Postalm: Österreichs größte Alm mit dem Bike erkunden

    12. Oktober 2018, 15:00
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    Im goldenen Oktober über die alte Postalm-Straße radeln

    Sie ist das mit Abstand größte Almgebiet des Landes: die Postalm im Salzkammergut, zwischen Strobl am Wolfgangsee und Abtenau. Das Almplateau ist 42 Quadratkilometer groß, das entspricht ziemlich genau der Gesamtfläche der burgenländischen Landeshauptstadt Eisenstadt. Im Sommer weiden auf der Postalm bis zu 2.000 Rinder und Rösser. Der Name stammt übrigens – erraten – von den Poströssern aus Bad Ischl, die auf 1.300 Meter Seehöhe zur Sommerfrische waren.

    Erschlossen sind die Almflächen zwischen dem Braunedel und dem Pitschenberg mit einer gut ausgebauten Mautstraße zwischen Strobl und dem Abtenauer Ortsteil Voglau. So kommen die Leute im Winter bequem zum Langlaufen und Skitourengehen und im Sommer zum Wandern und Hüttenbankerlsitzen herauf. Das kleine Skigebiet kämpft seit Jahren ums Überleben.

    Für Verkehr gesperrt

    So einfach wie heute war der Weg auf die Alm früher nicht. Von der Abtenauer Seite wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts eine halbwegs befahrbare Straße errichtet. Bauherr war der Toskana-Habsburger Erzherzog Franz Ferdinand IV., der nach der nationalstaatlichen Vereinigung Italiens in Salzburg im Exil lebte.

    Heute ist die von den Salzburgern schlicht "alte Postalmstraße" genannte Straße für den Verkehr gesperrt. Das freut die Mountainbiker, denn die Straße ist eine echte Sensation. Sie führt geschickt angelegt, ohne besondere Steilstücke immer entlang der Bachläufe oder etwas über diesen zu den Almböden hinauf und ist auch von technisch weniger versierten Radlern leicht zu bewältigen.

    Wilde Steilwände

    Zwei Mal werden spektakuläre Klammen auf kurzen Brücken überquert, immer wieder blitzen die wilden Steilwände der umliegenden Berge durch das Geäst mit goldenen Oktoberblättern.

    Wer über die neue Mautstraße abwärts fährt, schafft eine schöne Runde um den Einberg (1.688 m). Zwischen den beiden Straßenabschnitten liegt das Almgebiet, wo zahlreiche Hütten zur Einkehr locken. Auf der vorgestellten Runde ist die Huberhütte eine logische Rastvariante. Sie stellt gleichzeitig den höchsten Punkt der 38 Kilometer-Runde dar. (Thomas Neuhold, 12.10.2018)

    Weitere Outdoor-Tipps:

    Google Maps: Wandern, Radfahren, Schneeschuh- und Skitouren in Österreich

    Service & Info

    karte: der standard

    Anreise: Von der B162 Lammertal-Straße bei Abtenau/Voglau (Wegweiser Postalmstraße) abbiegen und dann (Möbelwerk) gleich wieder nach links hinauf zum Forsthaus Pichl (Lienbachschmied).

    Ausrüstung: Komplette MTB-Ausrüstung. Ein geländetaugliches Trekkingbike ist auch möglich.

    Route: Es gibt keine Orientierungsprobleme, die Route ist logisch und mit "Postalm 07" sehr gut markiert. Von Pichl (Wegweiser) auf der alten Postalmstraße über zwei spektakuläre Klammen (stehenbleiben, Tiefblick genießen) entlang des Lienbaches hinauf auf die ersten Almen des Postalmgebietes. Nach der Außerlienbachalm nähert sich die alte Straße einmal auf wenige Meter der neuen Mautstraße an. Wer schon konditionelle Probleme spürt, kann die Runde hier abkürzen. Die anderen fahren entlang der Markierung über die Innerlienbachalm, die Rossererhütte und den Almblumenweg hinauf zur Huberhütte (1.355 m). Dann weiter nach Nordosten zum Wieslerhorn-Parkplatz und entlang der Asphaltstraße hinunter zur Mautstraße. Dort scharf rechts und immer der Mautstraße folgen hinunter ins Lammertal. Dabei sind allerdings drei Gegenanstiege zu bewältigen, einmal geht es am Lienbachsattel immerhin wieder auf 1.304 Meter Seehöhe hinauf. Im Tal angelangt noch einmal einen kurzen Gegenanstieg retour zum Startpunkt beim Forsthaus Pichl.

