Fake New England Clam Chowder

    Ansichtssache17. Oktober 2018, 12:00
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    Bostons Nationalgericht, eine cremige Suppe, schmeckt am besten mit selbstgemachten Crackern. Das Originalrezept wurde hier modifiziert

    Boston und Clam Chowder gehören zusammen wie Italien und Pizza oder Österreich und Schnitzel. Das Nationalgericht Bostons beziehungsweise ganz New Englands ist eine cremige Suppe (chowder), die Muscheln (clams) enthält.

    Serviert wird diese Suppe typischerweise mit kleinen runden Oyster-Crackern. Diese haben ihren Namen daher, dass sie früher angeblich gerne zu Austerneintöpfen serviert wurden – heute kennt man sie vor allem als Begleitung von Clam Chowder.

    Nachdem Venusmuscheln für Österreich eher untypisch sind, habe ich sie hier mit Austernpilzen ersetzt, da diese eine ähnliche Konsistenz haben. Auch andere Schwammerln wie Steinpilze – oder zur Not sogar Champignons – können verwendet werden. Normalerweise enthält diese Suppe "clam juice", also entweder Kochflüssigkeit oder – im Fall von Dosenmuscheln – jene Flüssigkeit, in der die Muscheln eingelegt sind. In diesem Rezept wird ersatzweise eine leichte Gemüsebrühe verwendet.

    foto: ursula schersch

    Übrigens: Die meisten Bostoner sehen es als Beleidigung an, alles andere als ihre weiße Clam Chowder als dieses Gericht zu bezeichnen – etwa die rote, tomatenlastige Manhattan Clam Chowder.

    Oyster Crackers:

    • 150 g glattes Mehl (W 480)
    • 1 gestr. TL Salz
    • 1 gestr. TL Zucker
    • 1 gehäufter TL Backpulver
    • 30 g kalte Butter
    • 75 ml kaltes Wasser

    Chowder:

    (4 Portionen)

    • 120 g Austernpilze (oder andere Pilze)
    • 1 mittlere Zwiebel (120 g)
    • 1 Stange Sellerie ohne Grün (20 g)
    • 3 mittlere festkochende Kartoffeln (300 g)
    • 80 g Speck (3 dicke oder 5 dünne Schnitten)
    • 3–4 leicht gehäufte EL Mehl*
    • 1 Liter klare Suppe, heiß (hier: Gemüsebrühe)
    • 200 ml Milch
    • 150 ml Schlagobers
    • Salz und weißer Pfeffer
    • Ca. 3–4 EL Butter oder Öl zum Anbraten
    • Optional: Schnittlauch zum Garnieren

    * Mit einer Einbrenn aus 3 EL Mehl erhält man eine leicht cremige Suppe. Wer eine dickflüssig-cremige Suppe bevorzugt, kann etwas mehr Mehl verwenden.

    foto: ursula schersch

    Oyster Crackers

    Mehl, Salz, Zucker und Backpulver mischen. Mit den Fingern die kalte Butter einarbeiten bis eine bröselige Masse entsteht.

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    foto: ursula schersch

    Das Wasser zugeben und rasch zu einem Teig kneten. Den Teig 10 Minuten bei Zimmertemperatur rasten lassen.

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    foto: ursula schersch

    Den Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche auf ca. 35 cm x 20 cm ausrollen (2–3 mm dick) und mit einem kleine runden Ausstecher kleine Cracker ausstechen. Hierfür eignen sich auch oft Verschlusskappen z. B. von Gewürzgläsern. Schneller geht es, den Teig mit einem Teigradler in kleine Quadrate zu schneiden.

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    foto: ursula schersch

    Die Cracker auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und bei 175 °C Ober- und Unterhitze im oberen Ofendrittel 10–15 Minuten backen, bis sie gerade beginnen, eine goldene Farbe anzusetzen (Vorsicht, das übersieht man leicht).

    Das Blech aus dem Ofen nehmen, die Unterseite der Cracker kontrollieren. Falls diese eher dunkel ist, die Cracker samt Backpapier vom Blech nehmen und auskühlen lassen. Wenn die Unterseite noch hell ist, kann man sie direkt auf dem Blech auskühlen lassen.

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    foto: ursula schersch

    Chowder:

    Pilze putzen und klein würfeln.

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    foto: ursula schersch

    Zwiebel und Sellerie sehr fein würfelig schneiden. Kartoffeln schälen und in 1 cm große Würfeln schneiden.

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    foto: ursula schersch

    Die Pilze mit 1 EL Butter rund 5 Minuten unter gelegentlichem Rühren in einem schweren Topf oder einer großen Pfanne anrösten, dann auf einem Teller beiseite stellen.

    Den Speck bei niedriger bis mittlerer Hitze ohne Öl anrösten, bis er knusprig ist, rund 10 Minuten. Aus der Pfanne nehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen (so wird der Speck knuspriger). Überschüssiges Fett in der Pfanne lassen. Wenn der Speck abgekühlt und knusprig ist, diesen in kleine Stücke brechen oder schneiden.

    Zwiebeln und Sellerie in die Pfanne mit dem Fett geben und golden rösten, rund 5 Minuten.

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    foto: ursula schersch

    Falls nur mehr wenig Fett in der Pfanne ist, 1–2 EL Butter zugeben.

    Dann das Mehl gleichmäßig über das angeröstete Gemüse stauben und 1 Minute unter Rühren anrösten.

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    foto: ursula schersch

    Topf/Pfanne kurz vom Herd nehmen und unter Rühren rund die Hälfte der Suppe angießen. Erhitzen bis die Flüssigkeit andickt, dann die restliche Suppe einrühren.

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    foto: ursula schersch

    In der Zwischenzeit die gewürfelten Erdäpfel in gut gesalzenem Wasser rund 6–8 Minuten kochen bis sie fast gar sind (leicht unterkochen).

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    foto: ursula schersch

    Pilze, zerkleinerten Speck (1 EL zum Servieren beiseite geben) und Erdäpfelwürfel zur Suppe geben und 5 Minuten köcheln lassen.

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    foto: ursula schersch

    Milch und Schlagobers einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Clam Chowder mit knusprigem Speck und Oyster-Crackern servieren. (Ursula Schersch, 17.10.2018)

    Das Rezept zum Ausdrucken

    Weiterlesen:
    Boston Baked Beans
    Tomatensuppe mit Grilled-Cheese-Sandwich
    Apple-Cider-Caramels

    Link zum Blog der Autorin: tasteoftravel.at

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