht zuletzt mit einem Startrekord von zwölf Siegen in Serie. Auf diese Marke fehlen heuer bloß noch zwei Erfolge. Im Weg stehen die Red Bulls Salzburg und die Black Wings Linz, die am Freitag bzw. Sonntag in der Erste-Bank-Arena in Wien-Kagran gastieren. Schmid meint nicht unbedingt diese beiden Spiele, wenn er sagt: "Wir werden natürlich wieder verlieren."

Die Caps hatten fünf ihrer zehn Siege nur je einem Tor Differenz zu verdanken. Klubchef Schmid gesteht ein: "Schon das erste Match in Linz oder auch zuletzt gegen den KAC hätten wir genauso gut verlieren können." Auffällig ist jedenfalls die körperliche Stärke der Caps, die im letzten Drittel des Öfteren einen Rückstand umdrehen konnten. Das spricht für eine gute Aufbauarbeit in der Vorbereitung.

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So war das gegen Znojmo.

Flott eingelebt

Der kanadische Coach Cameron (60), der über NHL-Erfahrung als Spieler wie als Coach (Ottawa Senators) verfügt, hat sich flott eingelebt. Von Schmid wird er dafür gelobt, dass er auch jungen Spielern Eiszeit gibt. Das beginnt bei Backup-Goalie Matthias Tschrepitsch (19) und hört im Angriff etwa bei Benjamin Nissner (20) auf, der in zehn EBEL-Runden zwölf Punkte (vier Goals, acht Assists) verbuchte. Immerhin 13 Caps-Cracks haben ihre Wurzeln in Wien und Umgebung.

foto: apa/georg hochmuth
Coach Cameron fühlt sich wohl in Wien.

"Ich genieße es, Präsident dieses Vereins zu sein", sagt Schmid, der am Mittwoch das Mobilfunkunternehmen Spusu als neuen Haupt- und Namenssponsor präsentierte und den Zuseherschnitt auf 6000 steigern will. Die zehn Jugendlichen, die bei einem U20-Test Anfang September Transparente mit SS-Runen entrollten, wurden angezeigt und mit Hallenverbot belegt. Sie hatten ihr Heil im Eishockey gesucht, nachdem sie zuvor schon in Fußballstadien auffällig geworden waren. (Fritz Neumann, 17.10.2018)

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