Kryptodiebstahl boomt

10. Oktober 2018, 16:35
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Heuer wurde einer Studie zufolge Kryptogeld im Wert von knapp einer Milliarde Dollar gestohlen. Überdies würden digitale Währungen vermehrt zur Geldwäsche verwendet

Wien – Kryptowährungen gelten zwar als praktisch unmanipulierbar, das schützt sie aber nicht vor Diebstahl. Börsen und Tradingplattformen werden gehackt, wodurch es zum unfreiwilligen "Besitzerwechsel" kommt. Während der ersten neun Monate dieses Jahres wurde Kryptogeld im Wert von 927 Millionen Dollar gestohlen. Verglichen mit demselben Zeitraum des Vorjahres entspricht das einem Anstieg um rund 250 Prozent, geht aus einem Bericht der US-Cybersecurity-Firma Ciphertrace hervor. Im Vorjahr waren es rund 266 Millionen Dollar.

Der Bericht behandelt kriminelle Aktivitäten und Geldwäsche bei Digitalwährungen. Demnach nimmt die Anzahl der Diebstähle auch bei kleineren Beträgen permanent zu. Mehr als 1600 Digitalwährungen sind aktuell im Umlauf, Tendenz steigend. Wenig überraschend zieht diese Popularität Betrüger und Diebe an. Solange die Anzahl von Digitalwährungen steigt, werden sich für Hacker neue Möglichkeiten auftun, heißt es in dem Bericht.

Der spektakulärste Fall war der Angriff auf die japanische Handelsplattform Coincheck im Jänner. Damals erbeuteten Kriminelle Coins der Cyberwährung Nem im Wert von 534 Millionen Dollar.

Digitale Währungen werden überdies zunehmend zur Geldwäsche genutzt. Diese Geschäfte laufen laut dem Bericht vor allem über Börsen in Staaten mit unzureichenden Gesetzen gegen derartige Aktivitäten. Allein über die größten Handelsplattformen seien seit 2009 rund 2,5 Milliarden Dollar gewaschen worden.

Eigenen Angaben zufolge hat Ciphertrace die weltweit 20 größten Plattformen analysiert, namentlich nennen wollte das Unternehmen jedoch keine.

Regulatorischer Rückstand

"Regulatoren hinken nach wie vor einige Jahre zurück, nur in wenigen Ländern gibt es bisher brauchbare Gesetze gegen Geldwäsche", sagt Ciphertrace-Geschäftsführer Dave Jevans. Die Dunkelziffer bei illegalen Transaktionen sei sehr hoch. Ciphertrace geht von Diebstählen im Wert von weiteren 60 Millionen Dollar aus, die nicht gemeldet wurden – und somit nicht im Bericht aufscheinen. (and,10.2018)

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