Köstinger will Koalition mit FPÖ nach 2022 fortsetzen

    14. Oktober 2018, 12:47
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    Die türkise Landwirtschaftsministerin will in der Regierung bleiben und nicht in die EU-Kommission wechseln

    Wien – Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) möchte die Koalition mit der FPÖ nach der Wahl 2022 fortsetzen. Der "Systemwechsel" sei gelungen, die Bevölkerung habe "großes Vertrauen", und die Regierung lebe einen "neuen Stil" ohne öffentlichen Streit, sagte Köstinger in der ORF-"Pressestunde" am Sonntag: "Wir werden das hoffentlich auch über diese Legislaturperiode hinaus machen können."

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    "Pressestunde" mit Umweltministerin Elisabeth Köstinger: Es geht um die persönliche Zukunft.

    Dass sie selbst nach der Europawahl als österreichische Kommissarin nach Brüssel wechseln könnte, schloss die frühere EU-Abgeordnete aus. "Ich sehe meine Zukunft absolut in der Bundesregierung", versicherte Köstinger.

    Klimaschutz als größte Herausforderung

    Die Ministerin sieht ihre Hauptaufgabe im Klimaschutz. Der Klimawandel sei die größte Herausforderung des Jahrhunderts, sagte Köstinger. Kritik an den Plänen für eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ließ sie nicht gelten. Eine Überlegung wert sei, die Vignettenpflicht bei E-Autos zu streichen.

    Die Freigabe der Busspur für Elektroautos verteidigte Köstinger, den Testbetrieb von Tempo 140 auf Autobahnteilstücken ebenso. Bei Letzterem argumentierte sie mit einhergehenden Schadstoffmessungen. Steigen die Emissionen – wovon Umweltschützer ausgehen –, müsse Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) Maßnahmen setzen, um das zu kompensieren. Tempo 140 widerspreche nicht den Klimazielen, die Verkehrsemissionen müssten aber massiv reduziert werden. Das sehe auch die "Mission 2030" der Bundesregierung vor.

    Internationale Lösung für den Klimawandel

    Wichtig sei es auch, Gebäude zu sanieren. Die Klimafrage müsse aber vor allem international gelöst werden, betonte Köstinger. Der Beschluss des EU-Umweltministerrats, den Schadstoffausstoß bei Autos bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren bezeichnete sie als "wegweisend". Für eine stärkere Reduktion habe die Mehrheit gefehlt. Europäisch geregelt werden solle eine Reduktion von Plastikprodukten.

    Als Tourismusministerin betonte Köstinger, dass der Klimaschutz auch im größten Interesse der Branche sei. Wie in der Landwirtschaft müssten auch im Tourismus Klima-Anpassungsstrategien erarbeitet werden. "Die Saisonen werden sich verschieben. Dafür müssen Vorkehrungen getroffen werden." Aktuelle Bilder aus Kitzbühel, die einen weißen Pistenstreifen in der herbstlichen Umgebung zeigten, erinnerten die Ministerin "ein bissl an die 'Piefke-Saga', Teil vier". Sie verwies aber darauf, dass der Schnee nicht aus Kanonen stammte, sondern über den Sommer in höheren Lagen erhalten worden sei.

    Zum teilweisen Fachkräftemangel im Tourismus deutete Köstinger an, die Zumutbarkeitsbestimmungen ändern zu wollen. Es gebe offene Stellen im Westen und Suchende im Osten Österreichs, also werde man darauf reagieren müssen, dass manche Menschen eine Stelle suchen, aber nicht annehmen würden.

    Köstinger verteidigt Offenlegung von NGO-Mitgliedernamen

    Zur UVP neu sagte Köstinger, dass Bürger künftig Parteienstellung erhalten. Nichtregierungsorganisationen erhielten mehr Rechte als bisher, diese müssten sie aber auch rechtfertigen, verteidigte Köstinger die umstrittenen Pläne, wonach NGOs ihre Mitglieder offenlegen sollen. Bisher hätten NGOs "oft nicht nachweisen können, dass sie selbst betroffen sind oder ein veritables Interesse haben".

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    Klimaschutz als globales Programm.

    Neue Ökosteuern, um mehr Anreize für den Klimaschutz zu schaffen, schloss Köstinger aus. In der Steuerreform 2020 wolle man entlasten und nicht belasten, es werde "ein größeres Bild" geben, das gesamte System werde evaluiert und man schaue "wo Lenkungseffekte Sinn machen", blieb Köstinger unkonkret. Die Eigenstromsteuer solle aber fallen, diese sei "widersinnig".

    Zum nächsten EU-Agrarbudget, das von Kürzungen bedroht ist, sagte Köstinger einmal mehr, sich dafür einzusetzen, dass bei den Förderungen die Qualität besonders berücksichtigt werden solle. Eine Förderobergrenze von 60.000 Euro bei den Direktzahlungen befürwortet sie, schließt aber aus, dass es eine EU-Richtlinie geben könnte, die die Qualität von Lebensmitteln verschlechtern würde. Mit der Richtlinie sollten unfaire Geschäftspraktiken von großen Lebensmittelhändlern erschwert werden. Höhere Standards seien richtig und wichtig. Dafür sollten die Bauern auch einen angemessenen Preis bezahlt bekommen. (APA, 14.10.2018)

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