Audi muss 800 Millionen Euro Strafe für Abgas-Manipulationen zahlen

16. Oktober 2018, 13:09
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Mit der Geldstrafe ist ein Ordnungswidrigkeitsverfahren abgeschlossen worden. Die Ermittlungen gegen den Autobauer gehen jedoch weiter

München – Audi zahlt für die Manipulation von Dieselmotoren ein Bußgeld von 800 Millionen Euro. Das von der Staatsanwaltschaft München II eingeleitete Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Audi sei damit abgeschlossen, teilte die Volkswagen-Tochter am Dienstag mit. Audi werde keine Rechtsmittel dagegen einlegen. "Die Audi AG bekennt sich damit zu ihrer Verantwortung für die vorgefallenen Aufsichtspflichtverletzungen."

Laut Staatsanwaltschaft setzt sich der Bußgeldbescheid zusammen aus dem gesetzlichen Höchstmaß von fünf Millionen Euro für fahrlässige Ordnungswidrigkeiten und 795 Millionen Euro zur Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile, die Audi aus dem pflichtwidrigen Verhalten gezogen hat.

Die Millionenstrafe dürfte in die bayerische Landeskasse fließen. Die geschädigten Verbraucher hingegen könnten leer ausgehen. Laut dem Ordnungswidrigkeitenrecht stehen sowohl der Ahndungs- als auch der Abschöpfungsteil der Geldstrafe dem Staatshaushalt zu, wie Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) am Dienstag erklärte.

Ermittlungsverfahren geht weiter

Trotz des verhängten Bußgelds läuft das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft München gegen Audi weiter. Nach wie vor werde gegen 20 Beschuldigte ermittelt, sagte ein Sprecher der Behörde. Mit der Geldstrafe sei ja lediglich ein anhängiges Ordnungswidrigkeitsverfahren abgeschlossen worden.

Bei den Ermittlungen gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler und weitere Beschuldigte geht es um den Verdacht des illegalen Verkaufs von Fahrzeugen mit gefälschten Abgaswerten. Stadler sitzt in Untersuchungshaft. Eine Haftbeschwerde sei am Oberlandesgericht München anhängig, sagte der Sprecher. Die Staatsanwaltschaft habe eine Stellungnahme hierzu eingereicht.

Konzernergebnis dezimiert

Die Porsche-Holding rechnet unter anderem wegen des Bußgelds gegen die VW-Tochter Audi heuer mit einem niedrigeren Gewinn. Nach Steuern werde das Konzernergebnis nur noch zwischen 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro liegen, teilte die Porsche SE am Dienstag mit. Zuvor hatte die Holding den Korridor um 900 Millionen Euro höher angegeben. Sie ist die Dachgesellschaft des Volkswagen-Konzerns, zu dem wiederum der Autobauer Audi gehört.

Erst im Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeld über 1 Mrd. Euro gegen Volkswagen verhängt, das der Konzern ebenfalls annahm. In den USA hatte Volkswagen wegen der Dieselaffäre schon Milliarden an Strafen zahlen müssen. Und es gab Entschädigungen für betroffene Autobesitzer.

V6- und V8-Dieselmotoren

Bei den Ermittlungen ging es um V6- und V8-Dieselmotoren von Audi seit 2004. Zudem warf die Staatsanwaltschaft Audi vor, "nicht erkannt zu haben", dass in zwei von Volkswagen entwickelten Dieselmotor-Typen Software verbaut war, die den Schadstoffausstoß auf dem Prüfstand drosselte. (APA, red, 16.10.2018)

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  • Das Bußgeld setzt aus fünf Millionen Euro für fahrlässige Ordnungswidrigkeiten und 795 Millionen Euro zur Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile zusammen.
    foto: imago/future image

    Das Bußgeld setzt aus fünf Millionen Euro für fahrlässige Ordnungswidrigkeiten und 795 Millionen Euro zur Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile zusammen.

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