Edgar Allan Poe: Jagd nach dem goldenen Käfer

    16. Oktober 2018, 11:15
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    Die neu aufgelegte Lesung Klaus Stieringers aus dem Jahr 1963 ist ein archivalischer Fund

    Ein Mann auf einer abgelegenen Insel. Ein geheimnisvoller Käfer. Eine mysteriöse Zeichnung auf Pergament, wobei ein Totenschädel zutage tritt. Die Suche nach einem Piratenschatz. Die zweite Hälfte von Der Goldkäfer allerdings ist die viel wichtigere. Denn in diesem Teil der Geschichte, im Sommer 1843 erstmals gedruckt, demonstrierte Edgar Allan Poe, dass erzählende Prosa Werkstattbericht sein kann.

    Kein Wunder, dass ihm die ersten Detektiverzählungen zu verdanken sind. Die Rückseite der Spannung ist das feinsinnige Aufzeigen sämtlicher Finten des Geschichtenerfinders. Poe interessierte alles, was mit Geheimschriften und Verschlüsselungen zusammenhing. Er schrieb darüber für eine Zeitung und forderte einmal deren Leser, Urform der Leserbindung, zu einem Wettbewerb heraus. Alle eingesandten Rätsel löste er.

    Diese neu aufgelegte Lesung Klaus Stieringers ist ein archivalischer Fund. Die NDR- Produktion datiert aus dem Jahr 1963. Was man der angenehmen, wohl akzentuierten, überaus präzisen Artikulation an keiner Stelle anhört. (Alexander Kluy, 16.10.2018)

    • Edgar Allan Poe, "Der Goldkäfer". € 11,30 / 71 Min. Der Audio-Verlag, Berlin 2018
      cover: der audio verlag

      Edgar Allan Poe, "Der Goldkäfer". € 11,30 / 71 Min. Der Audio-Verlag, Berlin 2018

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