4.000 Österreicher sterben jährlich durch Lungenembolien

    13. Oktober 2018, 06:00
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    Thrombosen entstehen durch zu wenig Bewegung, Blutgerinnungsstörungen, nach Krebserkrankungen und OPs. Besonders gefährlich ist die Lungenembolie

    In Österreich sterben jährlich mehr als 4.000 Menschen an Lungenembolien. Etwa 8.000 Personen werden mit dieser potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung pro Jahr ins Spital aufgenommen.

    "Es gibt eine hohe Dunkelziffer. Bei den Beinvenenthrombosen rechnet man mit 150 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern und Jahr, bei den Lungenembolien mit 100 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern. Lungenembolien sind die dritthäufigste Todesursache infolge von kardio-vaskulären Erkrankungen", sagt Peter Marschang, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Internistische Angiologie (ÖGIA).

    Thrombosen entstehen vor allem durch Immobilität, Blutgerinnungsstörungen, im Rahmen von Tumorerkrankungen und infolge von Operationen. Ohne prophylaktische Behandlung beträgt beispielsweise das Thromboserisiko bei künstlichem Kniegelenksersatz rund 90 Prozent.

    Verstopfte Gefäße

    Besonders gefährlich ist die Lungenembolie, bei der ein Thrombus aus den Beinvenen mit dem Blutstrom in den Lungenkreislauf kommt. Dort verstopft das Gerinnsel Blutgefäße, wodurch das betroffene Areal nicht mehr für die Sauerstoffaufnahme zur Verfügung steht. Ein Großteil der Todesfälle ist darauf oder auf einen Herzstillstand durch Überlastung der rechten Herzkammer zurückzuführen.

    Computertomografie, Herzultraschall und D-Dimer-Bluttests sind die zur Verfügung stehenden Diagnosemittel. Bei hohem Risiko erfolgt eine Therapie durch Infusion eines Biotech-Thrombolyse-Medikamentes. Allerdings ist das Risiko für eine dadurch ausgelöste Gehirnblutung mit zwei bis fünf Prozent hoch. Wahrscheinlich sicherer ist die lokale Anwendung der Thrombolyse durch Einbringung des Arzneimittels über einen Katheter an den Ort der Thrombose.

    Drei bis sechs Monate

    "Dabei kommt man mit einem Viertel der Dosis aus. Das Gehirnblutungsrisiko liegt bei 0,35 Prozent", sagt Rudolf Kirchmair von der ÖGIA. Bei geringerem Risiko erfolgt eine Behandlung, die bisher am Beginn zumeist aus niedermolekularem Heparin bestand, das dann durch eine Blutgerinnungshemmung vor allem durch die neuen oralen Antikoagulantien (NOAKs) mit deutlich weniger Blutungsrisiko als das alte Marcumar ersetzt wird. Je nach Gefährdung beträgt die Therapie bzw. Sekundärprävention drei bis sechs Monate oder auch länger. (APA, 13.10.2018)

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