Universitäten resümieren über "More" für geflüchtete Studierende

    17. Oktober 2018, 14:18
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    2.500 Personen nutzten Deutschkurse und andere Integrationsangebote, nur wenige schafften den Sprung ins Regelstudium

    Wien – Drei Jahre nach Start der "More"-Initiative an österreichischen Universitäten zog die Präsidentin der Universitätenkonferenz, Eva Blimlinger, am Mittwoch Bilanz über den Türöffner für Studierende mit Fluchterfahrung.

    Ziel der Aktion ist es, geflüchtete Menschen, die bereits im Herkunftsland ein Studium absolviert haben oder ihr begonnenes Studium unterbrechen mussten, sowie jene, die erst vor Beginn ihres Studiums stehen, "möglichst schnell und gut zu integrieren", erklärte Blimlinger.

    Deutsch, Freizeit, Buddys

    Im jetzt vorliegenden Evaluierungsbericht zeigt sich: Rund 2.500 Personen haben von dem Angebot Gebrauch gemacht – und das bedeutete an den meisten Hochschulstandorten: "More"-Teilnehmer wurden als außerordentliche Studierende registriert, konnten an Deutschkursen, ausgewählten Lehrveranstaltungen sowie zahlreichen Freizeitaktivitäten teilnehmen. Vielerorts hatten sie die Möglichkeit, einen "Buddy" zur Orientierung im Studium zur Seite zu haben.

    Voraussetzung für die Teilnahme war eine Hochschulberechtigung, an manchen Unis musste zudem ein Aufnahmeverfahren absolviert werden.

    Die Statistik zum Projekt: Der durchschnittliche "More"-Studierende ist 26 Jahre alt und männlich (90 Prozent). Zu Beginn der Initiative stammte er mehrheitlich aus Syrien (25 Prozent), Afghanistan (25 Prozent), dem Irak (18 Prozent) oder dem Iran (10 Prozent). Mittlerweile ist der Anteil syrischer Studierender auf rund ein Sechstel gefallen, in gleichem Maße stieg der Anteil afghanischer Studierender.

    Regulär studieren

    Zum Zeitpunkt der Evaluierung war der Anteil jener, die bis zum Wintersemester 2017/18 den Übertritt in ein reguläres Studium geschafft hatten, mit 68 Personen eher gering. Als eine der Ursachen nennt die Uniko die Tatsache, dass es in vielen Studienrichtungen Zugangsbeschränkungen gibt. Wer es ins reguläre Studium geschafft hat, habe vor allem naturwissenschaftliche, technische oder wirtschaftliche Fächer belegt, heißt es.

    Bei einer im Rahmen der Evaluierung durchgeführten Befragung berichteten 24 Prozent der Studierenden von einem Wechsel in eine andere Ausbildung wie eine Lehre oder Fachhochschule, einige berichteten auch von Berufserfahrungen.

    Was die Kosten anlangt, zeigt man sich bei der Uniko bescheiden: Durch einen Mix von Sponsoren, Drittmitteleinwerbung und Ehrenamtlichen sei es gelungen, das Projekt am Laufen zu halten. Rektorenchefin Blimlinger erklärte, sie halte Deutschkurse alleine "nicht für die Integration geeignet", der Spracherwerb müsse eingebettet erfolgen, so wie es mit dem "More"-Programm gelungen sei. (riss, 17.1.2018)

    • Deutschlernen alleine reiche nicht für die Integration, sagt Uniko-Chefin Eva Blimlinger.
      foto: heribert corn

      Deutschlernen alleine reiche nicht für die Integration, sagt Uniko-Chefin Eva Blimlinger.

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