Wenn Medikamente dick machen

    18. Oktober 2018, 06:00
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    Kanadische Forscher haben in einer Studie untersucht, welche Medikamente zu Gewichtszunahme führen – und welche Auswirkungen es hat

    Wer krank ist, muss behandelt werden. Darüber herrscht Einigkeit. Allerdings gibt es Medikamente, die zwar die ursprüngliche Erkrankung positiv beeinflussen, allerdings aber unangenehme Nebenwirkungen haben. Gewichtszunahme ist unerwünschte Folge bestimmter Wirkstoffe. Wissenschafter aus Kanada nahmen sich dem Thema Gewichtszunahme durch Medikamente in einer Studie an und analysierten, welche Möglichkeiten für Patienten bestehen, wenn ein bei ihnen eingesetztes Medikament zu einer Gewichtszunahme führt.

    In ihrer Analyse deckten die Forscher auf, dass Medikamente zur Bekämpfung von Psychosen, Depressionen, erhöhten Blutzuckerwerten und Bluthochdruck sowie Medikamente, die Kortison und andere Glucocorticoide enthalten, etwa zur Therapie von Asthma, Hauterkrankungen, entzündlichen Krankheiten oder Rheuma eingesetzt werden, zu einer Gewichtszunahme führen können. Konkret wird damit eine Gewichtszunahme von mehr als 2 Kilogramm pro Monat ab Tabletteneinnahme definiert.

    Unbedingt thematisieren

    Ist das der Fall, sollte mit dem behandelnden Arzt Rücksprache gehalten werden. Zunächst ist es oftmals ratsam, der Gewichtszunahme durch vermehrte Bewegung und verbesserte Ernährungsgewohnheiten zu begegnen. Ist dies nicht erfolgreich, kann der Arzt unter Umständen die Dosierung des Medikaments anpassen und die Einnahme des Medikamentes ändern.

    Beispielweise konnte beim Medikament Prednison, welches zur Therapie bei Rheuma oder bei Allergien eingesetzt wird, gute Erfolge erzielt werden und eine Gewichtszunahme gemindert und sogar ein Gewichtsverlust erreicht werden, wenn es an regelmäßig wechselnden Tagen eingenommen wurde. Und auch die Gewichtszunahme unter Einnahme von Insulin, welches den Blutzucker abgesenkt, fiel niedriger aus, wenn Insulin einmal täglich gespritzt wurde anstatt ein Verzögerungsinsulin zu verwenden (Verzögerungsinsuline sind mittellang wirkende Insuline).

    Alternativen besprechen

    Sind all diese Maßnahmen nicht erfolgreich, kann mit dem Arzt über einen Wechsel des Medikaments gesprochen werden. Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich Medikamente, die zur Behandlung einer Krankheit eingesetzt werden, teils erheblich in ihren Auswirkungen auf das Gewicht.

    Als Beispiel: Zur Behandlung von Depressionen kommen Medikamente aus der Gruppe der Trizyklika zum Einsatz: während der Wirkstoff Amitriptylin zu einer Gewichtszunahme von 0,4 bis 7,3 kg führen kann, bewirkte ein anderer Wirkstoff aus der Gruppe der Trizyklika, das Trazodon, hingegen gar einen Gewichtsverlust von bis zu 1,2 kg. In dem Volltext zur Studie finden Sie im Übrigen Übersichtstabellen zu allen oben erwähnten Medikamenten, in denen die Auswirkung der Medikamente auf das Körpergewicht dargestellt ist. (red, 18.10.2018)

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