Mehr als 45 Dezibel: Lärm von Windanlagen kann krank machen

    10. Oktober 2018, 11:02
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    Übermäßiger Lärm erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das gilt auch für zu laute Windturbinen

    Windturbinen machen Lärm – davon berichten Anrainer immer wieder. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun eine neue Richtlinie veröffentlicht, die Empfehlungen zur Lärmstärke der Turbinen angibt: Ein Wert von durchschnittlich 45 Dezibel am Tag sollte demnach nicht überschritten werden. "Lärm von Windenergieanlagen oberhalb dieses Wertes ist mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden", heißt es in dem Bericht.

    Für genehmigungspflichtige Anlagen in Wohngebieten gilt laut deutschem Umweltbundesamt bei der Lärmbelastung zur Zeit ein Richtwert von 55 Dezibel tagsüber und 40 Dezibel nachts. An diese Richtlinie müssten sich auch Windparks halten. In Österreich gibt es für Windparks laut Umweltbundesamt keinen fixen Grenzwert. Für Verkehrslärm und Industrie- bzw. Gewerbeanlagen sind tagsüber Stärken zwischen 55 und 70 Dezibel zulässig.

    Zum Vergleich: Flüstern hat etwa 30 Dezibel, leise Radiomusik 50, ein Haartrockner 70 und eine Kreissäge 100 Dezibel.

    Echtes Gesundheitsrisiko

    Für die nächtliche Höchstbelastung spricht die WHO keine Empfehlung aus. Dafür gebe es noch nicht genügend aussagefähige Studien.

    Die WHO-Richtlinien sind Empfehlungen, um Verbraucher vor Lärm zu schützen. Damit sollen Politiker Richtwerte festlegen und bauliche Maßnahmen veranlassen oder einfordern, damit die Richtwerte eingehalten werden. "Übermäßige Lärmbelastung ist mehr als ein Ärgernis, sie ist ein echtes Gesundheitsrisiko, das beispielsweise zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beiträgt", sagt Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa. (APA, 10.10.2018)

    • Auch Windparks müssen sich an Richtwerte zur Lärmbelästigung halten.
      foto: reuters

      Auch Windparks müssen sich an Richtwerte zur Lärmbelästigung halten.

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