Bundesliga-Klubs wollen Punkteabzug bei Ausschreitungen

    17. Oktober 2018, 16:49
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    Ein entsprechender Antrag an den ÖFB wurde beschlossen

    Wien – Die Klubkonferenz der Fußball-Bundesliga hat am Dienstag ein neues Sanktionskonzept nach sicherheitsrelevanten Vorfällen beschlossen. In diesem Zusammenhang wird die Bundesliga beim ÖFB den Antrag stellen, einen Punkteabzug (für die Folgesaison) in den Strafenkatalog aufzunehmen und gleichzeitig die Bewährungsfrist von zwölf auf 24 Monate zu erhöhen.

    Kraetschmer: Handlungsbedarf

    Die wesentliche Basis neuen Sanktionskonzepts, über das die Vereine bereits seit Monaten beraten, bleiben aber Geldstrafen, die in Verbindung mit der konsequenten Verfolgung der Übeltäter eine größere Relevanz gewinnen. Primäres Ziel ist das Ausforschen der Verantwortlichen durch den Klub, die Verhängung von Stadionverboten und die Möglichkeit, sich an den Tätern finanziell schadlos zu halten. Die Einzeltäter-Ausforschung wird gestärkt, indem bei Gelingen derselben Milderungsgründe für die Strafbemessung definiert wurden.

    "Sehr zufrieden" mit den Entscheidungen zeigte sich Markus Kraetschmer, AG-Vorstand von Austria Wien. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Handlungsbedarf besteht, wird er in einer Aussendung zitiert. Der Punkteabzug sei ein international übliches Instrument, man sei überzeugt, die richtigen Signale auszusenden.

    Die Austria hatte erst kürzlich die Strafe gegen Rapid nach wiederholten Vorfällen im Derby vom 16. September als zu mild kritisiert. Die Hütteldorfer kamen nach dem Platzsturm einiger Fans sowie Verwendung verbotener Pyrotechnik mit einer Geldbuße von 30.000 Euro davon.

    Austria kündigt detaillierten Geschäftsbericht an

    Ebenfalls Thema beim Meeting der Vereine waren Adaptierungen der Lizenz- und Zulassungsbestimmungen. Ein Schwerpunkt war dabei die Veröffentlichung von Finanzdaten. Hier kam man zum Schluss, dass weiterhin nur Gesamterträge auszuweisen sind. Es bleibt Sache jedes Klubs, darüber hinauszugehen und Details der Einnahmequellen (Ticketing, Sponsoren, TV, Transfers, Teilnahme an Uefa-Bewerben) offenzulegen.

    Kraetschmer kündigte an, dass die Austria ebendas tun und erstmals zusätzlich zu den Pflichtangaben und -berichten, die beim Lizenzsenat der Bundesliga, beim Firmenbuch und dem Vereinsregister einzureichen sind, einen umfangreichen Geschäftsbericht zur Saison 2017/18 veröffentlichen wird. (red, 17.10. 2018)

    • Beim letzten Derby in Hütteldorf war eine aktive Exekutive gefragt.
      foto: apa/oczeret

      Beim letzten Derby in Hütteldorf war eine aktive Exekutive gefragt.

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