Mick Herrons "Slow Horses": Agenten im Ausgedinge

    15. Oktober 2018, 10:02
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    Einer der besten Spionagethriller seit langem

    Man nennt sie Slow Horses und hat sie in ein schäbiges Haus ausgelagert. Alle Agenten, die der Geheimdienst MI5 aus seinen Reihen ausgeschlossen hat, sind hier zum Nichtstun verdammt. Manche haben eine Aktion vermasselt, andere sind aus politischen Gründen versenkt worden, andere sind verhaltensoriginell.

    Diese Truppe wird aufgestört, als die Kollegen in Regent's Park nicht mehr weiterwissen: Hassan Achmed, in Birmingham geboren, Eltern Einwanderer aus Pakistan, ist entführt worden. Was wollen die Entführer? Werden sie Hassan, wie angekündigt, vor laufender Kamera enthaupten? Hassans Mutter ist die Schwester des pakistanischen Geheimdienstchefs, und der Fall droht zu einem Politikum zu werden.

    Mick Herrons Spionagethriller ist einer der besten seit langem. Hier ist alles noch absurder, zynischer, grausamer als zu Zeiten des Kalten Krieges, abgesehen davon gab und gibt es immer jemanden, der sich für Geld verkauft. Und die Frauen mischen ordentlich mit. Die Zeit der einsamen Leitwölfe ist vorbei. (Ingeborg Sperl, 15.10.2018)

    • Mick Herron, "Slow Horses". Deutsch: Sabine Schäfer. € 24,70 / 472 Seiten. Diogenes, Zürich 2018
      cover: diogenes

      Mick Herron, "Slow Horses". Deutsch: Sabine Schäfer. € 24,70 / 472 Seiten. Diogenes, Zürich 2018

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