Wiener Musiker wirft Polizei Rassismus vor

    15. Oktober 2018, 13:34
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    Debatte über Amtshandlung mehrerer Beamter mit Rappern in Park – Die Polizei weist den Willkürvorwurf zurück, eine interne Prüfung wurde eingeleitet

    Wien – Der Wiener Rapper T-Ser wirft der Polizei Rassismus vor. Der Musiker und ein weiterer schwarzer junger Mann waren Sonntagnachmittag Teil einer Gruppe, die im Josef-Strauß-Park in Neubau kontrolliert wurde. Der Musiker spricht von "racial profiling" aufgrund seiner Hautfarbe und hat die teilweise per Handy gefilmte Amtshandlung unter dem Hashtag #nichtmituns öffentlich gemacht.


    "Die Polizei führt in diesem Bereich grundsätzlich Schwerpunktkontrollen durch, weil es dort wiederholt zu strafbaren Handlungen gekommen ist und Anrainerbeschwerden vorliegen", sagte Polizeisprecherin Irina Steirer. "Die Rahmenbedingungen für Kontrollen laut Sicherheitspolizeigesetz lagen vor." Laut der Gratiszeitung "Heute" hatte der Rapper wegen des schönen Wetters ein "Arbeitsmeeting" mit Labelkollegen in den Park verlegt.

    Mit Händen gefuchtelt

    Die Polizeisprecherin schilderte den Ablauf der Amtshandlung, die der Identitätsfeststellung habe dienen sollen, so: "Ein Teil der Gruppe war kooperativ und hat die Ausweise vorgezeigt. Zwei aus der Gruppe waren nicht kooperativ. Einer der Männer hat ständig mit den Händen vor einem der Beamten herumgefuchtelt. Er wurde aufgefordert, das zu unterlassen." Weil er der Aufforderung nicht nachkam, wurde eine Anzeige wegen aggressiven Verhaltens ausgesprochen. Dazu kam später noch eine wegen Anstandsverletzung – der Betreffende soll den da bereits im Gehen befindlichen Polizisten eine ordinäre Beschimpfung nachgerufen haben. Der zweite Betroffene wurde wegen Lärmerregung und Missachtung einer Wegweisung angezeigt.

    Offenbar beide Männer taten durchgehend ihren Unmut über die ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Aufforderung zum Identitätsnachweis kund. Sie warfen den beiden Streifenpolizisten vor, sie nur zu kontrollieren, "weil wir schwarz sind", und sollen die Beamten unter anderem als "Nazis" bezeichnet haben, sagte Steirer.

    Ordinäre Beleidigung

    Am Ende verließ die ganze Gruppe den Park, kam dann aber wieder zurück. Beim erneuten Aufeinandertreffen fiel dann die ordinäre Beleidigung. Die Polizisten forderten Unterstützung an. Fünf Streifenwagen mit je zwei Beamten waren schlussendlich im Einsatz. Die Männer "wurden aufgefordert, ihr Verhalten einzustellen", so die Polizeisprecherin, anschließend weggewiesen und "hinausbegleitet".

    Den Vorwurf der Polizeiwillkür "kann ich nicht bestätigen", sagte Steirer. Die vorangegangenen Vorfälle in dem Park, wo es Beschwerden über weggeworfene Spritzen und Drogendeals sowie Raubüberfälle gegeben habe, gäben der Polizei "die Ermächtigung, dort einzuschreiten". Da die meisten Straftaten in dem Bereich Jugendlichen zugerechnet würden, werde eben entsprechend kontrolliert. "Sonst halten sich in diesem Park vorwiegend Mütter mit kleinen Kindern am Spielplatz auf", sagte die Sprecherin.

    Nun werde "intern geprüft, ob ein Fehlverhalten der Beamten vorliegt", so Steirer. Die Polizei habe auf die in sozialen Medien veröffentlichten Videos hin entsprechende Schritte eingeleitet. Die Aufnahmen wurden schon mehrere zehntausend Mal aufgerufen. (APA, 15.10.2018)

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