Ute Müller: "Meine Kette wird zu einem Zeitspeicher"

    Kolumne7. November 2018, 06:30
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    Michael Hausenblas fragt die Künstlerin, warum sie ihre Halskette als stummen Begleiter sieht

    "Ich habe mir ganz schön lang überlegen müssen, was denn eigentlich mein 'Bestes Stück' sein soll. Irgendwie bin ich dann bei dieser Halskette gelandet, wobei es weniger um das Objekt an sich geht, sondern mehr um die Geschichten, für die es steht. Ich habe die beiden Anhänger der Kette in den Ritzen zwischen den Fußbodendielen in meinem Atelier gefunden. Früher war hier eine Feinschmiede untergebracht, in der Schmuck gefertigt wurde.

    Die Kette steht also irgendwie auch für mein Atelier, den Ort, an dem ich arbeite, der ebenfalls eine Art 'Bestes Stück' für mich ist. Ich trage die Kette seit einigen Jahren, dadurch wird sie im übertragenen Sinn zu einem Zeitspeicher. Das Objekt kann nichts, sagt nichts, ich sehe es auch nicht als Glücksbringer, sondern als einen stummen Begleiter, den ich sehr gern habe. Man selbst verändert sich über die Jahre, aber das Schmuckstück bleibt immer gleich." (Michael Hausenblas, 7.11.2018)

    Weitere beste Stücke

    Ute Müller ist mit ihren Arbeiten von 20. 10. 2018 bis 10. 2. 2019 in der Ausstellung "Ute Müller. Kapsch Contemporary Art Prize" im Wiener Mumok vertreten.

    • Ute Müller: "Die Kette steht für mein Atelier"
      foto: nathan murrell

      Ute Müller: "Die Kette steht für mein Atelier"

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