Oppositionsführer in Bangladesch wegen Anschlags verurteilt

    10. Oktober 2018, 10:56
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    19 Todesurteile nach Granaten-Attentat auf heutige Regierungschefin Sheikh Hasina im Jahr 2004

    Dhaka – Rund 14 Jahre nach einem Anschlag auf die heutige Regierungschefin von Bangladesch hat ein Gericht in Dhaka einen führenden Oppositionspolitiker zu einer Gefängnisstrafe und 19 weitere Menschen zum Tode verurteilt. Der seit 2008 in London im Exil lebende Tarique Rahman erhielt am Mittwoch eine lebenslange Haftstrafe.

    Der Anschlag mit einer Granate, bei dem die heutige Premierministerin Sheikh Hasina verletzt und 20 weitere Menschen getötet wurden, wurde 2004 verübt. Der 50-jährige Rahman führt die größte Oppositionspartei BNP in dem südasiatischen Land. Das Urteil erging in Abwesenheit. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm unter anderem Verschwörung und Mord in mehreren Fällen vorgeworfen. Von den 19 Todesurteilen sind auch zwei ehemalige Minister betroffen. Insgesamt ging die Justiz wegen des Anschlags gegen 49 Verdächtige vor.

    Rahman ist der Sohn der früheren zweimaligen Regierungschefin Khaleda Zia. Zum Zeitpunkt des Anschlags regierte Zia in Bangladesch. Die einstige Verbündete Hasinas wurde später zu ihrer Rivalin. Im Februar wurde Zia wegen Korruption zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die BNP äußerte sich zunächst nicht zu dem Urteil gegen Rahman. Im Vorfeld hatten weitere Parteiführer jedoch den Vorwurf erhoben, der Prozess sei politisch motiviert, um die Chancen der BNP bei den für Dezember geplanten Wahlen zu schmälern. (APA, 10.10.2018)

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