Amazon soll Bewertungen eigener Produkte manipuliert haben

    17. Oktober 2018, 13:28
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    Das Unternehmen soll vermehrt Gratis-Kopien für Rezensenten vergeben haben, um die Platzierung eigener Angebote zu verbessern

    Amazon soll Bewertungen manipuliert haben, um sicherzustellen, dass die eigenen Produkte weiter oben platziert werden als jene von Konkurrenten. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mehrere Händler der Plattform. Amazon verbietet seit zwei Jahren, dass Händler ihre Produkte gratis gegen Reviews vergeben – dafür war das Potenzial für Missbrauch zu groß, auch, weil Nutzer dadurch versuchten, den Algorithmus auszutricksen. Stattdessen bietet das Unternehmen nunmehr das sogenannte "Vine"-Programm an. Dabei fungiert Amazon selbst als Zwischenstelle, Rezensenten und Händler haben keinen Kontakt zueinander.

    Eigene Produkte bewerben

    Das Unternehmen sucht selbst "Vine"-Partner aus, Verkäufer müssen ein Gratis-Exemplar und einen kleinen Geldbeitrag an Amazon weitergeben. Der Vorwurf lautet nun, dass Amazon dieses Programm extensiv missbraucht, um die eigenen Produkte auf der Plattform zu bewerben. So beklagen mehrere Händler, dass die Verkaufszahlen massiv gesunken seien, nachdem Amazon eine eigene Version eines Produkts eingeführt hat. So würde es zahlreiche solche Produkte vergeben, um die Anzahl der Bewertungen und so die Platzierung zu erhöhen.

    Amazon reagierte auf den Bericht mit der Erklärung, dass Nutzer des Vine-Programms frei wählen könnten, welche Produkte sie rezensieren möchten. Auch bei den eigenen Produkten würde dasselbe Regelwerk herrschen wie bei anderen. (red, 17.10.2018)

    • Amazon soll Bewertungen manipuliert haben, um auf der eigenen Plattform eine bessere Platzierung bei der Suche zu erlangen.
      foto: apa/afp/emmanuel dunand

      Amazon soll Bewertungen manipuliert haben, um auf der eigenen Plattform eine bessere Platzierung bei der Suche zu erlangen.

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