Asteroid Ryugu ähnelt eher Braunkohle als Asche

    14. Oktober 2018, 10:00
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    Überraschende Konsistenz könnte Durchführung der weiteren Pläne der Mission Hayabusa2 erschweren

    foto: ap/jaxa
    Blick auf die zerklüftete Oberfläche von Ryugu.

    Berlin – Erste detaillierte Messdaten vom Asteroiden Ryugu überraschten die Wissenschafter: Der Asteroid besteht aus deutlich härterem und gröberem Material als erwartet. "Dieses Material gibt uns einiges an Rätseln auf", sagte Planetenforscher Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

    Die Konsistenz des schwarzen Gesteins, das aus den ersten hundert Millionen Jahren unseres Sonnensystems stammt, sei ersten Datenauswertungen zufolge mit Braunkohle zu vergleichen. Erwartet worden war eher der Härtegrad von Zigarettenasche.

    "Tatsächlich ist es am Boden aber noch viel verrückter, als erwartet. Alles ist von groben Blöcken und Geröll übersät. Wie kompakt diese Blöcke sind und welche Zusammensetzung sie haben, das wissen wir noch nicht. Vor allem aber: Fast nirgendwo sind größere Ansammlungen feinen Materials zu sehen, und das haben wir gar nicht erwartet", sagt Jaumann. "Das müssen wir in den nächsten Wochen noch ganz genau untersuchen, da die kosmische Verwitterung eigentlich feines Material erzeugen müsste."

    Mission bleibt spannend

    Der etwa 300 Millionen Kilometer von uns entfernte Asteroid war Ziel der immer noch laufenden Mission Hayabusa 2. Als ersten Höhepunkt der Mission warf die gleichnamige japanische Sonde das deutsche Landemodel Mascot über Ryugu ab, das sich hüpfend über den Asteroiden bewegte und dabei Daten sammelte. Hayabusa2 wird sich ihrerseits dem Asteroiden für eine vorübergehende Landung annähern, um Material von ihm abzusprengen und dieses im Jahr 2020 zurück zur Erde zu bringen.

    Die von Mascot gewonnenen Daten über die überraschende Konsistenz des Asteroiden werden den Einsatz der Sonde nicht einfacher machen, hieß es vom DLR. "Das wird unseren japanischen Kollegen viel zum Nachdenken geben", sagte Jaumann. (APA, red, 14. 10. 2018)


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    DLR

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