Team und Foda nach 1:0 gegen Nordiren erleichtert

    13. Oktober 2018, 14:13
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    Mit dem ersten Sieg in der Nations-League hat man die Trümpfe wieder in der Hand – Teamchef: "Sieg absolut verdient, auch wenn es eng war" – Sonderlob für Arnautovic, der wie Lainer, Wöber und Laimer nicht gegen Dänemark auflaufen wird

    Wien – Die Erleichterung über das 1:0 gegen Nordirland stand Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda ins Gesicht geschrieben. Bei einem Punkteverlust am Freitag im Happel-Stadion wäre die Chance auf den Nations-League-Gruppensieg wohl dahin gewesen, so aber kann die ÖFB-Auswahl aus eigener Kraft Platz eins holen, in Liga A aufsteigen und sich die Play-off-Hintertür zu einem EM-2020-Ticket offen halten.

    "Die Ausgangsposition ist jetzt besser als vor dem Spiel, wir haben die Trümpfe in eigener Hand", meinte Foda und betonte, der Erfolg sei verdient gewesen. "Wir waren schon in der ersten Hälfte gut, haben aber oft den letzten Pass nicht so gut gespielt." Nach dem Seitenwechsel stellte der 52-Jährige eine Steigerung fest. "In der zweiten Hälfte hat es die Mannschaft sehr gut gemacht, wir hatten da vor allem am Anfang einige Möglichkeiten."

    Positiver Gesamteindruck

    Allerdings musste Foda auch zugeben, dass seine Truppe im Finish ins Schwimmen geraten war: "Da hatten wir bei dem Stangentreffer Glück." Das ändere jedoch nichts am positiven Gesamteindruck. "Klar können wir besser spielen, aber man sieht schon, dass wir Qualität haben. Das Wichtigste ist, dass wir in gefährliche Situationen reinkommen, und da waren wir in diesem Match sehr oft." Daher lautete sein Resümee: "Der Sieg war absolut verdient, auch wenn es eng war."

    foto: reuters/leonhard foeger
    Foda bedankt sich ganz herzlich bei seinem Kapitän.

    Zu verdanken hatte man die drei Punkte vor allem Marko Arnautovic, der mit seinem 20. Tor im 75. Länderspiel den Erfolg fixierte. "Er ist ein außergewöhnlich guter Spieler, hat auch viel nach hinten gearbeitet", erklärte Foda.

    Der Nationaltrainer hatte den West-Ham-Profi trotz angeblicher ÖFB-interner Skepsis wieder als Spielführer auf den Platz geschickt. "Er war ein würdiger Kapitän, das war er schon in Bosnien. Es freut mich besonders, dass er das Tor gemacht hat", sagte Foda.

    Pech für Janko

    Arnautovics Treffer in der 71. Minute vereitelte das Nationalteam-Comeback von Marc Janko. Der 35-Jährige war zu diesem Zeitpunkt schon zur Einwechslung bereit, nahm dann aber wieder auf der Bank Platz. "Durch das 1:0 hat es eine andere Situation gegeben, da brauchst du dann andere Spielertypen", meinte Foda.

    Auch wenn Jankos Goalgetter-Qualitäten diesmal nicht benötigt wurden – allein schon seine Nachnominierung sei ein positiver Faktor für die Mannschaft gewesen, beteuerte der Coach. "Es war extrem wichtig, dass er zu uns gekommen ist. Er hat riesigen Spaß gehabt und gut trainiert. Es ist durchaus möglich, dass er am Dienstag gegen Dänemark spielt."

    Nicht dabei sein wird hingegen der an einem Muskelfaserriss laborierende David Alaba, der auf der VIP-Tribüne über den Sieg jubelte. "Ich habe mich darüber sehr gefreut, dass er die Mannschaft unterstützt hat. Man sieht, das Team lebt, da wächst etwas zusammen", sagte Foda über den aus München angereisten Bayern-Profi.

    Heißer November

    Auf Alaba kann Foda wieder im nächsten ÖFB-Lehrgang zählen, wenn es am 15. November im Happel-Stadion gegen Bosnien-Herzegowina und drei Tage später auswärts gegen Nordirland geht. Sollte gegen das Balkan-Team nach dem 0:1 vor einem Monat das direkte Duell gewonnen und danach in Belfast ein Sieg eingefahren werden, ist Österreich Gruppenerster.

    Gegen Bosnien erwartet Foda im Prater deutlich mehr Zuschauer als gegen Nordirland, als 22.300 Fans – darunter 2.000 lautstarke Anhänger der Gäste – in die Arena kamen. "Ich gehe davon aus, dass das Stadion voll ist und die Hütte brennt", vermutete der Teamchef.

    Pause für Arnautovic und Lainer

    Zunächst aber steht das Testmatch am Dienstag in Dänemark im Mittelpunkt. Das ÖFB-Team muss in Herning ohne Marko Arnautovic und Stefan Lainer auskommen. Beide haben mit Kniebeschwerden zu kämpfen und wurden deshalb nach dem Mittagessen am Samstag aus dem ÖFB-Teamcamp in Wien entlassen. Maximilian Wöber und Konrad Laimer wechselten dagegen zum U21-Team, das am Dienstag in St. Pölten gegen Russland spielt.

    Dabei geht es für Österreich darum, mit einem Sieg ins Play-off für die EM 2019 einzuziehen. In diesem ermitteln die vier besten Gruppenzweiten die letzten beiden Teilnehmer für die Endrunde in Italien und San Marino. ÖFB-Teamchef Franco Foda nominierte nur Rapid-Abwehrspieler Marvin Potzmann nach. "Die U21 liegt mir sehr am Herzen. Ich werde alles tun, was von meiner Seite möglich ist, damit sie sich qualifiziert", versprach Foda. (APA, 13.10.2018)

    • Foda, der Zuversichtliche.
      foto: reuters/leonhard foeger

      Foda, der Zuversichtliche.

    • Foda, der Antreiber.
      foto: apa/hans punz

      Foda, der Antreiber.

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