Naturhistorisches Museum widmet sich der Geschichte des Krieges

    18. Oktober 2018, 11:47
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    Austellung "Krieg. Auf den Spuren einer Evolution" überspannt Jahrtausende und stellt die Frage, ob der Mensch aus der Geschichte gelernt hat

    Wien – Hat der Mensch aus der Geschichte gelernt? Diese Frage stellt eine Sonderschau des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien, die am 24. Oktober eröffnet. Die bis 28. April 2019 laufende Ausstellung "Krieg. Auf den Spuren einer Evolution" ist der Geschichte des Krieges im Verlauf der Jahrtausende gewidmet. Sie wird als Kooperation mit dem deutschen Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle an der Saale anlässlich 100 Jahre Beendigung des Ersten Weltkrieges und 400 Jahre nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges gezeigt.

    Die Schau nimmt ihren Ausgangspunkt rund 7.000 Jahre in der Vergangenheit: Zu jener Zeit hat es in Schletz bei Aspern an der Zaya in Niederösterreich ein Massaker gegeben, wovon dort gefundene Waffen und Schädel mit Spuren von Gewalteinwirkung zeugen. Der Fund gilt als erster Nachweis von Krieg in Mitteleuropa.

    Massengrab als Mahnmal

    Aus dem Dreißigjährigen Krieg stammt "eines der Highlights der Ausstellung" – dem Thema entsprechend eines der grausigen Art: Als 1632 zwischen Leipzig und Naumburg die Schlacht von Lützen tobte, gab es an nur einem Tag rund 6.000 Tote zu beklagen. 2011 wurde ein Grab von 47 dort getöteten Soldaten aufwendig gehoben. Der insgesamt 55 Tonnen schwere Erdblock mit sechs mal sieben Meter Grundfläche ist nun zweigeteilt im NHM zu sehen. Anhand dieses "Mahnmals des Krieges", das mit neuen wissenschaftlichen Methoden detailliert untersucht wurde, zeigt man auch, wie die Forschung heute frühere Ereignisse nachzeichnen kann.

    In drei neu renovierten Räumen im Narrenturm am Gelände des Alten AKH in Wien-Alsergrund befindet sich der zweite Teil der Sonderschau. Beispielsweise anhand von Objekten aus der pathologisch-anatomischen Sammlung des NHM wird klar, was der Krieg mit seinen Protagonisten respektive Opfern macht. Unter dem Titel "Medizin im Ersten Weltkrieg" erhalten Besucher Einblicke in die typischen Verletzungen, die dieser Vernichtungskrieg mit sich brachte.

    Begleitprogramm

    Flankiert wird die Ausstellung von einem umfassenden Rahmenprogramm in dem Vortragende auch wissenschaftliche Hintergründe zu einzelnen Themen und Funden erörtern. Erstmals bietet das NHM einen eigenen Ausstellungsblog an. Mit einer Instagram-Fotochallenge unter dem Motto "#makelovenotwar" beschreitet das Museum einen weiteren neuen Kommunikationsweg mit den Besuchern. Den besten Beiträgen winken Preise, ein Platz in der Ausstellung und in einem Buch. (APA, red, 18. 10. 2018)

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