    Variante: Die Postalmstraßenrunde führt rund um den Einberg (1.688 m). Viele Einheimische und Gebietskenner hängen gerne noch die Umrundung des Taborberges (1618 m) dazu. Dazu zwei Anmerkungen: Wer diese Runde ausfährt, braucht für 1.250 Höhenmeter und knapp 45 Kilometer "Schmalz" in den Wadeln, es gibt zahlreiche Gegenanstiege. Und man braucht auch ein wenig mehr Fahrtechnik. Ein kurzes Stück ist ein (leichter) Trail, die Gegenanstiege sind teilweise etwas steiler. Zweitens: Grundsätzlich herrscht auf einigen Passagen dieser Strecke Fahrverbot. Sie wird allerdings viel befahren und ist auch in verschiedenen Publikationen zu finden. Vor allem im Herbst, wenn die Tiere schon im Tal sind, grüßen auch die Almer wieder freundlich..., allfällige Betretungsverbote wegen Waldarbeiten sind aber unbedingt zu respektieren.

    Nun aber zu der langen Route (in Stichworten): Wie oben auf die Postalm, dann auf der Postalm-Mautstraße Richtung Abtenau, beim zweiten Gegenanstieg (Wegweiser, Wegkreuz, Fahrverbot) aber nach links (Osten) hinauf auf den Moosbergsattel (Gedenkkreuz, Wegweiser). Dann am Wanderweg (Trail) nach Süden. Man kommt auf eine Forststraße und kann nötigenfalls auf dieser bergab zur Mautstraße ausqueren; oder man fährt weiter zur Turnau-Alm. Dann Gegenanstieg und hinunter nach Radochsberg. (Hier Ende des Fahrverbotes.) Über das Reitlehen (Greimelhof) nach Klausegg und entlang des Rigaubaches hinter ins Lammertal, dann entlang der Straße zur Einmündung der Mautstraße, weiter wie oben.

    Einkehr: Huberhütte auf der Postalm; diesen Herbst noch bis 28. Oktober geöffnet. www.huberhuette-postalm.at

    Karte: f&b Wanderkarte Nr. 292, "Tennengebirge – Lammertal – Osterhorngruppe", 1:50.000.

    Literatur: Köberl/Stumtner "Radwandern – Mountainbiken, Salzburger-Land, Berchtesgadener-Land, Chiemgau", Verlag Plenk, Berchtesgaden 2017.

    Alle Infos zur Postalm: www.postalm.at

    • Die Postalm ist eine großzügige Spielwiese für Mountainbiker.
      foto: tvb abtenau

      Die Postalm ist eine großzügige Spielwiese für Mountainbiker.

    • Ausgangspunkt ist das romantische Forsthaus in Pichl.
      foto: thomas neuhold

      Ausgangspunkt ist das romantische Forsthaus in Pichl.

    • Die alte Straße führt entlang des Lienbaches hinauf auf die Postalm. Im Hintergrund der Braunedelkogel.
      foto: thomas neuhold

      Die alte Straße führt entlang des Lienbaches hinauf auf die Postalm. Im Hintergrund der Braunedelkogel.

    • Die gemütliche Huberhütte auf der Postalm ist Ziel- und Rastpunkt.
      foto: thomas neuhold

      Die gemütliche Huberhütte auf der Postalm ist Ziel- und Rastpunkt.

    • Feiner Trail hinter dem Moosbergsattel (Variante)
      foto: thomas neuhold

      Feiner Trail hinter dem Moosbergsattel (Variante)

    • Die alte Postalmstraße: Ideales Radlgelände mit nur mäßiger Steigung im herbstlichen Wald.
      foto: thomas neuhold

      Die alte Postalmstraße: Ideales Radlgelände mit nur mäßiger Steigung im herbstlichen Wald.

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