Journalistin Mesale Tolu forderte vor Istanbuler Gericht Freispruch

    16. Oktober 2018, 12:22
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    Ihre Familie sei "geschädigt" worden, weil sie monatelang mit ihrem dreijährigen Sohn in Untersuchungshaft gesessen habe und ihr Mann nicht ausreisen dürfe.

    Istanbul – Die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu hat vor Gericht in Istanbul die Aufhebung der Ausreisesperre gegen ihren Mann und einen Freispruch für ihn und sich gefordert. Ihre Familie sei "geschädigt" worden, weil sie monatelang mit ihrem dreijährigen Sohn in Untersuchungshaft gesessen habe und ihr Mann nicht ausreisen dürfe.

    "Ich fordere im Namen meines Mannes die Aufhebung der Ausreisesperre und unseren Freispruch." Die 33-Jährige saß am Montag im Gerichtssaal neben ihrem Mann Suat Corlu, der im selben Prozess angeklagt ist.

    Tolu wird Mitgliedschaft in der linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei MLKP vorgeworfen, die in der Türkei als Terrororganisation gilt. Dafür drohen ihr bis zu 20 Jahre Haft.

    Sie hatte wie berichtet vergangenes Jahr bereits mehr als sieben Monaten in U-Haft verbracht und war nach ihrer Freilassung im Dezember unter einer Ausreisesperre in der Türkei festgehalten worden. Erst Ende August hatte sie mit ihrem Sohn nach Deutschland fliegen dürfen. Ihr Mann musste in der Türkei bleiben. (APA, 16.10.2018)

    Nachlese

    Mesale Tolu fliegt zu ihrem Prozess in die Türkei – Nur knapp zwei Monate nach Ausreise nach Deutschland – 33-Jähriger wird Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen

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